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27.02.2014

20:04 Uhr

Serie: Was das Ausland über uns denkt

Geliebter Feind

VonMatthias Thibaut

Eine Dienstreise führte Kanzlerin Merkel nach England. Dort sind die Deutschen immer beliebter. Dennoch ist die Insel ein Tummelplatz für Polemiker – getrieben von Misstrauen über Deutschlands Stärke.

Deutschland durch die britische Brille gesehen. Das Polit-Magazin „New Statesman“ sah in Kanzlerin Merkel eine knallharte Regierungschefin. Getty Images

Deutschland durch die britische Brille gesehen. Das Polit-Magazin „New Statesman“ sah in Kanzlerin Merkel eine knallharte Regierungschefin.

LondonVoller Pathos wandte sich der Kolumnist Simon Jenkins unlängst im „Guardian“ an seine möglichen Leser in Deutschland. „Deutschland! Ich entschuldige mich für diese Brechreiz auslösende Lawine von Erster-Weltkrieg-Andacht“, überschrieb er einen Beitrag zur Weltkriegsdebatte. Die BBC fuhr gerade ihre erste von Dutzenden Weltkriegsserien an. Man diskutierte, wie behutsam man in der Frage der Kriegsschuld mit den Deutschen umgehen sollte – und ob England weniger oder Deutschland mehr Gedenken an den großen Krieg brauche.

„Deutschland hat den Krieg begonnen, nur kann das die Linke nicht zugeben“, hatte der Londoner Bürgermeisters Boris Johnson zuvor in seiner Wochenkolumne im „Daily Telegraph“ auf einen kleinen Historikerstreit über die Kriegsschuldfrage geschrieben. Sein Kommentar galt dem Labour-Politiker und Geschichtsprofessor Tristram Hunt, der es als „krass und hässlich“ bezeichnet hatte, von einer deutschen Kriegsschuld zu reden.

Lesen Sie diesen und andere Artikel in unserem Dossier „Wie das Ausland uns Deutsche sieht“, erhältlich als PDF im Kaufhaus der Weltwirtschaft.

Kommentare (3)

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28.02.2014, 10:54 Uhr

Das unverzeihliche Verbrechen Deutschlands vor dem Zweiten Weltkrieg war der Versuch, seine Wirtschaftskraft aus dem Welthandelssystem herauszulösen und ein eigenes Austauschsystem zu schaffen, bei dem die Weltfinanz nicht mehr mitverdienen konnte. — Winston Churchill, “Der Zweite Weltkrieg”, 1960

das sollte den Briten eigentlich geläufig sein....

hab das Buch im Orginal im Schrank stehen... und die lektüre war sehr aufschlussreich...

genau wie alles andere was Churchill zu Papier brachte...

und da ich mich seit 20 jahren mit dem Thema Winston beschäftige muss ich sagen... es gibt noch viel Aufklärungsbedarf bevor man "mehr EU" wirklich anpacken kann..... weil es auf einem Schuldkult aufgebaut nicht lange halten wird..

Nur weil Rechte seiten mit den zitaten werben heist es nicht das es nicht so gesagt wurde.. auch wenn das bei den bessermenschen immer sofort schnapp reflexe auslöst

aber mit Ideologen hat auch Winston nicht debattiert

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28.02.2014, 11:01 Uhr

Ehe die Briten aus historischen Gründen auf uns losgehen, sollten sie erst mal vor der eigenen Haustür kehren. Mit ihrem Empire haben sie massenweise historische Schuld auf sich geladen.

Die Nachwehen erleidet die Welt bis heute:

* Pakistan-Indien-Konflikt? Ohne die Briten so nicht denkbar.

* Nahost-Konflikt? Ohne die Ignoranz und Egoismus der Briten nicht denkbar. Dazu reicht ein Blick auf die Landkarte, wie die Briten die Konkursmasse des Osmanischen Reiches aufteilten.

Vor 20 Jahren begegnete mir in der britischen Provinz mal ein Weltkriegsveteran:

Are you German?

Yes.

Let's forget the guilt of the past. We all did bad things back then.

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28.02.2014, 11:17 Uhr

was denkt man schon vom klassenclown?!

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