Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.09.2011

15:30 Uhr

Serie: Wege aus der Euro-Krise

„Deutschland hat es in der Hand“

VonBert Rürup

Der frühere Chef des Rats der Wirtschaftsweisen, Bert Rürup, sieht den Euro als politischen "hidden champion". Damit er Motor der europäischen Integration bleibe, müssten jedoch Geburtsfehler beseitigt werden.

Bert Rürup ist Gründer und Vorstandsmitglied der Maschmeyer Rürup AG und ehemaliger Chef der Wirtschaftsweisen. Reuters

Bert Rürup ist Gründer und Vorstandsmitglied der Maschmeyer Rürup AG und ehemaliger Chef der Wirtschaftsweisen.

Die wirtschaftliche Heterogenität der Mitgliedsländer hat sich in den letzten 20 Jahren kaum verringert, politische Alleingänge einzelner Staaten sind immer noch gang und gäbe, eine wirkliche europäische Verfassung ist nicht in Sicht, und in vielen Ländern feiert der Nationalismus politische Erfolge.

Dennoch: Der Euro ist ein politischer „hidden champion“. Bei allen nationalen Unterschieden ist er zur wichtigsten Klammer geworden, welche die Gemeinschaft zusammenhält und die Staaten zur Zusammenarbeit zwingt. Aber auch ein „hidden champion“ kann unter Geburtsfehlern leiden. Die vor 18 Monaten virulent gewordenen Turbulenzen sind Folge zweier Geburtsfehler.

Der Euro ist ein politischer „hidden champion“. Bei allen nationalen Unterschieden ist er zur wichtigsten Klammer geworden, welche die Gemeinschaft zusammenhält.

Erstens: die Vorstellung, es könne in der EU, die immer eine Transferunion war, eine Währungsunion geben, die keinerlei solidarische Elemente haben dürfe (No-Bail-out-Klausel).

Zweitens: die Annahme, das Fehlen einer gemeinsamen Wirtschafts- und Finanzpolitik könne durch einen Stabilitätspakt ersetzt werden.

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

19.09.2011, 16:12 Uhr

Herr Rürup, die deutschen Wähler werden das dauerhaft verhindern. Die früheren Transfers sind mit den heutigen unter dem Euro nicht mehr zu vergleichen - das ist keine Solidarität mehr, sondern Ausbluten Deutschlands für ein naives "politisches Projekt". Solange Sie das nicht verstehen, werden Sie immer argumentieren wie die Betonköpfe früher im Osten.
Die Dinge liegen hier etwas anders! Hier spricht nicht der "Boulevard", sondern das Volk. Und von diesen Spielchen hat der größte Teil der Deutschen die Schnauze voll!
Und die Idee, das Not jedes Gebot bricht zeigt, dass Sie jetzt schon totalitäre Züge in Ihrem Denken haben. Eine EUSSR, zwangsweise errichtet, braucht niemand. So denken ALLE in Europa - nicht nur in Deutschland! In welchen Land ist denn die Mehrheit der Bevölkerung für weitere Integration? Nennen Sie nur eins!

Rapid

19.09.2011, 16:25 Uhr

Die von Brüssel aus regierten "Vereinigten Staaten von Europa" wird es nicht geben. Wir haben einen Staatenbund und keinen Bundesstaat. Bundesstaaten, die so wenig homogen sind wie die europäischen Staaten werden scheitern, genau so wie Jugoslawien gescheitet ist oder die Sowjetunion.
Wir können den bestehenden Staatenbund vernünftig gestalten, ihn mit dem Ziel Bundesstaat in ein Zwangskorsett zu stecken und dazu gehört auch eine Fiskalunion geht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in die Hose. Es gigt keine gemeinsamen Grundlagen, Bedingungen und Interessen für eine einheitliche Fiskalunion.

hamp

19.09.2011, 16:45 Uhr

diesen 'experten' sind entweder vollkommen naive oder korrupt..die fordern einen viel völker staat uber die köpfe der bevolkerung zu errichten.....und der geschichte hat uns gezeigt wie das enden wird..

NEIN..ohne uns zu fragen wird das in ein albtraum enden..

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×