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19.09.2011

15:30 Uhr

Serie: Wege aus der Euro-Krise

„Die Märkte werden die politische Einheit erzwingen“

VonAnshu Jain

Die Märkte sorgen mit ihren heftigen Ausschlägen dafür, dass die Politik handeln muss, glaubt Anshu Jain. Der künftige Chef der Deutschen Bank erwartet eine stärkere politische Einheit in Europa.

Anshu Jain ist Chef der Investment-Banking-Sparte der Deutschen Bank. Ab Mai 2012 soll er das gesamte Institut führen. dpa

Anshu Jain ist Chef der Investment-Banking-Sparte der Deutschen Bank. Ab Mai 2012 soll er das gesamte Institut führen.

FrankfurtIch glaube, wir befinden uns derzeit in der zweiten Phase der Finanzkrise – der Druck der Märkte wandert dabei vom privaten in den öffentlichen Sektor. Dort haben wir auf der einen Seite jene Länder, die gegenwärtig um einen politischen Konsens für die Umsetzung ihrer Sparprogramme kämpfen. Und auf der anderen Seite sehen wir jene stärkeren Volkswirtschaften, die immer zögern, die schwächeren Länder zu unterstützen. Wir brauchen deshalb einen großen politischen Brückenschlag zwischen diesen beiden Gruppen.

Die jüngsten Marktreaktionen zeigen die Skepsis der Investoren, dass die erforderlichen Maßnahmen in angemessener Zeit angekündigt und umgesetzt werden können. Meiner Meinung nach werden die Marktreaktionen aber letztendlich dafür sorgen, dass wir den Rubikon überqueren und die weitere politische Einheit in Europa beschleunigen, insbesondere wegen der sehr hohen und unakzeptablen Kosten, die eine Auflösung der Euro-Zone mit sich bringen würde.

Wir sind deshalb zuversichtlich, dass es letztendlich eine Lösung der Krise geben wird. Dennoch gibt es das realistische Risiko, dass es in der Zwischenzeit heftige Turbulenzen geben wird. Der weitere Weg wird also von Unsicherheit geprägt sein, und die Märkte werden volatil bleiben.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

19.09.2011, 15:49 Uhr

Was versteht der Herr von Europa?

Account gelöscht!

19.09.2011, 16:08 Uhr

Richtig. Keiner weiß, wohin die Reise gehen soll. Solange "Europa" nebulös war, war's allen ziemlich egal und positiv besetzt. Jetzt, wo es in Richtung EUSSR geht, werden die Menschen nervös. Die EU wird eher auseinanderfallen als sich weiter integrieren. Und das ist gut so!
Bislang sind ALLE ideologischen Projekte gescheitert. Der Euro gehört dazu!

EinBuerger

19.09.2011, 16:10 Uhr

Die Übersetzung von "Die Märkte werden die politische Einheit erzwingen":

"Wir, die Banken, the masters of the universe, werden endlich auch die politische Herrschaft übernehmen. Das entsprechende Personal haben wir schon in Stellung gebracht, alles geht nach Plan."

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