Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.09.2011

15:33 Uhr

Serie: Wege aus der Euro-Krise

„Euro-Zone braucht gemeinsame Fiskalpolitik“

VonRobert Zoellick

Der Chef der Weltbank kritisiert das zögerliche Verhalten von Europa, Japan und den USA in wirtschaftlichen Krisen. Nun komme es auf rasche Maßnahmen an.

Robert Zoellick leitet seit dem Jahr 2007 die Weltbank in Washington. Zuvor war er in verschiedenen leitenden Funktionen für die Investmentbank Goldman Sachs tätig. Die Weltbank setzt sich zusammen aus 187 Mitgliedsländern und versucht, die Armut in Entwicklungsländern unter anderem mit Finanzhilfen zu senken. AFP

Robert Zoellick leitet seit dem Jahr 2007 die Weltbank in Washington. Zuvor war er in verschiedenen leitenden Funktionen für die Investmentbank Goldman Sachs tätig. Die Weltbank setzt sich zusammen aus 187 Mitgliedsländern und versucht, die Armut in Entwicklungsländern unter anderem mit Finanzhilfen zu senken.

WashingtonEuropa, Japan und die Vereinigten Staaten müssen verantwortlich handeln, sie haben aber schwierige Entscheidungen zu lange verschleppt. Das hat das Spektrum der Möglichkeiten nun verengt. Die Lehre aus 2008 und früheren Krisen lautet: Je später man handelt, desto mehr muss man schließlich tun – und desto schmerzlicher wird es. Die Zeit des Lavierens ist vorbei.

Japan hat sich gegen Strukturreformen gesträubt, die sein stotterndes Wirtschaftsmodell wieder in Fahrt hätten bringen können. Die Vereinigten Staaten stehen vor einem Defizit, das so hoch ist wie noch nie in Friedenszeiten – ohne dass ein Ansatz in Sicht wäre, auf den man sich einigen könnte, wie die Verschuldung unter Kontrolle gebracht werden soll.

Es ist nicht verantwortungsvoll, wenn die Euro-Zone zwar Treue zur Währungsunion schwört, sich aber nicht auf eine gemeinsame Fiskalpolitik einigt. Erst mit dieser kann eine Währungsunion überhaupt funktionieren. Es ist auch nicht verantwortungsvoll, wenn die Euro-Zone nicht die Konsequenzen für Mitgliedsländer akzeptiert, die dem Wettbewerb nicht standhalten oder die hoch verschuldet sind.

Solange sich Europa, Japan und die USA nicht der Verantwortung stellen, werden sie nicht nur sich selbst nach unten ziehen, sondern gleich die gesamte Weltwirtschaft. Dann wird es nicht mehr alleine um eine tektonische Verschiebung gehen, welche die Schwellenländer zu den neuen Motoren der Weltwirtschaft macht. Es wird um tektonische Verschiebungen gehen, die die Industrieländer dazu zwingen, kräftig auf die Bremse zu treten. Aber die Schwellenländer werden nicht dabeisitzen und zuschauen. Sie werden nicht zurückkehren in die hierarchische Welt von 1944, wo sie ohne Stimme waren, ohne Macht, wo es Anführer gab und Gefolgschaft und Einflusssphären.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Buerger

19.09.2011, 16:10 Uhr

Siehe Urteil BVG vom 07.09.2011
Weiss der Typ über den Bürgerkrieg in den USA BESCHEID?
Hat er schon mal etwas vom 14 Juli 1789 gehört ?

Account gelöscht!

19.09.2011, 16:24 Uhr

Die Eurozone wird auseinanderfallen. Alle Staaten darin werden bankrott sein. Eine Währungsreform wird die nationalen Währungen reinstallieren. Das internationale FIAT-Money-System wird im Arsch sein... So einfach ist das. Die Politiker können nur zusehen. Völlig überfordert - und Sprechblasen mögen zwar bei dummen Wählern Erfolg bringen, das ist ja mit Propaganda und Durchhalteparolen so... aber die "Märkte" beeindruckt das gar nicht.
Jeder sollte sich darauf vorbereiten. Das ist kein verschwörerischer Pessimismus, sondern leider eine völlig reale Einschätzung. Auch Eurobonds helfen nicht - sie verzögern das Unvermeidliche höchstens 2 Jahre - und dann ist Feierabend!

Bubble

19.09.2011, 16:43 Uhr

Typisch Ami: macht's wie wir! Alles in die gleiche Ecke stecken und die nationalen Staatsgewalt und Autonomie total aufgeben.

US vs Germany: A Comparison In Political Regimes
http://www.zerohedge.com/news/us-vs-germany-comparison-political-regimes

http://www.zerohedge.com ist einer der besten Finanzblogs die es gibt und der Einzige wo der Leser nicht für dumm verkauft wird oder man einen Anfall nach ein paar Zeilen kriegt.

Jetzt wird es nicht mehr lange dauern bis wir so weit sind mit dem ganzen Theater um das griechische Schweinchen zu schlachten! (Oink!). Der Metzger steht schon bereit. Morgen ist 'G-Day', da wird dann 'offiziell' erklärt werden, dass Griechenland "in der Tat" pleite ist (och nee, echt?!?)!

Europa kriegt's nicht auf Reihe und es ist einfach peinlich und lamentabel was die Finanzfritzen, Politik-Finanzhörigen -und FinanzProstituierten aufführen, um die kaputte Fehlwährung zu 'stützen' und zu stabilisieren (ächz, schnauf! stöhn!). Zwischenzeitlich wird in den 'offiziellen' (verkauft u. unter dem Nagel der Machthaber à la Murdoch) Medien tunlichst unterdrückt, dass weltweit Protestaktionen anlaufen gegen das Räubertum der Bankster und Ganoven im weissen Hemd.

Nur hier in Deutschland, trotten die Bürger weiterhin brav zum Büro oder wo immer sonst sie 'bestellt' sind, immer der gleiche 0815 Ablauf - Trott und Hühott - und keiner scheint in der Tat wütend genug zu sein, massiv vor der EZB in Frankfurt zu protestieren.

http://www.livestream.com/globalre

Dieser Masochismus ist schon über die Massen peinlich und wunderlich. Ich frage mich, wie lange es noch dauern wird, bis die Deutschen vielleicht endlich aus ihrem kollektiven Koma der Massenverblödung aufwachen werden, um mobil und aktiv werden und gegen ihren unfreiwilligen Raubbau lautstark zu protestieren anfangen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×