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19.09.2011

15:30 Uhr

Serie: Wege aus der Euro-Krise

"Mehr agieren, weniger reagieren"

VonChristine Lagarde

Schwaches Wachstum und schwache Bilanzen von Regierungen, Finanzinstitutionen und privaten Haushalten befördern sich aus Sicht von IWF-Chefin Lagarde gegenseitig. Dieser Teufelskreis müsse durchbrochen werden.

Christine Lagarde ist Chefin des Internationalen Währungsfonds. AFP

Christine Lagarde ist Chefin des Internationalen Währungsfonds.

Wir durchleben gerade eine Zeit größter ökonomischer Unsicherheit. Ohne gemeinsames entschlossenes Handeln wird das Vertrauen, das die Welt so dringend braucht, nicht zurückkehren. Ich glaube fest daran, dass es einen Weg für eine nachhaltige Erholung gibt, wenngleich dieser Weg schmaler ist als zuvor und auch noch immer schmaler wird. Um auf ihm sicher zu navigieren, brauchen wir in der ganzen Welt einen starken politischen Willen - wir brauchen Führung und weniger waghalsige Politik, mehr Kooperation und weniger Wettbewerb, Agieren und weniger Reagieren.

Die Schuldenkrise im Euro-Raum hat sich verschlimmert. Die finanziellen Belastungen wachsen. Und ohne gemeinsames, mutiges Handeln besteht ein echtes Risiko, dass die großen Volkswirtschaften abrutschen statt sich nach vorn zu bewegen.

Aber bevor wir über Lösungen sprechen, müssen wir uns über die Probleme im Klaren sein. Ich will drei verschiedene, wenngleich miteinander verknüpfte Bereiche nennen: Schieflagen der Bilanzen, die auf das Wachstum drücken; Unsicherheiten im Kern des globalen Wirtschaftssystems; und soziale Spannungen.

Ein großes kurzfristiges Problem in den entwickelten Staaten sind die Schwierigkeiten in den Bilanzen, die der Erholung den Wind aus den Segeln nehmen. Es sind noch immer viel zu viele Schulden im System. Zu viele Unsicherheiten liegen über den Staaten, über den europäischen Banken und den privaten Haushalten in den USA. Schwaches Wachstum und schwache Bilanzen von Regierungen, Finanzinstitutionen und privaten Haushalten befördern sich gegenseitig negativ, sie befeuern eine Glaubwürdigkeitskrise und bremsen die Nachfrage, Investitionen und die Schaffung von Jobs. Dieser Teufelskreis nimmt immer mehr Fahrt auf und wurde durch die Unentschlossenheit der Politik und ihren Fehlfunktionen noch verstärkt.

Kommentare (2)

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azaziel

19.09.2011, 20:30 Uhr

Ein grauenhaftes Wischiwaschi ohne den leisesten Hauch eines Loesungsvorschlages. Allerdings laesst ein Satz aufhorchen: wir brauchen „... weniger Wettbewerb“

RoadRunner

19.09.2011, 23:39 Uhr

Lagarde hatte schon letztes Jahr erwaehnt, erfolgreiche Laender wie Deutschland Zuegel anzulegen.
.
Die Frau ist gefaehrlich fuer Deutschland!!!

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