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15.05.2011

22:03 Uhr

Sex-Affäre um Strauss-Kahn

Griechenland sieht keine Probleme für Euro-Gespräche

Ohne die Unterstützung des IWF kann eine Lösung der europäischen Schuldenkrise kaum gelingen. Die Festnahme von Chef Strauss-Kahn sorgt daher für hohe Nervosität - allerdings nicht bei der griechischen Regierung.

Dominique Strauss-Kahn verlässt in Begleitung ein New Yorker Polizeirevier. Quelle: REUTYERS

Dominique Strauss-Kahn verlässt in Begleitung ein New Yorker Polizeirevier.

DüsseldorfÜberschattet von den Turbulenzen um IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn wollen die Euro-Finanzminister am Montag die Milliardenhilfen für Portugal billigen. An dem Hilfspaket für Lissabon im Umfang von 78 Milliarden Euro beteiligt sich der Internationale Währungsfonds (IWF) zu einem Drittel.

Am Sonntagabend wurde bekannt, dass der der IWF bereits eine Sondersitzung seines Aufsichtsrates anberaumt hat. Den Vorsitz führt Vize-Chef John Lipsky, der nach Informationen der Nachrichtenagentur AP und des Wall Street Journals auch übergangsweise den Chefposten übernimmt. Das Gremium solle dabei über die „Entwicklungen hinsichtlich des Managing Directors“ unterrichtet werden, teilte IWF-Sprecher William Murray mit.

In Brüssel soll auch die sich zuspitzende Lage in Griechenland erörtert werden. Nach Angaben von Diplomaten wird es aber keinen Beschluss über neue Hilfen für Athen geben. An dem vor einem Jahr zugesagten 110-Milliarden-Paket für Griechenland ist der IWF neben den Euro-Partnern ebenfalls zu einem Drittel mit im Boot.

Athen sieht allerdings keine Beeinträchtigung durch die Festnahme Strauss-Kahns. Der Sprecher der griechischen Regierung, Giorgos Petalotis, erklärte am Sonntag, die griechische Regierung verhandele mit Institutionen, nicht mit Einzelpersonen. Unbeeinträchtigt von den Vorfällen fahre sie mit der Umsetzung des Programms fort, mithilfe dessen Griechenland aus der Krise komme.

Marco Valli, Chefvolkswirt für die Eurozone bei der UniCredit, rechnet auch nach der Festnahme Strauss-Kahns mit einem zweiten Rettungspaket für Griechenland. Nur weil der IWF-Chef persönliche Schwierigkeiten habe, werde Griechenland nicht allein gelassen. Möglicherweise habe der Vergewaltigungsvorwurf gegen Strauss-Kahn Einfluss auf den Zeitrahmen, letztendlich aber keine weiteren Auswirkungen.

Kommentare (21)

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Lemming

15.05.2011, 17:48 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren,

finden sie ihre Schlagzeile "Sex-Affäre..." seriös?
Die Schuld ist noch nicht bewiesen und sie bringen hier eine Schlagzeile auf Bild Niveau!?

Seriöser wäre "Vorwurf der sexuellen Nötigung überschattet..."



Account gelöscht!

15.05.2011, 18:09 Uhr

Wenn diese Geschichte stichhaltig ist, dann frißt mondahu einen Besen. Nicht wegen der Affäre, sondern weil er sich in der Person fundamental getäuscht hätte.

In den USA beginnt nicht nur der Wahlkampf, auch der Dollar hat Hilfe nötig. Da eine wohl letzte Griechenland-Konferenz platzen zu lassen ist doch zu schön. Seit die Geschichte heraus ist, ist der Dollar bereits um 2 cents gestiegen.

Und wenn man dem Herrn im Elysee-Palast (gleichfalls konservativ) so nebenbei einen Dienst erweisen kann und ihm den ärgsten Konkurrenten im nächsten Präsidentschafts-Wahlkampf vom Hals schaffen kann, das ist doch auch nicht ohne. Madame le Pen wird das aber schon richten.

Behavourism

15.05.2011, 18:18 Uhr

Ratten mögen das, Menschen an die Eier zu gehen.
Dafür werden die sogar von Menschen gewählt: meist von jenen, denen die Eier bereits hinwegkastriert wurden von den Ratten.

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