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19.09.2013

19:17 Uhr

Sex-Partys

Putin sieht Berlusconi zu Unrecht in Kritik

Wladimir Putin verteidigt Berlusconis Sex-Partys. Er sieht seinen Freund zu Unrecht in der Kritik. Stattdessen wirft er dem Westen übertriebene politische Korrektheit vor – und beklagt gleichzeitig einen Sittenverfall.

Wladimir Putin (links) trifft den früheren italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi im Ski-Gebiet in Sochi. dpa

Wladimir Putin (links) trifft den früheren italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi im Ski-Gebiet in Sochi.

MoskauKremlchef Wladimir Putin (60) sieht seinen Freund Silvio Berlusconi wegen dessen angeblicher Sex-Partys zu Unrecht in der Kritik. „Berlusconi wird dafür verurteilt, dass er mit Frauen zusammenlebt. Wenn er homosexuell wäre, hätten sie ihm kein Haar gekrümmt“, sagte Putin am Donnerstag über das Vorgehen der italienischen Justiz gegen den Ex-Regierungschef. Berlusconi (76) war im „Ruby“-Prozess um angeblichen Sex mit minderjährigen Prostituierten in erster Instanz zu sieben Jahren Haft verurteilt worden.

Im Streit um staatlichen russischen Druck gegen Lesben und Schwule warf Putin dem Westen übertriebene politische Korrektheit vor. „Sie verfolgen eine Politik, die kinderreiche Familien und gleichgeschlechtliche Partnerschaften auf eine Stufe stellt.“ Zugleich beklagte er einen Sittenverfall. Im Westen gebe es sogar Versuche, Pädophilen-Parteien zu genehmigen, behauptete Putin bei einem internationalen Diskussionsforum. „Dieser Weg führt direkt zur Erniedrigung und in eine Moralkrise.“

Die Gerichtsprozesse des Cavaliere

Es ist nicht Berlusconis erstes Mal vor Gericht

In zahlreichen andere Verfahren gelang es dem heute 76-jährigen Politiker und Medienunternehmer immer wieder, den Fängen der Justiz zu entkommen. Er wurde entweder freigesprochen oder die gegen ihn gefällten Urteile wurden später wieder aufgehoben beziehungsweise wegen Verjährung nicht rechtskräftig.

1994

Bestechung von Finanzbeamten: Verurteilung 1997 in erster Instanz zu 33 Monaten Gefängnis. Freispruch im Berufungsverfahren im Jahr 2000, zum Teil wegen Verjährung, bestätigt ein Jahr später durch das Revisionsgericht.

1995

Bilanzfälschung: Angeklagt, mit Hilfe schwarzer Kassen den Fußballer Gianluigi Lentini für seien Klub AC Mailand eingekauft zu haben, profitiert Berlusconi 2002 dank eines von seiner Partei im Parlament verabschiedeten Gesetzes erneut von der Verjährungsregelung.

Steuerbetrug beim Kauf einer Luxusvilla in Macherio bei Mailand: verjährt.

Bilanzfälschung beim Erwerb der Filmgesellschaft Medusa. Berlusconi wird 1997 in erster Instanz zu 16 Monaten Gefängnis verurteilt. Freispruch im Berufungsverfahren im Jahr 2000, ein Jahr später in der Revision bestätigt.

Illegale Finanzierung der Sozialistischen Partei (PSI) über die Tarnfirma All Iberian. 1998 Verurteilung zu 28 Monaten Haft. Freispruch im Berufungsverfahren ein Jahr später, im Jahr 2000 Bestätigung durch das Revisionsgericht.

1996

Anklage wegen Bilanzfälschung im Zusammenhang mit der Affäre All Iberian. Freispruch 2005.

1998

Richterbestechung, um den Erzrivalen Carlo de Benedetti am Kauf des halbstaatlichen Lebensmittelunternehmens SME zu hindern. Der Kassationsgerichtshof spricht Berlusconi 2007 in letzter Instanz frei.

2012

Steuerbetrug rund um Berlusconis Medienimperium Mediaset. Verurteilung zu vier Jahren Gefängnis und fünf Jahren Amtsverbot. Wegen einer allgemeinen Amnestie wird die Haftstrafe aber sofort auf ein Jahr verkürzt.

März 2013

Beihilfe zur Veröffentlichung vertraulicher Informationen zu einem Finanzskandal im Jahr 2005. Verurteilung in erster Instanz zu einem Jahr Haft.

Juni 2013

Berlusconi wird wegen Begünstigung der Prostitution Minderjähriger und Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt. Zudem darf er nach dem von einem Gericht in Mailand verkündeten Urteil im sogenannten Rubygate-Prozess keine öffentlichen Ämter mehr bekleiden. Das Urteil wird jedoch erst vollstreckt, wenn die Revisionsmöglichkeiten ausgeschöpft sind.

1. August 2013

Das Kassationsgericht in Rom bestätigt im sogenannten Mediaset-Prozess die von den Vorinstanzen verhängte auf ein Jahr reduzierte Haftstrafe. Die Verurteilung zu einem fünfjährigen Verbot der Ausübung öffentlicher Ämter wird jedoch zur erneuten Verhandlung nach Mailand zurückverwiesen.

Der zuständige Ausschuss der Staatsduma in Moskau lehnte indes einen Gesetzentwurf ab, der Schwulen und Lesben das Erziehungsrecht absprechen sollte. „Das ist nicht umzusetzen“, sagte die für ihr Vorgehen gegen Homosexuelle kritisierte Abgeordnete Jelena Misulina.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

19.09.2013, 20:41 Uhr


hahaha!
*
dass sich die beiden korrupten Politiker gegenseitig helfen überrascht wohl niemanden hier

Account gelöscht!

19.09.2013, 23:29 Uhr

Recht hat er! Putin 4 President!

Diese geheule wegen ein paar Bunga Bunga Parties, ich kann es nicht mehr hören. Die ganzen Neider. Das einzige was deren Kritikern stinkt ist das Sie nicht selbst in der Lage dazu sind BungaBunga Parties zu veranstalten.

alex

19.09.2013, 23:42 Uhr

...Im Westen gebe es sogar Versuche, Pädophilen-Parteien zu genehmigen, behauptete Putin ...
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wieso? gibt's doch schon:
die Grünen - aka die schwupi Partei Deutschlands.

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