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11.01.2010

16:38 Uhr

Sex, Politik und Religion

Skandal um First Lady stürzen Nordirland in die Krise

VonMatthias Thibaut

Nordirlands Regierungschef Robinson legt vorübergehend Ämter nieder. Innerhalb von sechs Wochen hofft der Politiker auf Aufklärung des Sex- und Finanzskandals, in den auch seine Frau verstrickt ist. Der Politiker gilt als wichtige Figur für den wackligen Friedensprozess zwischen Katholiken und Protestanten in Nordirland.

Und tschüss: Robinson lässt vorübergehend seine Ämter ruhen. ap

Und tschüss: Robinson lässt vorübergehend seine Ämter ruhen.

LONDON. Erst stellte sich Nordirlands protestantisch-fundamentalistische Regierungspartei DUP, „mit ganzem Herzen“, aber hörbarem Zähneknirschen hinter ihren belagerten Parteichef Peter Robinson. Dann legte dieser „vorübergehend“ sein Amt nieder und setzte Wirtschaftsministerin Arlene Foster als Vertreterin ein.

Unklar blieb gestern, ob Robinsons Schritt seinen Rückzug einleitete oder ein Versuch ist, Zeit zu gewinnen. Klar ist, dass die Doppelkrise um den umstrittenen Schlussstein im Friedensprozess und die hochexplosive Skandalmischung von Sex, Geld und Religion, die Nordirlands „First Couple“ überrollt, erst begonnen hat.

Eigentlich hätten Nordirlands Parlamentarier nach der langen Weihnachtspause am Montag die seit Jahren schwelende Krise um die Autonomie von Polizei und Justiz anpacken müssen, die seit Monaten den Fortbestand der Einheitsregierung aus Robinsons protestantischer DUP und der republikanisch-katholischen Sinn Fein gefährdet.

Stattdessen wurde das Parlament vom Skandal um Robinsons 60-jährige Frau Iris eingeholt, selbst Abgeordnete in den Parlamenten in Belfast und London. Sie hatte eine Affäre mit einem 40 Jahre jüngeren Mann und war gestern in „psychiatrischer Behandlung“, wie gemeldet wurde. Schwerer wiegt, dass sie ihrem 19-jährigen Liebhaber 50.000 Pfund an Krediten zur Eröffnung eines Cafés vermittelte und offenbar einen Teil für sich abzweigte.

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