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06.04.2011

14:14 Uhr

Sex-Skandal

Keine Showgirls im Berlusconi-Prozess

VonKatharina Kort

Spannung in Mailand: Obwohl es am ersten Tag des Berlusconi-Prozesses noch kaum etwas zu sehen gab, drängten sich die Reporter bereits im Gerichtssaal. Denn die Verhandlung wird in jedem Fall spektakulär.

Medienrummel in Mailand: Berlusconi ist unter anderem wegen Prostitution angeklagt. Quelle: dapd

Medienrummel in Mailand: Berlusconi ist unter anderem wegen Prostitution angeklagt.

MailandDer Gesichtssaal ist gerammelt voll. In der hohen Halle regieren drei Richterinnen an ihrem Pult unter dem faschistischen Mosaik die Versammlung. Doch sie sind nicht die Frauen, auf die die vielen Journalisten aus aller Welt gewartet haben, die sich auf den Bänken drängen, um dem großen Sex-Skandal-Prozess gegen Berlusconi beizuwohnen.

Es sind die mehr als 30 Showgirls, Schönheitskönigen und Namen wie George Clooney, die den Berlusconi-Prozess erst richtig schmackhaft machen sollen. Doch von ihnen fehlte heute jede Spur. Ebenso wie von Silvio Berlusconi und seinem Top-Anwalt Niccolò Ghedini.

Es geht heute nur um Formalien. Und so ist der Prozess innerhalb von sieben Minuten schon wieder vorbei. Nächster Termin: der 31. Mai.

Demonstranten vor dem Gericht

Draußen vor dem enormen Gerichtsgebäude, das wie eine Burg wenige Hundert Meter vom Mailänder Dom entfernt die Via Larga beherrscht, ist dagegen Stimmung. Auf dem Bürgersteig vor dem Gericht demonstrieren die Gegner des Premiers, die Berlusconi hinter Gittern sehen wollen.

"Alle Menschen sind gleich vor dem Gesetz" steht auf ihren Plakaten. Eine alte Dame im blauen Kostüm und frisch frisierten Haaren hat sich ein Plakat umgehängt: "Berlusconi nach Hause! " und "Staatsanwälte, Danke !" steht dort.

Aber auch junge Mädchen, die durchaus in das Beuteschema von Berlusconi passen könnten, protestieren gegen den Regierungschef: "Wir sind enttäuscht. Ich bin 20 Jahre alt, studiere, habe kaum eine Zukunft und kein Geld", beschwert sich Giulia, "und diese Mädchen bekommen Zehntausend Euro im Monat dafür, dass sie mit Berlusconi ins Bett gehen".

Gegner kritisieren politisch inszenierten Prozess

Auf der anderen Straßenseite sind es dagegen vor allem Herren in Berlusconis Altersklasse, die am Stand der PDL-Partei ihren Premier verteidigen. "Der Palast der Injustiz von Mailand tötet die Wahrheit und die Freiheit" steht in großen weißen Lettern auf den Flugblättern des Volks der Freiheit (PDL).

Den Rentner Aldo Salafia stören vor allem die Staatsanwälte, die in seinen Augen politisch motiviert sind "Ich demonstriere nicht gegen den Prozess an sich, sondern gegen die ideologisch linken Richter" sagt er. "Weil die Linke es nicht schafft, Berlusconi in den Wahlen zu besiegen, versucht sie den Staatsstreich dank der Richter".

Anklage wegen Prostitution

Berlusconi ist angeklagt wegen Prostitution mit Minderjährigen - der Marokkanerin "Ruby" - und wegen Amtsmissbrauch, weil er beim Polizeikommissariat Druck gemacht hat, Ruby freizulassen. Er muss in dem Prozess vor allem die Redseligkeit der vielen Mädchen fürchten, die im Laufe des Prozesses aussagen sollen. Sie könnten aussagen, dass er um das wahre Alter von Ruby wusste und vielleicht auch, dass er wusste, dass sie nicht die Nichte Mubaraks war. Viele dieser Mädchen haben sich schon im Vorfeld mit Berlusconis Anwälten getroffen und loben die Großzügigkeit des Premiers. Doch die ein oder andere könnte vielleicht doch ins Plaudern geraten, wenn sie im Zeugenstand steht.

Hollywood-Star als möglicher Kronzeuge

Auch der Schauspieler George Clooney ist keine sichere Bank für den Überlebenskünstler Silvio Berlusconi. Clooney spielt eine wichtige Rolle im Prozess: Ruby hatte behauptet, George Clooney und seine Freundin Elisabetta Canalis bei Berlusconi gesehen zu haben. Das soll der schöne George nun im Gerichtssaal dementieren und damit die Glaubwürdigkeit der Hauptzeugin im Prozess infrage stellen.

Doch George Clooney im Zeugenstand könnte sich nach Ansicht von Rechtsexperten auch als Boomerang erweisen: Clooney war zwar nicht mit Ruby in Berlusconis Villa in Arcore. Aber es gibt zumindest das Gerücht, dass George Clooney wegen der Darfur-Krise bei Berlusconi vorsprechen wollte, ihn in Begleitung mehrerer jungen Damen antraf und daraufhin kehrt gemacht haben soll. Sollte er dies vor Gericht bestätigen, wäre der Schauspieler ein Zeuge der Anklage und nicht der Verteidigung. Fest steht bislang nur: Der Prozess bleibt spannend, auch wenn er erst einmal vertagt ist.

Kommentare (1)

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che

06.04.2011, 15:42 Uhr

Shalom i Spiritui Sancto Vatikan,god bless the USA.30 Showgirls,3 Richterinnen,Berlusconi warum wollen die Frauen Sie fertig machen?Bei mir versuchen Sie es mit Giftstoff,Wieren Lug wie Schwul,doof und endlosem Betrug.

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