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06.06.2011

11:22 Uhr

Sexvorwürfe

Langes Vorspiel im Berlusconi-Prozess

Spektakulär sollte er werden, doch der mit Spannung erwartete Sexprozess gegen den italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi kommt einfach nicht vom Fleck.

Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi. Quelle: Reuters

Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi.

MailandBei der dritten Anhörung zum Fall Ruby stellte sich in Mailand zunächst Egidio Verzini aus Verona als neuer Anwalt der jungen marokkanischen Prostituierten vor. Mit ihr soll der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi bei „Bunga-Bunga“-Festen wiederholt Sex gehabt haben. Der neue Anwalt soll Ruby als Geschädigte vertreten.

Der 74-jährige Berlusconi war erneut nicht im Gerichtssaal, als seine Anwälte die von ihnen vorgelegten 16 Einsprüche erläuterten. Darunter ist die Frage, ob denn das Mailänder Geschworenengericht für diesen Fall überhaupt zuständig sein kann. Berlusconi wird Sex mit minderjährigen Prostituierten und Amtsmissbrauch vorgeworfen, weil er Ruby in seiner Funktion als Regierungschef vor dem Gefängnis bewahrt haben soll. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft.

Der Prozess ist weiterhin im Vorstadium: Die Staatsanwälte werden sich am 14. Juni zu den Vorstößen der Berlusconi-Verteidigung äußern können. Die Anwälte des Ministerpräsidenten sind davon überzeugt, in beiden Punkten der Anklage seine Unschuld beweisen zu können.

Das Gericht wollte voraussichtlich am 18. Juli über die Einsprüche der Verteidigung entscheiden. Es dürfte das Verfahren, das in Italien „Prozess des Jahres“ genannte wird, dann auf die Zeit nach der Sommerpause verschieben.

Von

dpa

Kommentare (1)

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DgBmdsS

06.06.2011, 15:01 Uhr

Cavaliere alter Schule, nirgends zeigt sich der Unterschied besser als zwischen einem erfolgreichen Selfmademiliardär und einem sozialistischen Politiker. Hier ausschweifende Bunga Bunga Feten mit Freunden, gesellschaftliche Ereignisse, für die ordentliche, internationale Gunstgewerblerinnen angeheurt werden, dort wird ein unterprivilegiertes Zimmermädchen Opfer eines notgeilen alten Mannes, und typisch sozialistisch, natürlich ohne Entgelt. Dann doch lieber ars vivendi a la Berlusconi.

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