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30.08.2014

12:23 Uhr

Showdown in Paris

Athen will die Troika „abschütteln“

Athen will endlich einen Schlussstrich unter das Kapitel Troikakontrolle ziehen. Steuererleichterungen und die Regelung des Schuldenberges sollen die Wirtschaft ankurbeln. Werden die Geldgeber dem zustimmen ?

Am 2. September treffen sich Griechenlands Regierung und die internationalen Geldgeber in Paris. Athen will ein Ende der Troikakontrolle. dapd

Am 2. September treffen sich Griechenlands Regierung und die internationalen Geldgeber in Paris. Athen will ein Ende der Troikakontrolle.

AthenDie Vorbereitungen Athens auf das nächste Treffen mit den Geldgebern an diesem Dienstag (2. September) laufen auf Hochtouren: Die dreitägigen Unterredungen mit der Troika aus Experten der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) werden diesmal in Paris stattfinden.

Die hochrangige griechische Delegation mit Finanzminister Gikas Hardouvelis an der Spitze soll nach den Worten des Regierungschefs Antonis Samaras „koordiniert zusammenarbeiten und mit dem besten Ergebnis (aus Paris) nach Griechenland zurückkommen“, berichtete die griechische Presse.

Athen will mit dem Treffen in Paris signalisieren, die Troika in ihrer jetzigen Form soll bald „abgeschüttelt werden“. Das sickert aus Regierungskreisen an die Presse durch. Zudem wolle Athen selbst mit einer „Agenda 2021“ neue Wachstums und Konsolidierungsziele setzen.

Noch nicht klar zu deutende Signale kommen vom Internationalen Währungsfonds IWF. Der bisherige als Hardliner geltende IWF-Vertreter in der Troika, der Däne Poul Thomsen, ist durch Rishi Goyal ersetzt worden. Bereits im Juli wurde der EU-Kontrolleur, der Deutsche Matthias Mors vom Iren Declan Costello ersetzt. Nur noch der deutsche EZB-Kontrolleur Klaus Masuch wird von der ursprünglichen Troika in Paris dabei sein.

Das Hilfsprogramm aus europäischen Quellen läuft Ende des Jahres ab. Der IWF soll noch bis 2016 Geld an die Griechen auszahlen. Es sind insgesamt knapp 13 Milliarden Euro. Athen wünscht sich ein Ende des IWF-Hilfsprogramms so schnell wie möglich.

So arbeitet die Troika

Regelmäßige Überprüfung

Die Troika ist eine Gruppe von Experten der Europäischen Zentralbank (EZB), der EU-Kommission und des Internationalen Währungsfonds (IWF). Seit dem Start des ersten Griechenland-Rettungspakets im Frühjahr 2010 überprüft sie alle drei Monate, ob Athen die Spar- und Reformauflagen erfüllt. Die einzelnen Tranchen der Notkredite geben die Eurozone und der IWF nur frei, wenn ihre Fachleute den griechischen Behörden vorher ein ausreichendes Zeugnis ausstellen und die Schuldentragfähigkeit als gesichert beurteilen.

Enge Zusammenarbeit

Die Experten arbeiten mit der Regierung in Athen beim Erstellen der Sparziele zusammen und geben auch Ratschläge zu ihrer Umsetzung.

Kein Geld ohne Zustimmung

Das Troika-Zeugnis ist für Griechenland von existenzieller Bedeutung.

Die Taskforce

Die Troika ist nicht zu verwechseln mit der sogenannten Taskforce. Diese Arbeitsgruppe der EU war im Sommer 2011 parallel zur Troika eingesetzt worden, um die griechische Konjunktur wiederzubeleben. Sie steht unter der Leitung des Deutschen Horst Reichenbach und soll bei der Umsetzung von Strukturreformen helfen, die die Troika Griechenland verschrieben hat.

Wer soll aber die IWF- Tranchen zahlen? Athen könnte hierfür einen großen Teil der rund elf Milliarden Euro einsetzen, die noch in einem Fonds zur Unterstützung griechischer Banken sind. Der Rest könnte aus Fonds des Europäischen Stabilisierungsmechanismus kommen, meint die Finanzpresse in Athen.

Wie Berlin diese Vorstellungen und Ansichten aus Athen beurteilt, ist bislang unklar. Es gebe aber bereits Gespräche dazu, heißt es aus Regierungskreisen in der griechischen Hauptstadt. Die Athener halten sich zum Stand der Diskussion jedoch bedeckt.

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