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11.01.2005

07:17 Uhr

Sicherheit außerhalb der Städte kann nicht gewährleistet werden

Anschläge auf Fluthelfer in Aceh befürchtet

Die indonesische Militärführung hat vor Rebellenangriffen auf ausländische Soldaten und Helfer in der Katastrophenprovinz Aceh gewarnt. Das indonesische Militär verstärkt deshalb seine Kontrolle über die internationale Hilfsaktion in der Katastrophenprovinz Aceh auf Sumatra.

Auch die Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks in Aceh sind offenbar in Gefahr. Foto: dpa

Auch die Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks in Aceh sind offenbar in Gefahr. Foto: dpa

HB JAKARTA. Mitarbeiter der Hilfsorganisationen können künftig nur noch mit militärischer Genehmigung in die Notgebiete außerhalb der Hauptstadt Banda Aceh reisen, bestätigte der Chef der indonesischen Hilfsoperation, Budi Atmaji. Gleicheitig warnte die Militärführung vor Rebellenangriffen auf ausländische Soldaten und Helfer in Aceh.

Oberbefehlshaber General Endriartono Sutarto sagte nach Angaben der „Jakarta Post“ vom Dienstag, Moslem-Rebellen könnten Ausländer angreifen, „um internationale Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.“ In Aceh sind auch Bundeswehrsoldaten an Hilfsaktionen beteiligt. Bisher hat es seit der Flutkatastrophe vom 26. Dezember keine Berichte über Zusammenstöße mit den Rebellen der moslemischen Bewegung GAM gegeben.

Ein Sprecher der Rebellen kündigte an, die seit der Flut geltende Waffenruhe in der Bürgerkriegsprovinz könne beendet werden, „wenn das Militär uns weiter für alle Sicherheitsprobleme verantwortlich macht“. Die Aufständischen kämpfen seit mehr als 30 Jahren in Aceh für einen unabhängigen islamischen Staat. Bei den Auseinandersetzungen kamen über 12 000 Menschen ums Leben.

Die indonesische Regierung hat am Dienstag ihre bisherigen Angaben über die Zahl der Opfer der Flutkatastrophe weitgehend bestätigt. Danach starben in Aceh und Sumatra nach offiziellen Angaben 104 055 Menschen. Gut 10 000 gelten noch als vermisst. Über 650 000 sind demnach in Flüchtlingslagern untergebracht.

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