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26.11.2013

13:36 Uhr

Sicherheitsabkommen Afghanistan

Karsai stellt USA Bedingungen

Die USA drohen dem afghanischen Präsidenten Karsai, das US-Militär schon 2014 abzuziehen. Doch Karsai stellt Bedingungen für die Unterzeichnung des Sicherheitspakt. Er fordert den sofortigen Stopp von US-Militärrazzien.

Streit um Truppenabzug

Afghanische Ratsversammlung billigt Truppenstatut mit USA

Streit um Truppenabzug: Afghanische Ratsversammlung billigt Truppenstatut mit USA

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Kabul/WashingtonDer afghanische Präsident Hamid Karsai verschärft seinen Konfrontationskurs gegen die USA. Für die Unterzeichnung des bilateralen Sicherheitspaktes stellte er im Gespräch mit der US-Sicherheitsberaterin Susan Rice neue Bedingungen. Dies rief am Dienstag neben einer scharfen Reaktion der USA auch Kritik in Afghanistan hervor. Die US-Regierung drohte mit dem Abzug ihrer Truppen nach 2014.

Karsai forderte nach Angaben eines Sprechers bei einem Treffen mit Rice unter anderem, dass das US-Militär sofort Razzien einstellt und keine Wohnungen von Afghanen mehr durchsucht. Nach dem Sicherheitspakt, der den Rahmen für den Verbleib amerikanischer Truppen nach dem Ende des Kampfeinsatzes setzt, sind solche Einsätze nach 2014 zu erlauben, wenn das Leben von Amerikanern direkt bedroht ist. Es sei essenziell, dass Zivilisten nicht mehr von US-Truppen getötet würden, sagte Karsais Sprecher. Außerdem forderte Karsai, alle afghanischen Häftlinge aus dem Gefangenenlager Guantanamo heimkehren zu lassen.

Das US-Präsidialamt erklärte, die neuen Bedingungen deuteten darauf hin, dass Karsai nicht zu einer umgehenden Unterzeichnung bereit sei. Rice sagte, ein Hinauszögern der Unterschrift bis nach April 2014 komme für die USA aber nicht infrage. Die Vereinigten Staaten und die Nato bräuchten Planungssicherheit. Ohne rasche Unterzeichnung bliebe den USA keine andere Wahl, als für die Zeit nach 2014 ohne jegliche amerikanische oder Nato-Truppen am Hindukusch zu planen. Bislang ist vorgesehen, dass ab 2015 ein etwa 8000 Soldaten starkes Kontingent nach dem Abzug der Kampftruppen im Land verbleibt, um unter anderem beim Aufbau und der Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte zu helfen.

Karsais Haltung löste auch bei Teilnehmern der großen afghanischen Ratsversammlung Kritik aus. „Er befindet sich jetzt in einer Konfrontation nicht nur mit den USA, sondern auch mit seiner eigenen Nation“, sagte ein ranghoher Politiker, der anonym bleiben wollte. Die Loja Dschirga hatte am Sonntag den Pakt mit den USA explizit gebilligt und Karsai zur Unterzeichnung aufgefordert. Doch dieser deutete an, dass er zunächst die Präsidentenwahl im April abwarten wolle. Karsai muss seinen Posten dann zwar räumen. Offenbar wolle er aber bis dahin sicherstellen, die Machtfäden selbst in der Hand zu halten, sagte der Politiker.

Kommentare (1)

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Hagbard_Celine

26.11.2013, 10:55 Uhr

HaHaHaHaHaHa, der ist richtig gut. Der Besatzer droht mit Truppenabzug...

Die USA werden erst dann Afghanistan verlassen wenn genug von deren Soldaten getötet worden sind, früher nicht.

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