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04.11.2011

10:34 Uhr

Sicherheitsbehörden

Libysche Waffen auf Schwarzmarkt aufgetaucht

Das Bundeskriminalamt sorgt sich um den Verbleib libyscher Waffen und befürchtet, dass sie in die Hände von Terroristen gelangen könnten. Eine Warnmeldung an den deutschen Zoll hat die Behörde bereits herausgegeben.

Waffendepot der libyschen Rebellen. dpa

Waffendepot der libyschen Rebellen.

BerlinBei den deutschen Sicherheitsbehörden wächst laut einem Bericht die Sorge, dass Waffen aus dem Arsenal der gestürzten libyschen Regierung in die Hände von Terroristen geraten könnten. Erste Fliegerfäuste vom Typ SA-7 aus russischer Produktion seien nach Erkenntnissen des Bundeskriminalamts (BKA) auf dem Schwarzmarkt in Libyens Nachbarland Ägypten aufgetaucht, berichtete das Online-Portal Bild.de.

Das BKA gehe davon aus, dass wahrscheinlich hunderte schultergestützte Gefechtsköpfe, die auf die Abwärme von Flugzeugtriebwerken reagieren, während der libyschen Revolutionswirren entwendet worden seien. Die Behörde habe diesbezüglich eine Warnmeldung an den deutschen Zoll herausgegeben.

Islamistischer Terror in Deutschland - Eine Chronologie

April 2002: Terrorgruppe Al-Tawhid

Der Polizei gehen mutmaßliche Anhänger der Al-Kaida-nahen Terrorgruppe Al-Tawhid ins Netz. Die Männer planten Angriffe auf das jüdische Gemeindezentrum in Berlin und jüdische Gaststätten in Düsseldorf. Sie müssen bis zu acht Jahre hinter Gitter.

März 2003: Terrorpläne gegen amerikanische Einrichtungen

Ein Tunesier wird verhaftet, der angeblich Attentate gegen amerikanische und jüdische Einrichtungen plante. Vor Gericht kann ihm das nicht bewiesen werden. Die Bundesanwaltschaft bleibt jedoch der Ansicht, dass ein Horrorszenario verhindert wurde.

März 2004: Islamistengruppe Ansar al Islam

Mitglieder der kurdisch-irakischen Islamistengruppe Ansar al-Islam planten, den damaligen irakischen Ministerpräsidenten Ijad Allawi während eines Deutschland-Besuches zu ermorden. Die Polizei hört ihre Telefongespräche ab und nimmt drei Männer fest. 2008 wird der Haupttäter zu zehn Jahren Haft verurteilt.

Juli 2006: Kofferbomber in Köln

Im Kölner Hauptbahnhof werden in zwei Regionalzügen Kofferbomben gefunden. Wegen Technikfehler explodierten sie nicht. Wenige Wochen später werden die Täter gefasst. Im Dezember 2008 wird der „Kofferbomber von Köln“ zu lebenslanger Haft verurteilt. Auslöser für die Tat waren laut Urteil Mohammed-Karikaturen in Zeitungen.

September 2007: Sauerland-Gruppe

Die islamistische Sauerland-Gruppe wird festgenommen. Vor Gericht müssen sich die vier Mitglieder wegen der Planung von Terroranschlägen auf Diskotheken, Flughäfen und US-Einrichtungen in Deutschland verantworten. 2010 werden sie zu Strafen bis zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt.

März 2011: Angriff auf US-Soldaten

Ein junger Kosovo-Albaner erschießt auf dem Flughafen in Frankfurt (Main) zwei US-Soldaten und verletzt zwei weitere schwer. Er gilt als extremistischer Einzeltäter. Auslöser für seine Tat soll ein Internetvideo gewesen sein, in dem angeblich US-Soldaten ein Haus in Afghanistan plündern und ein Mädchen vergewaltigen.

Rainer Wendt, Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), forderte zum Schutz der deutschen Flughäfen verschärfte Vorfeldkontrollen durch die Bundespolizei. Dies sei vor allem in den ausgedehnten Waldgebieten rund um die Einflugschneisen deutscher Flughäfen erforderlich, sagte Wendt zu Bild.de. Als mögliche Ziele für Terroristen kämen seiner Einschätzung nach auch ICE-Schnellzüge in Betracht.

Von

afp

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