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24.01.2013

14:32 Uhr

Sicherheitspolitik

Sicherheitskonferenz rückt Syrien und Mali in den Mittelpunkt

Die Top-Themen der Münchner Sicherheitskonferenz stehen fest. Die Konflikte in Syrien und Mali fordern die Aufmerksamkeit der knapp 150 Diplomaten und Wirtschaftsbosse. Wieder sind hochrangige Politiker mit dabei.

Wolfgang Ischinger, der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, gibt die Schwerpunkt-Themen der diesjährigen Konferenz bekannt. dpa

Wolfgang Ischinger, der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, gibt die Schwerpunkt-Themen der diesjährigen Konferenz bekannt.

MünchenDie Konflikte in Westafrika sowie im Nahen und Mittleren Osten sind die Schwerpunkt-Themen der Münchner Sicherheitskonferenz. „Diesen Krisenregionen werden wir mehr Aufmerksamkeit widmen müssen als in den Vorjahren“, sagt Organisator Wolfgang Ischinger am Donnerstag in München.

Frankreichs Außen- und Verteidigungsminister würden das Vorgehen in Mali erläutern. Vertreter der europäischen Nachbarn und US-Vizepräsident Joe Biden müssten sich fragen lassen, ob ihr Engagement in Westafrika angesichts eines drohenden Staatszerfalls in der Region ausreichend sei.

Bei den Gesprächen über den Syrien-Konflikt setze er Hoffnungen darauf, dass die internationale Gemeinschaft bei ihren Bemühungen vorankomme, das Blutvergießen zu beenden. „Je länger der Konflikt zwischen den ethnisch-religiösen Gruppen andauert, desto mehr vertieft sich der Hass“, mahnte der Ex-Diplomat Ischinger. Zu der Tagung am übernächsten Wochenende werden unter anderem der UN-Sondergesandte Lakhdar Brahimi, der Chef des syrischen Oppositionsbündnisses und Vertreter der Regierungen der Türkei und Katars erwartet.

Wolfgang Ischinger: Spitzendiplomat im Dienst der Sicherheit

Wolfgang Ischinger

Spitzendiplomat im Dienst der Sicherheit

Wolfgang Ischinger, Leiter der Sicherheitskonferenz, scheut die Auseinandersetzung nicht. Statt seine Gegner zu beschimpfen, bezieht er sie mit ein. Das hat dem umtriebigen Diplomaten einen hervorragenden Ruf eingebracht.

Auch den andauernden diplomatischen Zwist wegen der Atompläne des Irans werde Thema sein. Der iranische Außenminister Ali Salehi habe sein Kommen zugesagt. Zudem werde die künftige Verantwortung Europas angesichts der wachsenden Unabhängigkeit der USA von Ölimporten aus dem Mittleren Osten debattiert, sagte Ischinger.

Die Bundesregierung werde mit vier bis fünf Ministern auf der Tagung vertreten sein, darunter Verteidigungsminister Thomas de Maiziere und Außenminister Guido Westerwelle. Insgesamt erwarten die privaten Ausrichter des Treffens ein Dutzend Regierungschefs, fünf EU-Kommissare, 60 Bundestagsabgeordnete, zehn US-Senatoren und 60 Vorstandschefs.

Ischinger bemüht sich nach der Kritik der jemenitischen Friedensnobelpreisträgerin Tawakkul Karman im vergangenen Jahr um mehr Teilnehmerinnen an der Tagung. Der Anteil der Frauen auf der Teilnehmerliste sei mit 15 bis 20 Prozent etwa doppelt so hoch wie im Vorjahr.

Von

rtr

Kommentare (3)

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beobachter

24.01.2013, 15:05 Uhr

ich kann ja verstehen, dass der Gedanke an eine zunahme von failed states in relativer nähe zu europa nicht gerade angenehm ist, man sollte aber auch erkennen, dass die möglichkeiten von interventionen westlicher staaten zunehmend durch fehlende militärische mittel wie auch durch sich ändernde militärische gleichgewichte in den jeweiligen gebieten begrenzt werden und vielleicht sogar unmöglich werden.

Thomas-Melber-Stuttgart

24.01.2013, 16:22 Uhr

Man sollte dieses "failen" allerdings nicht mutwillig herbeiführen (z.B. Syrien).

beobachter

25.01.2013, 10:27 Uhr

dass kann jedoch bedeuten, dass man wie in Afghanistan jahre oder vielleicht sogar jahrzehnte wieder auswärtig involviert ist, mit allen Begleiterscheinungen. Ich glaube nicht, dass das dem bürger noch zu vermitteln ist. vielleicht müssen sich die entscheidungsträger eingestehen, dass es manche entwicklungen keine lösungen zu unseren bedingungen gibt.

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