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27.03.2014

12:51 Uhr

Siemens-Chef Kaeser in der Kritik

Der nächste Putin-Versteher

Nach Gerhard Schröder und Helmut Schmidt nun auch Joe Kaeser: Der Siemens-Chef zeigt nach seinem Besuch bei Wladimir Putin viel Verständnis für Russland. Unterläuft der Industrieboss die offizielle deutsche Politik?

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Siemens-Chef Joe Kaeser besucht Putin

Wirtschaftliche Zusammenarbeit: Siemens-Chef Joe Kaeser besucht Putin

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Berlin/ MoskauSiemens-Chef Joe Kaeser hat sein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin verteidigt. Kaeser sagte am Mittwochabend im „heute-journal“, „dass dieser Besuch schon sehr lange geplant war und wir uns von kurzfristigen Turbulenzen in unserer langfristigen Planung auch nicht übermäßig leiten lassen“. Er betonte, dass das Kanzleramt vorab informiert gewesen sei und keine Einwände erhoben habe.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte zuvor auf die Frage nach Einwänden gegen das Treffen gesagt, dass sie derzeit nichts dagegen habe, wenn deutsche Firmen Kontakte in Russland pflegten. Die SPD stellte sich hinter Kaeser, die Grünen äußerten scharfe Kritik.

Kaeser hatte Putin am Mittwoch besucht und in dessen Residenz am Rande von Moskau  auch den Chef der russischen Eisenbahn, Wladimir Yakunin, getroffen. Yakunin steht auf der Sanktionsliste der USA, seitdem Russland die ukrainische Halbinsel Krim annektierte. Kaeser hatte dazu im ZDF-„heute journal“ gesagt: „Wir schließen nicht Geschäfte mit Menschen ab, die zufällig ein Unternehmen leiten, sondern mit den Unternehmen als Ganzes. Und da sind Einzelpersonen in aller Regel zweitrangig.“

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Siemens-Chef Joe Kaeser hat Wladimir Putin in der Residenz Nowo-Ogarjowo getroffen und die „vertrauensvollen Beziehung“ zu russischen Unternehmen gelobt. Mit seinem Besuch beim Kremlchef hat uns Kaeser blamiert.

Auch sonst findet der Siemens-Chef nichts dabei, in der derzeitigen angespannten Lage nach Russland zu reisen und Putin zu treffen. Auf die Frage von ZDF-Moderator Claus Kleber, was er sich dabei gedacht habe, sagte Kaeser, „(…) dass wir uns von kurzfristigen Turbulenzen in unserer langfristigen Planung nicht übermäßig leiten lassen“. Kleber hielt dem Siemens-Chef entgegen, dass „Turbulenzen“ ein Ausdruck sei, der das Vorgehen Russland in der Krim-Krise „künstlich kleinmachen will“. Doch Kaeser konterte den Vorwurf und verwies darauf, dass Siemens schon seit 160 Jahren in Russland sei  und man in dieser Zeit schon „eine ganze Reihe von Herausforderungen „gemeinsam gemeistert“ und „einige Chancen gemeinsam ergriffen“ habe. „Insofern meine ich, ist es gut, wenn man im Dialog bleibt.“

Auch damit, dass er mit seinem Besuch alles konterkariere, was die westliche Welt im Moment versuche an Kulisse aufzubauen, um Putin klarzumachen, dass sein Verhalten nicht toleriert werde und er das ändert sollte, hat Kaeser kein Problem. Er sagt: „Wenn ich die Kommentare so mancher Altbundeskanzler bewerte, fühlt man sich nicht besonders allein. (…)“. Gemeint sind Gerhard Schröder und Helmut Schmidt, die beide Verständnis für Putins Vorgehen in der Krim-Krise geäußert hatten.

Kritik an dem Treffen wies er auch mit dem Hinweis auf eine gemeinsame Weltraummission von Russen und Amerikanern zurück. Für Siemens gehe es „weniger um Kalkül und schon gar nicht um Populismus, sondern darum, dass wir langfristige Beziehungen auch honorieren“.

Kommentare (34)

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27.03.2014, 09:13 Uhr

Danke, Herr Kaeser, dass Sie sich nicht diesen blödsinnigen Politikern anschließen!

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27.03.2014, 09:32 Uhr

Auch meinen DANK an Hr. Kaeser! Endlich mal wieder ein deutscher Konzernchef mit Rückgrat! Wünschte es wären mehr deutsche Konzerchefs so angagiert.
Diese deutsche Politik betreibt US-Außen-Wirtschaftspolitik. Diese Merkel-Union verkauft unsere deutsche Gesellschaft/Bürger immer mehr.
ESM (Euro-Schulden-Länder-Banken-Rettung auf Kosten uns deutschen Steuerzahler), EEG (eine Energiewende die uns Strom zum Luxusgut verschreibt und für einen Strompreis der nicht teuer genug sein kann laut Aussage von Angelika Merkel) und jetzt eine Außen-Wirtschaftspolitik, die nur den Amis zu Gute kommt und unsere Deutschen wie auch EU Wirtschaftsbeziehungen zu Russland einseitig auf Eis legt.
Diese Merkel ist nicht mehr TRAGFÄHIG und gehört, bevor diese Person noch mehr SCHADEN anrichtet, sofot abgesetzt!

Account gelöscht!

27.03.2014, 09:46 Uhr

Zitat : Merkel hatte zuvor auf die Frage nach Einwänden gegen das Treffen gesagt, dass sie derzeit nichts dagegen habe, wenn deutsche Firmen Kontakte in Russland pflegten.

- nicht zu fassen ! Die Firmen müssen bei der Murksel jetzt schon anfragen, ob sie Geschäfte ( Sicherung der Arbeitsplätze, Wohlergehen der Belegschaft ) mit Russland machen dürfen ...???

Jetzt hat aber die Uhr endgültig geschlagen !

Die ganzen Schleimer-Bosse aus der Wirtschaft sollten so langsam mal aus ihren Löchern kriechen und der Dampfplauderin ihre Meinung geigen !

Denn diese Dame hat den Ruin unserer Energieversorgung mit ihrer utopischen Energiewende in Gang gesetzt und jetzt versucht sie auch noch unsere Wirtschaft, die für unseren Wohlstand einsteht, zu ruinieren...?

Das Volk hat gewählt.......die GroKo ( SED ), den Untergang Deutschlands !

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