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12.05.2016

17:05 Uhr

Sierens Welt

Das unbekannte Reich der Mitte

VonFrank Sieren

Wer ist Xi Jinping? 98 Prozent der Deutschen ist dieser Name unbekannt. Wir wissen, wie wichtig China für die deutsche Wirtschaft ist, kennen das Land selbst aber nicht gut genug – das muss sich zwingend ändern.

Peking 

Den führenden Politiker der Volksrepublik im 20. Jahrhundert kennt immerhin jeder dritte Deutsche. Doch der Wissensstand der Deutschen über China ist stark ausbaufähig. dpa

Mao Zedong

Den führenden Politiker der Volksrepublik im 20. Jahrhundert kennt immerhin jeder dritte Deutsche. Doch der Wissensstand der Deutschen über China ist stark ausbaufähig.

Mal ehrlich: Welche chinesischen Persönlichkeiten kennen Sie – außer Mao Zedong? Die Antworten einer Emnid-Umfrage unter den Deutschen sind ernüchternd: Zwar kennt fast jeder dritte Deutsche Mao Zedong. Doch ihm folgt schon der Künstler Ai Weiwei, den nur noch – raten Sie mal – acht Prozent der Deutschen kennen. Konfuzius und der Reformer Deng Xiaoping fallen noch fünf Prozent ein. Den Staats- und Parteichef der aufsteigenden Weltmacht kennen jedoch nur zwei Prozent der Deutschen. Zur Erinnerung: Sein Name lautet Xi Jinping.

Das ist das Ergebnis der Huawei-Studie, die gestern der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Sie erfasst alle zwei Jahre die deutsch-chinesischen Befindlichkeiten. Das Fazit: Die Deutschen wissen fast nichts über China. Dies wäre im Grunde kein Problem, man kann sich mit vielem Sinnvollen nicht beschäftigen.

Unser Korrespondent, der Bestseller-Autor Frank Sieren („Geldmacht China“), gilt als einer der führenden deutschen China-Spezialisten. Er lebt seit über 20 Jahren in Peking.

Der Autor

Unser Korrespondent, der Bestseller-Autor Frank Sieren („Geldmacht China“), gilt als einer der führenden deutschen China-Spezialisten. Er lebt seit über 20 Jahren in Peking.

Gleichzeitig sind jedoch knapp zwei Drittel der Deutschen überzeugt, dass das chinesische Wirtschaftswachstum bedeutend für die deutsche Konjunktur ist. Fast ebenso viele Deutsche halten die deutschen Beziehungen zu China für gleichwertig zu den Beziehungen mit den USA. Und die meisten Deutschen sind davon überzeugt, dass die chinesischen Investitionen in Deutschland Arbeitsplätze schaffen.

Das ist schon eine erstaunliche Diskrepanz zwischen Bedeutung und Unwissen. Eine Lücke zwischen Schein und Sein, die wir nicht unterschätzen sollten. Denn vor allem dieses Unwissen führt dazu, dass ein Drittel der Deutschen China negativ sehen. 43 Prozent wollen sich nicht festlegen. Und nur ein Viertel der Deutschen ist positiv gegenüber China eingestellt.

Das sind ähnliche Ergebnisse wie vor zwei Jahren. Der einzige Trost für die Chinesen: Russland (51 Prozent negativ) und überraschenderweise Indien (33 Prozent negativ) haben noch schlechtere Werte – die USA sehen hingegen fast doppelt so viele Deutsche positiv. Tendenz allerdings deutlich fallend.

Kommentare (1)

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12.05.2016, 17:24 Uhr

Frankfurter Westend.....wo die Muse wohnt....?

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