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14.08.2015

12:26 Uhr

Sierens Welt

Purer Eigensinn

Die Abwertungswelle Pekings zeigt einmal mehr. Wenn es um die Währung geht, macht jeder Staat, was er will, meint Frank Sieren.

Unser Korrespondent, der Bestseller-Autor Frank Sieren („Geldmacht China“), gilt als einer der führenden deutschen China-Spezialisten. Er lebt seit über 20 Jahren in Peking.

Der Autor

Unser Korrespondent, der Bestseller-Autor Frank Sieren („Geldmacht China“), gilt als einer der führenden deutschen China-Spezialisten. Er lebt seit über 20 Jahren in Peking.

An das Strahlen in ihrem Gesicht kann ich mich noch sehr gut erinnern. Die deutschen China Manager haben sehr profitiert von der günstigen Konstellation niedriger Euro, hoher Yuan. Manche haben doppelt daran verdient. Der Bonus ist mit den Verkaufszahlen gestiegen und sie wurden in Yuan bezahlt. Klar haben sie gehofft, dass das noch lange so geht.

Aber sie wussten natürlich,  es würde irgendwann zu Ende sein, mit dem hohen Yuan. Und zwar an dem Tag an dem es für Chinas Entwicklung günstiger ist, die Währung aufzuwerten. Dieser Tag ist eben diese Woche gekommen. Sie wussten nicht, wann es kommen würde. Aber es lag schon irgendwie in der Luft in diesen Wochen, in denen die chinesische Regierung alle möglichen Joker gezogen hat, um die schwächelnde chinesische Wirtschaft nicht weiter durchsacken zu lassen.

Zahlen und Fakten zu China

Bevölkerung

China ist mit 1,37 Milliarden Menschen das bevölkerungsreichste Land der Erde.

Fläche

Auf einer Fläche von rund 9,5 Millionen Quadratkilometern ist China in 22 Provinzen und fünf Autonome Regionen gegliedert.

Sonderverwaltungszonen

Dazu kommen die beiden Sonderverwaltungsregionen Hongkong und Macau.

Hauptstadt

Die Hauptstadt des Reichs der Mitte ist Peking. Dort allein leben mehr als 20 Millionen Menschen – und das sind nur die offiziellen Zahlen.

Han und Minderheiten

Die große Mehrheit der Bevölkerung sind Han-Chinesen (91,6 Prozent), dazu kommen 55 Minderheiten.

Religion

Rund ein Fünftel der Bevölkerung hängt Volksreligionen an, dazu kommen sechs Prozent Buddhisten und 2,4 Prozent Muslime.

Stadt und Land

Mit 749 Millionen Menschen lebt die Mehrheit der Bürger (55 Prozent) in Städten.

Nun ist es passiert und es kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt für die deutsche Wirtschaft. Aber niemand in Deutschland kann ernsthaft erwarten, dass es die chinesische Regierung interessiert, ob der Zeitpunkt für Deutschland günstig ist oder nicht. Im Gegenteil, Peking setzte alles daran, dass niemand es vorher mitbekommt, so wie alle Währungshüter das tun.

Aus chinesischer Sicht ist es jedenfalls eine richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt. Und, wer sich nicht darauf nicht eingestellt hat, ist kein guter China Manager. Denn selbst, wenn China um zehn Prozent abwerten würde, könnte man das immer noch als fair bezeichnen. Halbe, halbe gewissermaßen.

Kommentare (1)

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Herr Peter Noack

14.08.2015, 15:13 Uhr

"Wenn es um Währung geht, macht jeder Staat was er will." Wenn es doch JEDER Staat macht, warum sollte es ausgerechnet China nicht machen? Wie machen es denn die 150 Dritteweltstaaten? Und wie machen es die Einzelnen Staaten der Eurozone? Also macht es doch nicht JEDER Staat. Wie kann also ein so profunder Kenner der Lage in China sich dem Mainstream der Wirtschaftsmeinungen anzuschließen?
Dass Hedgefonds gegen die chinesische Notenbank gewettet haben, ist wohl nicht erkannt worden, oder? Was muss eine Notenbank tun, wenn die Währung von Spekulationsheuschrecken angegriffen wird? Ja was wohl? Das was Draghi für die EZB 2012 getan hat?

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