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29.10.2015

11:31 Uhr

Sierens Welt zu Merkels Chinareise

Deutschland fehlt die Queen

VonFrank Sieren

Kanzlerin Angela Merkel ist zu Besuch in China, doch man spürt: Die neuen Freunde der Chinesen sind die Briten. Routine ist daher kein gutes Motto für die deutsch-chinesischen Beziehungen, meint Frank Sieren.

Unser Korrespondent, der Bestseller-Autor Frank Sieren („Geldmacht China“), gilt als einer der führenden deutschen China-Spezialisten. Er lebt seit über 20 Jahren in Peking.

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Unser Korrespondent, der Bestseller-Autor Frank Sieren („Geldmacht China“), gilt als einer der führenden deutschen China-Spezialisten. Er lebt seit über 20 Jahren in Peking.

PekingDie neuen Freunde sind immer lustiger als die alten. Das hat Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem achten Besuch in Peking heute zu spüren bekommen. Die neuen Freunde der Chinesen sind die Briten. Die haben goldene Kutschen, Humor, brauchen Atomkraftwerke und nörgeln nicht an China herum.

Erst vergangenes Wochenende ist Chinas Präsident Xi Jinping von seiner fulminanten England-Reise zurückgekehrt. Merkels Verteidigungslinie heute dazu war schwach: „Wir haben zwar keine Queen, können aber schöne Besuche für unsere chinesischen Gäste veranstalten.“ Worum es eigentlich geht: Noch nie hat China in einem westlichen Land so viel investiert. Aufträge im Wert von 73 Milliarden Euro.

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Die Briten lassen sich von den Chinesen preiswert und schnell ihre Infrastruktur ausbauen. Hochgeschwindigkeitszüge ebenso wie die Wasserversorgung. Peking überträgt das Afrikamodell auf betagte Industrienationen. Dafür bekommt Peking keine Bodenschätze, sondern Rückendeckung beim Aufbau des chinesischen Yuan zu einer neuen Weltwährung. Und London sieht sich bereits als Vermittler zwischen Europa und China, als neuer Strippenzieher in der Weltpolitik, nachdem London als politisches Gelenk zwischen Washington und Brüssel mehr Rheuma als Bewegungsspielraum erzeugt hat.

Wir Deutschen haben den Chinesen stets gepredigt, wie wichtig Wettbewerb ist. Nun hat Peking Wettbewerb in Europa entfacht – wieder einmal. Selbst Schuld: Statt mit einer Stimme zu Peking zu sprechen, tricksen sich Paris, London und Berlin aus. Der Merkel-Besuch hat allerdings auch gezeigt: Ganz so schnell, wie manche nun unken, übernehmen die Briten keine Führungsrolle.

Deutschland stemmt allein 30 Prozent des europäisch-chinesischen Handelsvolumens. Und natürlich brauchen die Chinesen noch Jahrzehnte die deutsche Weltklassetechnologie und übrigens auch die Deutschen den chinesischen Markt – nach Dieselgate mehr denn je.

Mag es in Zeiten der „neuen Normalität“ auch etwas schwieriger werden, die goldenen Zeiten sind längst nicht vorbei. Premierminister Li Keqiang zeigt Merkel morgen denn auch nicht aus Langeweile seine Heimatstadt Hefei.

Kommentare (5)

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Herr Peter Delli

29.10.2015, 11:46 Uhr

Deutschland stemmt allein 30 Prozent des europäisch-chinesischen Handelsvolumens.
Ist soviel wie mit Österreich, gewaltige Ausmaße.

Frau Lisa Anders

29.10.2015, 12:02 Uhr

Frau Merkel und Weitsicht...was für ein Witz! Diese Kanzlerin hatte von Anfang an keine Vision für Deutschland, im Gegenteil, nur noch Chaos und ein Hell- und Dunkeldeutschland.
Ob Energiewende, Elektromobilität, Eurorettung, Griechenland.......nirgends war Weitsicht im Spiel.

Herr Edmund Stoiber

29.10.2015, 18:36 Uhr

Merkel ist nur noch eine Episode!

Die Lachnummer Murksel wir in China höflich empfangen, aber das war's aber auch schon!

Ich bin sicher, dass die Chinesen bereits Murksel abgehakt und darauf spekulieren, dass wieder etwas politisch Substanzielles in Deutschland auftritt.

Nur wer....?

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