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30.12.2016

17:29 Uhr

Silvester 2016

So werden die Sicherheitsvorkehrungen in Europa erhöht

Nach den Anschlägen in diesem Jahr erhöhen die Polizisten die Sicherheitsvorkehrungen in europäischen Metropolen. In Berlin sollen die Feier-Meilen mit gepanzerten Fahrzeugen und Betonklötzen gesichert werden.

Sicherheitsmaßnahmen zu Silvester

Berlin bereitet sich auf große Silvesterfeier vor

Sicherheitsmaßnahmen zu Silvester: Berlin bereitet sich auf große Silvesterfeier vor

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Berlin/ParisNach dem Anschlag in Berlin hat die Polizei in Europas Großstädten die Sicherheitsvorkehrungen zu den Silvester-Feiern verstärkt. So werden in der deutschen Hauptstadt die Feier-Meilen den Behörden zufolge mit gepanzerten Fahrzeugen und Betonklötzen gesichert, Polizisten tragen Maschinengewehre, bis zu 1800 zusätzliche Beamte sind im Dienst. „Die mögliche Gefahr eines Anschlages, da werden alle Maßnahmen getroffen, um dies zu verhindern“, sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf.

In Mailand, wo ein Polizist den Berlin-Attentäter erschoss, werden die Sicherheitschecks auf den wichtigsten öffentlichen Plätzen verstärkt. Aus den Stadtzentren von Rom und Neapel wurden Lastwagen verbannt. Zudem sind auch dort Polizisten mit Maschinengewehren unterwegs.

Im Madrid werden 1600 zusätzliche Polizisten eingesetzt. Zudem wird die Zahl der Besucher für den beliebten Platz Puerta del Sol im Zentrum – wie schon im vergangenen Jahr – begrenzt. Es gibt scharfe Zugangskontrollen.

Die Chronologie der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof

21.00 Uhr

Auf dem Bahnhofsvorplatz und der Domtreppe kommen nach Polizeiabgaben 400 bis 500 augenscheinlich betrunkene Menschen zusammen, sie sind teilweise aggressiv. Unkontrolliert werden Böller und Raketen abgebrannt.

23.00 Uhr

Gedränge vor dem Hauptbahnhof, mittlerweile sind mehr als 1000 Menschen zusammengekommen. Es handelt sich „ausschließlich um junge Männer“, wie die Polizei später berichtet. Nach wie vor werden Raketen abgeschossen, einige davon absichtlich in die Menge. Polizeidirektor Michael Temme beschreibt die Stimmung im Nachhinein als „aggressiv“.

23.15 Uhr

Teile der Menge werden von einigen Menschen eingekreist. Mehrere Handys sollen dabei gestohlen worden sein. Weiterhin werden Raketen und Böller gezündet.

23.30 Uhr

Die Polizei räumt die Domtreppe und den Bahnhofsvorplatz, aus Sicherheitsgründen und um eine Panik zu vermeiden, wie es heißt. Nach ihren Angaben beruhigt sich die Situation.

00.30 Uhr

Nach Angaben des „Kölner Stadt-Anzeigers“ herrscht am Hauptbahnhof eine aggressive Stimmung: Mindestens 200 angetrunkene junge Männer mit ausländischem Hintergrund pöbeln in der überfüllten Bahnhofshalle Passanten an und belästigen zahlreiche Frauen.

00.45 Uhr

Die Lage beruhigt sich laut Polizei zunächst. Der Zugang zum Hauptbahnhof wird wieder freigegeben, der Platz füllt sich erneut. Erste Strafanzeigen von betroffenen Frauen wegen Diebstahls, einige von ihnen berichten laut Polizei von sexuellen Übergriffen aus den Gruppen heraus auf Passanten. Es werden alle Beamten vor dem Hauptbahnhof zusammengezogen, knapp 150 Polizisten sollen im Einsatz sein. Frauen ohne Begleitung werden angesprochen und zum Bahnhofseingang begleitet. Es soll aber auch im Bahnhof Übergriffe geben. Dort ist allerdings nicht die Kölner Polizei zuständig, sondern die Bundespolizei.

04.00 Uhr

Nach Einschätzung der Polizei beruhigt sich die Lage wieder.

08.57 Uhr

In einer Pressemitteilung schreibt die Polizei, die Silvesterfeier „auf den Rheinbrücken, in der Kölner Innenstadt und in Leverkusen [sei] friedlich“ verlaufen. Die Vorgänge am Dom werden nicht erwähnt.

02. Januar, 17.00 Uhr

Kölns Polizei informiert jetzt auch über die Übergriffe. Es seien Anzeigen von 30 Betroffenen erstattet worden, eine Ermittlungsgruppe wird eingerichtet.

In Paris, wo die Extremisten-Organisation Islamischer Staat (IS) vor rund einem Jahr 130 Menschen tötete, werden an Eiffelturm, Triumphbogen und Champs-Elysees schwer bewaffnete Kräfte eingesetzt. Insgesamt sollen in Frankreich den Behörden zufolge 90.000 Polizisten und tausende Soldaten für Sicherheit bei den Feierlichkeiten sorgen.

In Brüssel, wo im März 16 Menschen durch den IS getötet und 150 weitere verletzt wurden, wurde zeitweilig eine Absage des Feuerwerks erwogen. Vor wenigen Tagen gab der Bürgermeister dann aber doch grünes Licht für das Spektakel.

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Bei NRW-Innenminister Ralf Jäger türmen sich die Probleme. Auch der Fall Anis Amri bringt den SPD-Politiker in die Bredouille. In der Silvesternacht könnte sich sein politisches Schicksal entscheiden.

In München erklärte eine Sprecherin der Polizei, es lägen keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung vor. Deshalb seien zum Jahreswechsel zwar mehr Polizisten im Einsatz als an einem normalen Wochenende, aber nicht mehr als üblicherweise zum Jahreswechsel.

In München gab es zum Jahreswechsel 2015/16 eine Warnung vor einem Anschlag. Der Verdacht erhärtete sich aber nicht. Im Jahresverlauf wurde Bayern dann von Anschlägen und Amokläufen in München, Ansbach, Würzburg und Grafing bei München erschüttert.

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Das schockierende Geschehen auf der Kölner Domplatte soll sich nicht wiederholen: Deutschland wird diesmal einen außergewöhnlichen Jahreswechsel erleben. Überall wird Sicherheit großgeschrieben.

Neben der Anschlagsgefahr gilt das Augenmerk nach den Vorfällen von Köln zudem verstärkt der Verhinderung sexueller Übergriffe. In Wien will die Polizei tausende kleiner Taschen-Alarme an Frauen verteilen, die diese im Notfall aktivieren können. In Köln wurden neue Überwachungskameras installiert.

In Berlin seien die Beamten auf das Erkennen von Übergriffen sensibilisiert. „Wir achten ganz genau darauf, ob sich irgendwo Gruppen bilden, wo vielleicht Frauen oder auch andere bedrängt werden“, sagte Polizeisprecher Neuendorf. Und er schickt noch einen Appell hinterher: „Selbst wenn man angetrunken ist, ein Nein ist ein Nein, und falls Sie sexuell bedrängt werden, rufen Sie die Polizei. Wir kümmern uns.“

Von

rtr

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