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07.01.2016

15:56 Uhr

Silvester in München, Brüssel und Istanbul

IS soll Anschläge in ganz Europa geplant haben

Die Terrormiliz Islamischer Staat sei so mächtig wie nie zuvor, warnt der Bundesnachrichtendienst. Türkischen Medienberichten zufolge hatten die Islamisten für Silvester Anschläge in ganz Europa geplant.

Im Nahen Osten kontrolliert der IS inzwischen eine Region in Staatsgröße. Nun will er seinen Kampf nach Europa tragen. ap

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Im Nahen Osten kontrolliert der IS inzwischen eine Region in Staatsgröße. Nun will er seinen Kampf nach Europa tragen.

IstanbulDie Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hatte einem Medienbericht zufolge in der Silvesternacht Simultan-Anschläge in München und fünf weiteren europäischen Städten geplant. Der türkische Geheimdienst habe die europäischen Partner rechtzeitig gewarnt, berichtete die englischsprachige „Hürriyet Daily News“ am Donnerstag unter Berufung auf Regierungsvertreter. Nach Einschätzung des Bundesnachrichtendienstes (BND) suche der IS den „direkten Kampf mit dem Westen“, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“.

In München waren in der Silvesternacht nach Hinweisen eines „befreundeten Nachrichtendienstes“ auf mutmaßliche Anschlagspläne der Hauptbahnhof und der Bahnhof Pasing für mehrere Stunden gesperrt worden. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte den IS als mutmaßlichen Auftraggeber genannt. Allerdings konkretisierten sich die Verdachtsmomente bislang nicht, potenzielle Attentäter wurden nicht öffentlich identifiziert.

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Die „Hürriyet Daily News“ berichtete nun unter Berufung auf nicht näher genannte Regierungsvertreter, der türkische Geheimdienst MIT sei nach der Festnahme von zwei mutmaßlichen IS-Mitgliedern in Ankara auf die Anschlagspläne gestoßen. Die beiden Verdächtigen sollen demnach zu Silvester Selbstmordanschläge in der türkischen Hauptstadt geplant haben. Zeitgleich hätten andere IS-Extremisten in München sowie in Belgien, Großbritannien, Frankreich und Österreich zuschlagen wollen. Deutsche Stellen hätten sich bei der Türkei für die Hinweise bedankt. Die türkische Regierung gab zu dem Bericht keine Stellungnahme ab.

Für Brüssel waren das Neujahrsfeuerwerk und andere öffentliche Feiern am Vorabend von Silvester abgesagt worden, die Stadt hatte von einer „ernstzunehmenden Bedrohungslage“ gesprochen. Zwei Verdächtige – Mitglieder einer Motorradgang – sind in Untersuchungshaft. In Paris waren wegen einer „allgemeinen Drohung des IS“ ein Feuerwerk abgesagt und die Feier auf den Champs-Elysées verkürzt worden. Zu der Anschlagsserie am 13. November in Paris, bei der 130 Menschen getötet worden waren, hatte sich der IS bekannt.

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