Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.01.2012

17:52 Uhr

Silvesterfeier

Monti wehrt sich gegen Verschwendungsvorwurf

Hat Mario Monti Silvester auf Staatskosten gefeiert? In seiner Antwort auf eine Anfrage des oppositionellen Senators Calderoli hat der Staatschef sämtliche Vorwürfe zurückgewiesen - und seinen Humor aufblitzen lassen.

Hat die Silvesterfeierlichkeiten nur mit einem "einfachen Abendessen privater Natur" begangen: Mario Monti hat Humor. AFP

Hat die Silvesterfeierlichkeiten nur mit einem "einfachen Abendessen privater Natur" begangen: Mario Monti hat Humor.

RomSilvio Berlusconis ausschweifende Privatpartys sind legendär - sein Amtsnachfolger Mario Monti dagegen pflegt zu feierlichen Anlässen offenbar einen eher nüchternen und zudem höchst familiären Stil. Auf eine Anfrage des oppositionellen Senators Roberto Calderoli von der Lega Nord hat Italiens Regierungschef nun ausführlich Auskunft darüber gegeben, wie er dieses Jahr Silvester gefeiert hat. Der für Provokationen bekannte Calderoli hatte Monti verdächtigt, ausgiebig auf Staatskosten gefeiert zu haben, während Italien im Schuldensumpf versinkt.

Dies wies Monti mit dem ihm eigenen trockenen Humor zurück - nachdem er Calderoli in dem Antwortschreiben seine „Dankbarkeit“ zum Ausdruck brachte, das Thema vorgebracht zu haben. Bei seiner Silvesterfeier habe es sich um ein „einfaches Abendessen privater Natur“ in seiner Wohnung gehandelt. „Anwesend waren Mario Monti, seine Frau, ihre Tochter und ihr Sohn mit ihren jeweiligen Partnern, Frau Montis Schwester nebst Gatten, und vier Enkelkinder der Montis im Alter zwischen anderthalb und sechs Jahren.“ Die Gäste hätten, „selbstverständlich auf eigene Kosten“, in einem nahegelegenen Hotel übernachtet.

Aufgetischt wurde bei der Feier auch kein Staatsbankett, sondern ein traditionelles italienisches Silvestermenü mit Tortellini, Linsen mit Kochwurst und einem Kuchen. Die Einkäufe habe Frau Monti höchstpersönlich erledigt, das Essen dann auch „zubereitet und serviert“. Es habe folglich keine „direkten oder indirekten Personalkosten“ gegeben, fuhr Monti fort. Gleichwohl müsse er einräumen, „nicht ausschließen zu können, dass die relativ hohe Zahl an Gästen - zehn - leicht erhöhte Strom-, Gas- und Wasserkosten“ verursacht habe.

Eine kleine Spitze konnte sich Monti nicht verkneifen: Den Hinweis auf seinen Verzicht auf Entlohnung seiner Arbeit. „Die Kosten des Abends wurden persönlich von Mario Monti beglichen, der, wie der Antragsteller nicht vergessen haben wird, auf seine Gehälter als Regierungschef und Finanzminister verzichtet.“

Von

afp

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Peer

05.01.2012, 20:25 Uhr

Nettes Schauspiel, was der Notenbanker Monti da hat initiieren lassen.

Nur ein Narr denkt, dass dieser Medienbericht nicht gekauft war

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×