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09.05.2014

13:24 Uhr

Silvio Berlusconi

Ab ins Altenheim

VonKatharina Kort

Es sollte eine Strafe für Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi sein. Doch schon beim Antritt seines Sozialdienstes im Altenheim zeigt sich: Selbst daraus könnte das Kommunikationsgenie noch Kapital schlagen.

Italiener verärgert über Berlusconi

„Er kommt ja nicht um den Alzheimer-Patienten zu helfen“

Italiener verärgert über Berlusconi: „Er kommt ja nicht um den Alzheimer-Patienten zu helfen“

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Mailand„Ab nach San Vittore!” ruft ein Mann, als Silvio Berlusconi im dunklen Audi bei dem Altenheim Sacra Famiglia di Cesano Boscone im Norden Mailands vorfährt. San Vittore ist das bekannte Mailänder Gefängnis. In Cesano Boscone dagegen liegt das Institut, in dem Berlusconi an diesem Freitag um viertel vor zehn nach langem juristischen Hin- und Her seinen Sozialdienst antritt. Zehn Monate lang soll er sich hier einmal pro Woche vier Stunden um Alzheimer-Patienten kümmern.

Das ist Teil seiner Strafe für den Steuerbetrug mit seinem Fernsehsender Mediaset. In dem Prozess ist er auch in letzter Instanz verurteilt worden. Er darf mehrere Jahre keine öffentlichen Ämter ausüben und zunächst sah es sogar so aus, als müsse er die ursprüngliche Haftstrafe – die er aufgrund seines Alters nicht im Gefängnis verbringen muss – im Hausarrest absitzen. Stattdessen kann er nun als Altenpfleger Buße tun.

Witzig findet er da wohl nicht. Denn vor Antritt der Strafe sagte er: Es sei lächerlich zu meinen, man könne ihn jetzt umerziehen. Sozialer Dienst für jemanden, der Italien als Regierungschef geführt und G8-Gipfel geleitet habe, „das ist eine lachhafte Sache, nicht für mich, sondern für das Land.“

Doch Hausarrest hätte ihm politisch vielmehr geschadet. Statt dessen kann er nun einmal die Woche in der Nähe seiner Mailänder Villa vier Stunden seinen Dienst leisten und sich die restlichen sechs Tage dem Wahlkampf und der Politik widmen. Berlusconi darf zwar nicht mehr im Parlament sitzen. Aber er ist immer noch der Kopf seiner wieder gegründeten Forza Italia.

Kein Wunder, dass Kritiker bereits befürchten, dass das Kommunikationsgenie Berlusconi auch seinen Aufenthalt bei den Senioren zu Wahlkampfzwecken nutzt. Schließlich sind die über 65-Jährigen schon immer die wichtigste Wählergruppe für ihn gewesen, insbesondere die Frauen.

Kommentare (4)

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09.05.2014, 13:34 Uhr

Der Typ hat Geschmack,

Danke für die nette VW-Webung

Account gelöscht!

09.05.2014, 14:21 Uhr

"Zehn Monate lang soll er sich hier einmal pro Woche vier Stunden um Alzheimer-Patienten kümmern. "
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Das ist von 4 Jahren Knast übriggeblieben? Was für eine lächerliche Posse!
Übrigens würde ich mich als Angehöriger eines in Pflege befindlichen Alzheimer-Patienten dafür "bedanken", wenn dieser publicitygeile, narzistische Clown auch nur in die Nähe kommt, will sagen, da würde ich ein Umgangsverbot aussprechen. M.E. ist das eine Zumutung für die Patienten und das reguläre Pflegepersonal.
Einfach nur unglaublich!

Account gelöscht!

09.05.2014, 15:39 Uhr

Da gehört er eigentlich auch schon hin, bei seinen Auslassungen! Leidet auch schon unter geistiger Verwirrung..aber das schon seit längerem!:-) In der Sch...in der Italien steckt, dafür können sich die Italiener eigentlich bei ihm bedanken, denn anstatt den Zinsvorteil der €-Einführung zu nutzen um die schon damals extensive Verschuldungsquote zu reduzieren, wurde das Geldausgeben ge-leveraged und mherheitlich zu Gunsten seiner Taschen und seines politischen Umfeldes! Aber das lief ja überall so! Ein Karrikatur die aber fast jeder in der Welt kennt!

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