Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.12.2012

15:34 Uhr

Simbabwe

Mugabe will Firmen zu 100 Prozent in Besitz von Schwarzen bringen

Simbabwes Präsident startet in den Wahlkampf - und zwar mit dem Vorschlag, Firmen zu 100 Prozent in den Besitz von schwarzen Einheimischen zu bringen. Wer sich nicht „unterwerfen“ wolle, solle „weggehen“, so Mugabe.

Simbabwes Präsident Robert Mugabe . dapd

Simbabwes Präsident Robert Mugabe .

GweruSimbabwes Präsident Robert Mugabe will Unternehmen in seinem Land künftig zu hundert Prozent in die Hand von schwarzen Eignern bringen. Das bisher geltende Gesetz, das einen Anteil von mindestens 51 Prozent für schwarze Einheimische am Kapital von Firmen vorsieht, müsse ausgeweitet werden, sagte der langjährige Staatschef vor Anhängern seiner Partei ZANU-PF am Freitag. Schon gegen die bisherige Regelung hatten ausländische Unternehmen und auch die Bundesregierung heftig protestiert.

"Die Ansicht, dass Kapital wichtiger als alles andere ist, ist Unsinn", sagte Mugabe auf dem letzten Parteikongress der ZANU-PF vor den Wahlen im kommenden Jahr vor 5000 Delegierten. "Das ist eine schmutzige, dreckige und kriminelle Philosophie." Ihm reiche es jetzt mit den bisher geltenden 51 Prozent. "Machen wir 100 Prozent daraus", sagte der 88-jährige Mugabe bei dem Treffen in der Stadt Gweru. "Wer sich den Regeln nicht unterwerfen will, soll weggehen."

Mugabe hatte im Jahr 2010 das Gesetz unterzeichnet, das allen ausländischen Firmen vorschreibt, 51 Prozent ihrer Anteile an schwarze Einheimische zu verkaufen. Er hatte dies damit gerechtfertigt, dass so eine in der Kolonialzeit begründete materielle Ungleichheit zwischen Schwarzen und Weißen beseitigt werde. Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) hatte die Einschränkung der Rechte ausländischer Firmen bei einem Besuch Anfang des Monats kritisiert.

Mugabe ist seit der Unabhängigkeit des früheren Rhodesiens von Großbritannien im Jahr 1980 an der Macht. Ihm wird vorgeworfen, für die Vertreibung weißer Landwirte und den Niedergang der Wirtschaft in der einstigen Kornkammer Afrikas verantwortlich zu sein. Die Präsidentschaftswahl von 2008 war von Gewalt überschattet gewesen. Erst unter internationalem Druck einigte Mugabe sich schließlich mit seinem Rivalen Morgan Tsvangirai auf eine Machtteilung. Tsvangirai übernahm das Amt des Ministerpräsidenten, während Mugabe Staatschef blieb.

Von

afp

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

07.12.2012, 15:54 Uhr

Warum hofiert die Bundesregierung dann noch so einen Diktator? Herr Niebel hätte, statt "Kritik zu Üben" lieber den Geldsack zusperren sollen. Leider meint er nur den Leuten zu helfen: In Wirklichkeit hilft er Mugabe.

Account gelöscht!

07.12.2012, 15:59 Uhr

Tja, so ist das und wenn hier einer seine Wohnung nicht mehr an diverse (nicht alle) Migranten auch nur vermieten möchte wegen schlechter Erfahrungen, wird er an den öffentlichen Gesinnungspranger gestellt.

Und sorry aber Geld für Afrika? Diese ganzen Aktionen haben nichts weiter als noch mehr Leid verursacht.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×