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02.06.2011

08:20 Uhr

Singapur-Visite

Angela Merkel wirbt in Fernost für den Euro

VonDaniel Goffart

Trotz der aktuellen Euro-Krise legt Kanzlerin Angela Merkel in Singapur ein kräftiges Bekenntnis zum Euro ab. Asien setzt auf die europäischen Währung als Gegengewicht zur Dominanz des US-Dollars. Bei der Besetzung des IWF-Chefpostens spricht sie sich gegen „Erbhöfe“ aus.

Bundeskanzlerin Angela Merkel in Singapur Quelle: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel in Singapur

SingapurAm letzten Tag ihrer Asienreise wird Angela Merkel gleich zweimal eine große Ehre zuteil. Am Morgen erhält sie im tropischen Orchideengarten von Singapur in einer feierlichen Zeremonie unter einem cremefarbenen Baldachin eine extra für sie gezüchtete Orchidee. "Dendrobium Angela Merkel" heißt die zarte, wunderschön geformte weiß-violette Blüte, von der Blumenliebhaberin Merkel einen Ableger mit nach Hause nehmen kann. In ihrem Büro im Kanzleramt stehen zwar schon Orchideen, aber der saalgroße und nüchtern eingerichtete Raum kann noch etwas bunte, blumige Farbtupfer vertragen.

Nur wenig später ganz in der Nähe des prachtvollen Tropengartens hält die Kanzlerin dann am Institut für südostasiatische Studien einen Vortrag im Rahmen der renommierten "Singapur-Lectures". Das Recht zu dieser Rede steht nur Staatsgästen oder anderen hohen Persönlichkeiten zu. Merkel ist die erste Frau, die eine solche Ansprache hält.

Zwischen den globalen Mega-Themen wie US-Haushaltskrise, Finanzmarktreformen, Fukushima und arabischem Frühling wählt die deutsche Regierungschefin zwei Schwerpunktthemen: Die gefährdete Freiheit des Welthandels und der Euro stehen im Mittelpunkt von Merkels Rede.

Mit Blick auf den aufstrebenden Handelsplatz Singapur wirbt Merkel nachdrücklich für einen Abschluss der seit zehn Jahren stagnierenden Doha-Runde. "Das ist der Königsweg", insistiert Merkel. "Es ist kein anderer Weg denkbar, auf dem die Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer ohne Diskriminierung von den Möglichkeiten eines freien Handels profitieren können.". Die Kanzlerin kündigte an, dass im Rahmen der G-20 ein neuer Anlauf gemacht werde, um die bestehenden Handelshemmnisse abzubauen. Sollte dies nicht zum Erfolg führen, werde man den mühsamen "Weg der kleinen Schritte über bilaterale Handelsabkommen weiter beschreiten".

Kommentare (3)

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Gast44

02.06.2011, 09:48 Uhr

"Wir haben kein Problem mit dem Euro, sondern wir haben ein Schuldenproblem"
Nur die halbe Wahrheit - teilweise Ursache der Schulden ist doch, dass Länder wie Griechenland & Portugal mehr importieren als exportieren und damit ein permanentes Defizit haben.
Diese Länder hätte nie gemeinsam mit "Exportweltmeister" Deutschland in eine gemeinsame Währung gedurft.

Account gelöscht!

02.06.2011, 11:12 Uhr

Mag sein, aber deshalb wird es noch kein Euro-Problem, sondern bleibt ein Schuldenproblem. Der Euro bleibt sogar dann unsere einzige Währung, wenn die gesamte EU pleite ist.

Siehe USA: Pleite an allen Fronten und trotzdem gibt es den Dollar, egal wieviel der wert ist.

Selbst nach einer Hyperinflation bleiben Dollar und Euro erhalten. Dann streicht man ein paar Nullen.

Rainer_J

02.06.2011, 18:28 Uhr

Oder Klartext: Griechenland ist für den Euro nicht geeignet und hat sich ja auch durch Bilanzfälschung reingeschnuggelt. Das sollte für Deutschland Grund genug sein aus der Eurozone auszutreten (wer weiß, was bei den PIGS noch für Wahrheiten schlummern). Jeder weitere Tag in der Eurozone verschwändet deutsches Steuergeld! Der Euro hat versagt! Beweis dafür ist der illegale Rettungsschirm der EUdSSR! Aber Rettungsschirme haben folgende Eigenschaft: Es geht trotzdem nach unten, nur langsamer!

Dazu kommt, dass die deutsche Bevölkerung nicht gefragt wurde und sicher ca. 80% dagegen gestimmt hätten!

Wenn mein Nachbar nicht mit Geld umgehen kann, dann hat er auch keinen Anspruch darauf, dass ich mich an seine Kosten beteilige, nur weil ich in der Nähe wohne!

Die PIGS-Schmarotzer müssen ihre hausgemachten Probleme selbst lösen! Faulheit darf nicht belohnt werden!

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