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09.07.2014

09:41 Uhr

Sinkende Inflationsrate

Chinas Zentralbank wird handeln

Wachstumsziele rücken in die Nähe des Möglichen: In China sinkt die Inflationsrate, die Verbraucherpreise stiegen nicht so stark wie in den Vormonaten. Experten sehen darin, einen großen Spielraum für die Geldpolitik.

Ein chinesischer Bankangestellter zählt US-Dollar hinter einem Bündel chinesischer Yuan-Noten. Die sinkende Inflationsrate in China sorgt für neue Hoffnung. dpa

Ein chinesischer Bankangestellter zählt US-Dollar hinter einem Bündel chinesischer Yuan-Noten. Die sinkende Inflationsrate in China sorgt für neue Hoffnung.

PekingDie sinkende Inflation eröffnet der chinesischen Zentralbank Spielraum für Konjunkturhilfen. Die Verbraucherpreise stiegen im Juni nur noch um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, teilte die Statistikbehörde am Mittwoch mit. Im Mai waren es noch 2,5 Prozent. Die Teuerungsrate entfernte sich damit weiter vom Zielwert der Regierung von 3,5 Prozent. Die Produzenten senkten ihre Preise sogar um 1,1 Prozent und damit den 28. Monat in Folge, was als Hinweis auf eine schwache heimische Nachfrage gilt.

Das öffnet die Tür für eine umfassende Lockerung der Geldpolitik wie Zinssenkungen, um die Konjunktur zu stützen", sagte Analyst Wang Jin von Guotai Junan Securities in Shanghai. Viele Ökonomen gehen mittlerweile davon aus, dass Peking in den kommenden Monaten neue Maßnahmen bekanntgeben wird, um das Wachstumsziel von 7,5 Prozent im kommenden Jahr zu erreichen. „Die gedämpfte Inflation eröffnet einen großen Spielraum für die Geldpolitik", sagte Ökonomin Julia R Wang von HSBC.

Die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen

Handelsvolumen

China ist der nach Frankreich und den Niederlanden der größte Handelspartner Deutschlands. 2013 wurden Waren im Wert von mehr als 140 Milliarden Euro ausgetauscht. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) geht davon aus, dass China in etwa zehn Jahren zum Handelspartner Nummer eins aufsteigen wird.

Exporte

Die Exporte nach China summierten sich 2013 auf rund 67 Milliarden Euro. Exportschlager sind Maschinen, Fahrzeuge und chemische Produkte. Für Unternehmen wie Audi ist China bereits der wichtigste Absatzmarkt.

Importe

Die Chinesen schickten 2013 Waren im Wert von gut 73 Milliarden Euro hierher und damit etwa viermal so viel wie 2000. Vor allem Computer, Handys und Elektronik liefert der Exportweltmeister nach Deutschland. Weitere Verkaufsschlager sind Bekleidung und elektrische Ausrüstungen.

Investitionen

Mehr als 26,5 Milliarden Euro haben deutsche Unternehmen bislang in China investiert. Etwa 4000 Firmen sind dort aktiv. Allein 2012 stiegen die deutschen Investitionen in der Volksrepublik um 28,5 Prozent auf 1,45 Milliarden Dollar. Umgekehrt zieht es immer mehr Chinesen nach Deutschland. 98 Unternehmen siedelten sich 2012 hierzulande neu an - China ist damit Auslandsinvestor Nummer drei, nach den USA und der Schweiz. 2000 Unternehmen sind inzwischen hier ansässig.

Zu Jahresbeginn war die Wirtschaft mit 7,4 Prozent so langsam gewachsen wie seit anderthalb Jahren nicht mehr. Experten gehen davon aus, dass die Banken künftig weniger Geld bei der Zentralbank hinterlegen müssen, wodurch sie mehr Kredite vergeben werden können. Die Regierung hat angesichts der Konjunkturabkühlung bereits reagiert und ihre Kassen geöffnet. Die Staatsausgaben stiegen im Mai um fast ein Viertel auf 1,3 Billionen Yuan (rund 154 Milliarden Euro). Mit dem Geld wird beispielsweise der Ausbau des Schienennetzes beschleunigt. Mehr Geld fließt auch in den öffentlichen Wohnungsbau.

Von

rtr

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