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22.02.2016

09:41 Uhr

Sipri-Bericht

Der Waffenhandel floriert wieder – besonders in Nahost

Zwischen 2011 und 2015 haben die Rüstungsverkäufe wieder zugenommen. Größter Exporteur sind die USA. Geliefert werden die Waffen, wo sie gerade gebraucht werden – und das ist wegen des Syrien-Konflikts der Nahe Osten.

Scharfschützengewehre finden vor allem im Nahen Osten immer mehr Abnehmer. Aber auch andere Rüstungsgüter werden in diese Region geliefert. Reuters

Waffenhandel nimmt zu

Scharfschützengewehre finden vor allem im Nahen Osten immer mehr Abnehmer. Aber auch andere Rüstungsgüter werden in diese Region geliefert.

Stockholm:

Der Handel mit Waffen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Die Rüstungsverkäufe zwischen 2011 und 2015 seien im Vergleich zu den fünf Jahren davor um 14 Prozent gewachsen, teilte das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri am Montag mit. Zuvor war der Markt über rund 20 Jahre geschrumpft. Im weltweiten Rüstungsgeschäft stehen die USA vor Russland und China mit Abstand an der Spitze, gefolgt von China, Frankreich und Deutschland.

Die USA bauten im Zeitraum 2011 bis 2015 ihren weltweiten Marktanteil auf 33 Prozent aus. In den Jahren zwischen 2006 und 2010 hatte dieser Anteil noch bei 29 Prozent gelegen. Dabei verfügen die USA laut Sipri über die meisten unterschiedlichen Kunden.

Die größten Rüstungskonzerne Europas

Platz 10: Saab

Der schwedische Flugzeugbau- und Rüstungskonzern Saab erwirtschaftete 2014 einen Umsatz von rund 2,8 Milliarden US-Dollar.

Platz 9: Rheinmetall

2,9 Milliarden US-Dollar Umsatz machte Rheinmetall 2014. Bessere Waffengeschäfte machten den deutschen Industriekonzern noch zuversichtlicher für 2015.

Platz 8: Babcock International

2014 erwirtschaftete Babcock International einen Umsatz von 3,5 Milliarden US-Dollar. Das multinationale Rüstungsunternehmen hat seinen Firmensitz in London.

Platz 7: DCNS

Direction des Constructions Navales (DCNS) ist ein französischer, auf Kriegsmarine und Energie spezialisierter Industriekonzern. 2014 sank der Umsatz des Unternehmens von 4.601,7 Millionen US-Dollar (2013) auf 4,1 Milliarden US-Dollar.

Platz 6: Safran

2014 lag der Umsatz von Safran bei 4, 1 Milliarden US-Dollar. Der Konzern ist nach Rolls-Royce zweitgrößter Hersteller von Flugmotoren und Strahltriebwerken.

Platz 5: Rolls-Royce

Rolls-Royce ist der Gigant unter den europäischen Flugzeugmotor-Herstellern. Der Umsatz betrug 5,4 Milliarden US-Dollar in 2014.

Platz 4: Thales

Die französische Thales Group ist ein internationaler Konzern auf den Märkten der Militärtechnik, Luft- und Raumfahrt. 2014 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von rund 8,5 Milliarden US-Dollar.

Platz 3: Finmeccanica

Einer der größten Industriekonzerne Italiens, Finmeccanica, erwirtschaftete 2014 einen Umsatz von rund 10,6 Milliarden US-Dollar.

Platz 2: Airbus

Die Geschäfte der Airbus Gruppe laufen derzeit gut. Der Umsatz 2014 ist im Vergleich zum Vorjahr (16,5 Milliarden US-Dollar) aber gesunken: 14,6 Milliarden US-Dollar.

Platz 1: BAE Systems

Nachdem die Produktion des Kampfjets Eurofighter von BAE Systems reduziert wurde, fehlen die Einnahmen beim britischen Rüstungs- und Luftfahrtkonzern. Die Gewinnerwartungen für 2015 wurden zurückgeschraubt. Auch der Umsatz 2014 sank: 25,4 Milliarden US-Dollar (Vorjahr: 28 Milliarden US-Dollar) .

Die USA hätten in den vergangenen fünf Jahren große Rüstungsgüter an 96 Staaten verkauft oder ihnen übergeben. Zudem habe die US-Verteidigungsindustrie große Exporte in Vorbereitung, darunter 611 Kampfflugzeuge F-35 für neun Länder.

Auch Russland hat am Rüstungsmarkt mit 25 Prozent der weltweiten Exporte den Angaben zufolge hinzugewonnen. Dabei sei die Entwicklung in den Jahren 2014 und 2015 wegen der westlichen Sanktionen gegen das Land infolge des Ukraine-Konflikts nicht so gut gewesen. Doch exportiert Russland demnach mehr nach Indien als die USA.

China bleibt weiter auf Platz drei der Waffenexporteure, obwohl es seine Ausfuhren noch einmal erheblich um 88 Prozent steigerte. Auf Platz vier und fünf folgen Frankreich und Deutschland. Besonders haben auch einige mächtige Golfstaaten in den vergangenen Jahren mächtig aufgerüstet.

Saudi-Arabien weisen die Zahlen als weltweit zweitgrößten Waffenimporteur nach Indien aus. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar geben mehr Geld für Militärausrüstung aus. Anders als früher engagieren sich die Länder damit nun auch in Konflikten in der Region – etwa in Syrien, Libyen oder im Jemen. Trotz Kritik beliefern westliche Ländern – auch Deutschland –die Öl-Staaten mit Rüstung. Dass sich daran etwas ändert, dafür stehen die Chancen nicht überall gut, erklärt Sipri-Forscher Pieter Wezeman.

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