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03.01.2017

20:27 Uhr

Sir Ivan Rogers

Britischer EU-Botschafter tritt zurück

Die Briten haben den Austritt ihres Landes aus der EU beschlossen. Nun ist Großbritanniens ständiger Vertreter in der Union zurückgetreten. Er hatte jüngst mit Äußerungen zu den Brexit-Verhandlungen für Aufsehen gesorgt.

Nach knapp über drei Jahren im Amt räumt der 56-Jährige seinen EU-Posten. Reuters

Sir Ivan Rogers (r.)

Nach knapp über drei Jahren im Amt räumt der 56-Jährige seinen EU-Posten.

LondonWenige Wochen vor Beginn der Brexit-Verhandlungen ist der ständige Vertreter Großbritanniens bei der Europäischen Union, Sir Ivan Rogers, zurückgetreten. Einen entsprechenden Zeitungsbericht bestätigte die britische EU-Botschaft in Brüssel am Dienstag. Rogers hätte offiziell noch bis Oktober im Amt bleiben sollen.

Der Diplomat hatte zuletzt für Aufsehen mit der Einschätzung gesorgt, die Verhandlungen über ein Abkommen Großbritanniens mit der EU zur Regelung des EU-Austritts könnten zehn Jahre dauern. Und selbst dann könne ein Abkommen noch an der Ratifizierung in einem der nationalen Parlamente scheitern, warnte Rogers. Das hatte ihm scharfe Kritik von Befürwortern eines klaren Bruchs mit Brüssel eingebracht.

„Sir Ivans hat diese Entscheidung getroffen, um einem Nachfolger Platz zu machen, bevor Großbritannien Ende März Artikel 50 auslöst“, heißt es in einer Mitteilung. Artikel 50 des Vertrags von Lissabon regelt den Austritt eines Landes aus der EU.

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Die britische Premierministerin gibt sich gern als Kämpferin für die kleinen Leute. Doch bei der Vorbereitung des EU-Austritts lässt sich nicht länger verbergen: Sie stand eigentlich immer auf Seiten des Establishments.

Der ehemalige Chef der EU-feindlichen Ukip-Partei in Großbritannien, Nigel Farage, forderte, nun einen „strammen Brexit-Befürworter“ auf den Posten zu berufen.

Der Vorsitzende des Brexit-Ausschusses im britischen Parlament, Hilary Benn (Labour), bezeichnete den Rücktritt des Diplomaten als „keine gute Sache“. Rogers, der Großbritannien seit 2013 in Brüssel vertritt, gilt als profunder Kenner der EU. Er spielte eine wichtige Rolle bei den Verhandlungen des damaligen Premierministers David Cameron über Ausnahmeregelungen für das Land vor dem Brexit-Referendum. Auch der ehemalige Chef der Liberalen, Nick Clegg, bedauerte den Rücktritt Rogers. „Wenn es wahr ist, dass er von übel gesonnenen Brexit-Befürwortern in der Regierung aus dem Amt getrieben wurde, wäre das ein spektakuläres Eigentor“, sagte Clegg der BBC.

Die Briten hatten im vergangenen Jahr in einem historischen Referendum mit knapper Mehrheit den Austritt ihres Landes aus der EU beschlossen.

Von

dpa

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