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28.01.2012

10:23 Uhr

Situation „angespannt“

Syrische Rebellen nehmen Iraner fest

Syrische Rebellen halten laut eines Zeitungsberichts sieben Iraner in Gefangenschaft - darunter fünf Militärexperten. Das Blutvergießen hält unterdes an, und Russland blockiert weiter eine Resolution gegen das Regime.

Die Gewalt in Syrien hat nach Schätzungen der UN bereits 5600 Tote gefordert. Reuters

Die Gewalt in Syrien hat nach Schätzungen der UN bereits 5600 Tote gefordert.

Kairo/BeirutIn Syrien werden anscheinend mehrere Iraner von Rebellen festgehalten. Der Vize-Chef der Armee der syrischen Deserteure, Malek al-Kurdi, sagte der arabischen Zeitung „Al-Sharq Al-Awsat“, dass sieben Iraner in der Protesthochburg Homs festgenommen worden seien. Es handele sich um fünf Militärexperten und zwei Zivilisten. Was mit den Gefangenen geschehen soll, sagte er nicht.

Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna hatte am Donnerstag über eine Entführung von elf Pilgern in Syrien berichtet. Die syrische Opposition wirft dem Iran vor, das Regime von Baschar al-Assad im Kampf gegen die Demokratiebewegung zu unterstützen. Auch am Samstag ging das Blutvergießen in Syrien weiter. In der Nähe von Damaskus wurden nach Angaben von Aktivisten am Vormittag elf Menschen von Regierungstruppen getötet. Auch in Homs und Hama dauere der Gewalteinsatz an. Das syrische Staatsfernsehen berichtete über eine Explosion an einer Gasleitung in Deir as-Saur, 450 Kilometer östlich von Damaskus.

Am Donnerstagabend hatte der UN-Sicherheitsrat über die Eskalation in Syrien beraten. In einem auf Vorstellungen der Arabischen Liga fußenden Resolutionsentwurf werden politische Reformen und ein Ende der Gewalt gefordert. Russland ist mit dem Entwurf nicht zufrieden, und die Beratungen sollen deswegen am Montag auf Expertenebene weitergehen.

Der von Marokko eingebrachte Entwurf habe für Moskau „rote Zeilen“, sagte der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin. Dazu gehörten alle Andeutungen von Sanktionen und eines Waffenembargos. „Wir müssen uns darauf konzentrieren, einen politischen Dialog aufzubauen“, sagte Tschurkin. „Wir, die russische Delegation, sehen den Entwurf nicht als eine Basis, auf der wir zustimmen können.“ Das bedeute aber nicht, dass Russland es ablehne, sich mit den Unterstützern des Entwurfs einzulassen, sagte Tschurkin.

Als Vetomacht könnte Moskau jede noch so starke Mehrheit überstimmen und hat es zusammen mit China Anfang Oktober auch getan, um seinen Verbündeten und Waffenkunden Syrien vor Kritik zu bewahren. Tschurkin machte aber keine explizite Drohung, ein Veto einzulegen. Die Situation im Sicherheitsrat wurde als „eher angespannt“ beschrieben. In der Sondersitzung hatte Marokko einen Resolutionsentwurf vorgelegt, der auch die deutsche Handschrift trägt. Er folgt im Wesentlichen einem Beschluss der Arabischen Liga vom vergangenen Wochenende.

Darin werden politische Reformen und ein Ende der Gewalt gefordert, der seit März mehr als 5600 Menschen zum Opfer gefallen sein sollen. Den Angaben zufolge bezeichnete der russische Botschafter Witali Tschurkin den Resolutionsentwurf als enttäuschend. Er wehrte sich gegen ein Waffenembargo. Russland hatte dem international geächteten Regime gerade Kampfflugzeuge im Werte von 427 Millionen Euro verkauft. Zudem unterhält die russische Marine in Syrien einen wichtigen Stützpunkt.

„Der Plan der Arabischen Liga ist der einzige Ausweg, um das Schlimmste zu verhindern“, sagte der französische UN-Botschafter Gérard Araud. Sein deutscher Amtskollege Peter Wittig forderte ebenso Unterstützung für den Ligaplan. „Die Situation in Syrien ist furchtbar und wird jeden Tag dramatischer“, sagte der Diplomat. Jetzt gelte es, die Chance zur Überwindung der Spaltung des Rates zu nutzen.

Diplomaten zufolge einigte sich der Rat, die Beratungen am Montag, 15 Uhr (Ortszeit, 21 Uhr deutscher Zeit) auf Ebene der Experten fortzusetzen. Das könne man, so westliche Diplomaten, auch positiv sehen: „Zumindest verweigern sich die Russen nicht völlig.“

Kommentare (11)

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Mike

28.01.2012, 02:32 Uhr

Es ist genauso zum Kotzen wie die Geschichte in Georgien. Erst rüsten die Amis die Georgier mächtig auf, dann werden sie ermutigt gegen Osetien Stunk anzufangen und wenn die Russen dann kräftig draufhauen, weil sie ja wissen wieviel Waffen die Georgier haben dann wird in westlichen Medien voller Verwunderung die "harte Gangart der Russen" kritisiert. Aber am Anfang war ja sogar davon die Rede, daß die Russen angegriffen haben. Dieses Gerücht hat sich ja fast so lange gehalten wie die Pulonium-Story die man Putin anhängen wollte. Tatsächlich es ist einfach zum Kotzen!

Account gelöscht!

28.01.2012, 02:42 Uhr

Dass Russland sich vernünftig verhält ist für mich eindeutig. Der Westen dagegen ist höchst unvernünftig, was mich überhaupt nicht wundert, sitzen doch in den westlichen Staatskanzleien, vornehmlich in den USA, Leute deren Horizont sehr beschränkt ist und die immer noch z.T. aus der Ära Bush stammen. Bush hatte ja nach eigener Aussage den Auftrag von "GOTT" erhalten, den Irak zu überfallen. Bleibt nur die Frage offen wie viel Whisky der vorher gesoffen hatte. Und dieser Kriegsverbrecher läuft immer noch frei rum.

Assad ist in meinen Augen ein durchaus vernünftiger Mensch den es zu unterstützen gilt. Assad hält wie schon sein Vater ganz offenbar nicht von den Islamisten. Schon sein Vater hat einen Aufstand dieser mit harter Hand nieder gerungen. Assad macht doch eigentlich eine Politik im Sinne des Westen oder ist der Westen genau aus diesem Grunde gegen Assad?

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Westen im islamischen Raum mit aller Gewalt reaktionäre Regime an die Macht bringen will. In Tunesien, Libyen, Jemen und Ägypten ist ihm das bereits gelungen. Das muss so sein, denn nach dem Wegfall des kommunistischen Feindbildes muss ein neues her. Das ist der Islam. Statt die moderaten Kräfte wie Mubarak und Assad im arabischen Raum zu stützen machen diese Dummköpfe genau das Gegenteil im Zeichen vermeintlicher Menschenrechte. Aber vielleicht sind es ja auch gar keine Dummköpfe, sondern man will einen Konflikt um von den eigenen inneren Schwierigkeiten abzulenken. Ich sehe diese Tendenz auch in Deutschland. Mich, als überzeugten und praktizierenden Atheist stösst es negativ auf, wenn von einer christlich-jüdisch geprägten Kultur gesprochen wird und das besonders, von so etwas aus dem Mund eines Seehofers kommt.

Das ganze was hier zur Destabilisierung im inneren und äußeren gemacht wird ist in der Tat zu kotzen.

Anonym

28.01.2012, 08:05 Uhr

Oh man, was labert Ihr da für einen Mist ? (Bezogen auf meine Vorredner, nicht auf den Artikel)

In Syrien sterben jeden Tag Menschen und Ihr labert hier darüber, wie böse der Westen ist.

Russland beschützt seinen Handelspartner in diesem Fall und schert sich mal wieder nicht um Menschenrechte. Das kommt meinen Vorrednern wohl nicht in den Sinn.

Man muss die Gewalt stoppen, egal wie und durch wen. Fakt ist, dass Russland sich dem verweigert... ARme Menschen in Syrien...

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