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09.10.2013

14:52 Uhr

Situation in Italien

Hoffnung Europa

VonKatharina Kort

Mehr als 270 Leichen haben die Helfer nach dem Lampedusa-Drama geborgen. Wer die Flucht überlebt, arbeitet in Italien zu Hungerlöhnen in der Landwirtschaft und im Bausektor – oder zieht weiter in ein anderes EU-Land.

Sie haben die Flucht überlebt: Afrikaner nach ihrer Ankunft auf Lampedusa. dpa

Sie haben die Flucht überlebt: Afrikaner nach ihrer Ankunft auf Lampedusa.

MailandAnfang des Monats waren es bereits mehr als 22.000 Menschen. So viele Flüchtlinge haben sich in diesem Jahr auf den Weg gemacht gezählt, um – illegal – von Afrika über das Mittelmeer nach Italien gelangten. Dies sind dreimal mehr als im gesamten Jahr 2012. Ihr Ziel: Lampedusa, die italienische Mittelmeerinsel nahe der nordafrikanischen Küste.

Diejenigen afrikanischen Immigranten, die die Fahrt überleben und in Italien an Land gehen, ziehen entweder in andere EU-Länder weiter oder sie versuchen ihr Glück in dem Mittelmeerland. Vor allem die illegalen Einwanderer sind es, die in Italien zu Hungerlöhnen in der Landwirtschaft und im Bausektor schuften.

„Die Ausbeutung der Immigranten in den Bereichen der Landwirtschaft und dem Bau ist in vielen Gegenden Süditaliens verbreitet“, schreibt Amnesty International in einem Bericht Ende vergangenen Jahres. „Sie erhalten rund 40 Prozent weniger Gehalt als das Minimum, das mit den Gewerkschaften verhandelt wurde.“

Der Umgang der EU mit Flüchtlingsbooten

Italien

Wenn Flüchtlinge auf See in einer Notsituation sind, machen sich Fischer laut Gesetz nicht strafbar, wenn sie Hilfe leisten - im Gegenteil, sie sind sogar dazu verpflichtet. Dennoch berichten Medien immer wieder über die Angst der Fischer, bei einem Eingreifen wegen Förderung illegaler Einwanderung angeklagt zu werden. Tatsächlich ist dies 2007 passiert, laut Medienberichten soll es sich dabei aber um Sonderfälle gehandelt haben. Demnach gerieten diese Fischer in Verdacht, Menschenschlepper zu sein. Sie wurden vor Gericht freigesprochen. Trotzdem löste ihr Fall eine öffentliche Debatte aus.

Griechenland

Auch hier sind alle Seeleute per Gesetz verpflichtet, Menschen in Seenot zu helfen - und auch hier ist die Auslegung das Problem. Wer systematisch Migranten rettet und sie nach Griechenland bringt, läuft Gefahr, als Schleuser angeklagt zu werden. Schleuser wiederum können sich als Retter ausgeben. Aus diesem Grund informieren Fischer immer die Küstenwache über die Entdeckung von Bootsflüchtlingen und die Rettungsaktion. Menschenrechtsorganisationen werfen der Küstenwache vor, die Flüchtlinge mit gefährlichen Manövern zur Rückkehr in die Türkei bewegen zu wollen. Es gibt aber auch Berichte über Flüchtlinge, die ihre Boote selbst zum Kentern bringen, damit ihnen geholfen werden muss.

Spanien

Hier muss Flüchtlingen, die mit ihren Schiffen in Seenot geraten sind, in jeden Fall geholfen werden. Dies schreibt der Artikel 98 der UN-Seerechtskonvention vor, die auch von Spanien ratifiziert wurde. Dies bedeutet, dass beispielsweise Fischerboote oder Fährschiffe zu einer Hilfeleistung verpflichtet sind. Die Pflicht zur Hilfe gilt allerdings nur, solange das eigene Schiff und dessen Besatzung dadurch nicht in Gefahr geraten.

Dennoch sind die Einwanderer meist froh, überhaupt einen Job zu bekommen. Tatsächlich hat sich auch durch die Krise die Lage in Italien so verschärft, dass die Zahl der Einwanderer zurückgeht. Heute leben nach den Schätzungen des Instituts ISMU (Iniziative e studi sulla multietnicità) nur noch 326.000 illegale Immigranten in Italien. Das ist die Hälfte der 651.000, die noch 2008 laut Ismu in Italien lebten. Viele verlassen angesichts der Wirtschaftskrise das Land und kehren in ihre Heimat zurück.

Frauen aus Nigeria enden zudem häufig in der Straßenprostitution. Dort haben sich die Schlepperbanden ganz auf dieses Geschäft konzentriert.

Unter den legalen Einwanderern hält dagegen der Trend zur Selbstständigkeit an. Das trifft vor allem auf Einwanderer aus Nordafrika zu. Während die Italiener im vergangenen Jahr weniger als 19.000 neue Unternehmen gegründet haben, können die Ausländer laut Unioncamere – dem italienischen Handelskammerverband – 24.329 Gründungen vorweisen.

An erster Stelle stehen die Marokkaner, dann die Chinesen und schließlich die Albaner. Den Marokkanern gehören 58.555 der insgesamt 480.000 von Ausländern geführten Unternehmen. Dabei handelt es viel um Einzelhandel, aber auch um spezialisierte Bauunternehmen.

Kommentare (1)

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09.10.2013, 18:47 Uhr

LEBEN ALS MINDERHEIT -Die Zukunft der Europäer
http://morgenwacht.wordpress.com/2013/05/14/norwegische-jungen-im-neuen-norwegen-alles-was-man-in-der-schule-gelernt-hat-ist-falsch/

Die Folge der Masseneinwanderung von 3. Welt Migranten ist nicht nur eine wachsende finanzielle Belastung - die durch Soziale Kürzungen oder Steuererhöhungen auf die Bürger umgeleitet wird- und eine Verschärfung der Lage auf dem Arbeitsmarkt sondern auch eine ganz reale VERDRÄNGUNG der europäischen/deutschen Bevölkerung.

Nicht-Europäer - Araber, Afrikaner, Türken usw.- können gut europäischen Mehrheitsgesellschaften leben, sogar oft deutlich besser als in ihrer eigenen Gesellschaft, weshalb sie ja nach Europa strömen.
Aber überall, wo ethnische Europäer in der Minderheit sind, sind sie akut gefächert und bedroht.

Was es für Europäer in der Realität bedeutet, Minderheit unter einer Mehrheitsbevölkerung von 3-Welt Menschen zu sein, können wir in Südafrika an der Behandlung der weißen Südafrikaner sehen, die dort regelmäßig Opfer blutiger Massaker werden.
http://www.thetruthaboutsouthafrica.com/p/5-month-old-baby-strangled-in-delmas.html (VORSICHT EXTREME BILDER)

Wir können es in abgeschwächter Form bereits in Europa sehen - in jenen Vierteln in denen Europäer bereits in der Minderheit sind - siehe obigen Link.

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