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21.03.2012

20:01 Uhr

Sitz im EZB-Direktorium

Spanien verzichtet auf seinen Anspruch

Lange Zeit gab sich Spanien hartnäckig, was den Anspruch des Landes auf einen Sitz im Direktorium der EZB angeht. Offenbar würde sich die Regierung auch mit einem anderen wichtigen Posten zufrieden geben.

Spaniens Wirtschafsminister Luis De Guindos beharrte nicht mehr wie bislang auf einen Sitz im EZB-Direktorium. Reuters

Spaniens Wirtschafsminister Luis De Guindos beharrte nicht mehr wie bislang auf einen Sitz im EZB-Direktorium.

Peking/MadridDie spanische Regierung hat offenbar ihr Beharren auf einen Sitz im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) aufgegeben. Wirtschaftsminister Luis De Guindos sagte am Mittwoch bei einem Besuch in Peking lediglich, sein Land sollte einen der vier wichtigen Posten erhalten, die in Europa in den kommenden Wochen vergeben werden. Er beharrte jedoch nicht mehr wie bislang darauf, dass sein Land den Nachfolger des spanischen EZB-Direktoriumsmitglieds Jose Manuel Gonzalez-Paramo stellen müsse, der die Notenbank und damit auch das sechsköpfige Führungsgremium im Mai verlässt. Das Direktorium leitet das Tagesgeschäft und bereitet die Sitzungen des für die Geldpolitik entscheidenden EZB-Rats vor.

Neben dem Direktoriumsposten muss bis Juni entschieden werden, wer künftig die Runde der Euro-Finanzminister führen soll - hierfür ist auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble im Gespräch. Zu dem Personalpaket gehören zudem die Leitung des ab Sommer geplanten dauerhaften Rettungsschirms ESM und die Führung der Osteuropa-Förderbank EBRD. Als aussichtsreicher Kandidat für den ESM gilt der Deutsche Klaus Regling, der bislang den vorläufigen Hilfsfonds EFSF führt.

Wie Reuters aus dem spanischen Wirtschaftsministerium in Madrid erfuhr, würde sich die Regierung auch mit einem anderen Posten zufrieden geben, der das wirtschaftliche Gewicht des Landes reflektiert. „Priorität bleibt zwar der EZB-Job, aber wir würden auch die Führung des ESM oder der Euro-Gruppe positiv sehen“, sagte ein Vertreter des Ministeriums, der nicht genannt werden wollte. Der Favorit Spaniens für den EZB-Posten ist der derzeitige Chefjustitiar der EZB, Antonio Sainz de Vicuna. Das Land erhielt jedoch bislang mit dieser Bewerbung keine ausreichende Unterstützung.

Die anstehenden Personalien sind zwar offiziell nicht miteinander verknüpft, es gilt aber als ungeschriebenes Gesetz in der EU, Posten gleichmäßig auf die Mitglieder zu verteilen.

Von

rtr

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