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25.01.2006

12:41 Uhr

Skandal

Langsame Justiz lässt El-Kaida-Mitglieder wieder frei

Auf Grund der Langsamkeit der Justiz werden in Spanien mehrere Mitglieder des internationalen Terrornetzes El Kaida vorzeitig aus der Haft entlassen.

HB MADRID. Wie die Madrider Zeitung „El País“ am Mittwoch berichtete, wurden bereits zwei Nordafrikaner freigelassen. Sie hatten zu den 18 Angeklagten gehört, die im September in Madrid im größten europäischen El-Kaida-Prozess zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden waren.

Zwei weitere El-Kaida-Mitglieder stehen unmittelbar vor der Freilassung. Drei müssen im Sommer aus der Haft entlassen werden, wenn die Urteile bis dahin nicht rechtskräftig werden. Die Verurteilten des El-Kaida-Prozesses hatten nach Ansicht der Richter El Kaida bei der Vorbereitung der Anschläge vom 11. September 2001 in den USA unterstützt. Die meisten von ihnen legten gegen ihre Haftstrafen Berufung beim obersten Gerichtshof ein.

Die Urteile werden damit erst rechtskräftig, wenn die Berufungsverfahren abgeschlossen sind. Solange dies nicht geschehen ist, dürfen die Verurteilten nach spanischem Recht höchstens für die Hälfte der Dauer ihrer Haftstrafen gefangen gehalten werden. Mehrere Angeklagte, die in erster Instanz zu acht Jahren Haft verurteilt worden waren, müssen jetzt freigelassen werden, weil seit ihrer Inhaftierung vier Jahre vergangen sind.

„El País“ erinnerte an den Justizskandal um den Terroristen Alekema Lamari. Der Algerier hatte infolge von Versäumnissen der spanischen Justiz vorzeitig aus der Haft entlassen werden müssen. Er tauchte nach der Freilassung unter und wurde einer der Anführer des Terrorkommandos, das am 11. März 2004 die Bombenanschläge auf vier Madrider Pendlerzüge verübte. Bei den Anschlägen wurden 191 Menschen getötet und über 1500 verletzt.

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