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03.09.2012

18:00 Uhr

Skandal um Ferrari

Chinas Führung entlässt Hu-Vertrauten

Ein weiterer Skandal hat die Machtelite um Chinas Präsidenten Hu erschüttert. Ein mysteriöser Autounfall hat offenbar einem Hu-Vertrautem die Karriere gekostet. Sein Sohn soll mit einem Ferrari tödlich verunglückt sein.

Chinas Präsident Hu: Ein enger Vertrauter wurde degradiert. Reuters

Chinas Präsident Hu: Ein enger Vertrauter wurde degradiert.

PekingKurz nach dem spektakulären Mordprozess gegen eine Politiker-Frau hält ein neuer Skandal Chinas Machtelite in Atem. Im Mittelpunkt steht ein enger Vertrauter von Präsident Hu Jintao, der damit selbst im Ringen um Einfluss auch nach dem baldigen Ende seiner Amtszeit einen herben Rückschlag hinnehmen muss.

Staatlichen Medienberichten vom Montag zufolge wurde Ling Jihua von einem hohen Posten im Pekinger Führungszirkel entlassen und auf eine niedere Stelle versetzt. Mit seiner Degradierung büßte der 55-Jährige Kreisen zufolge für den tödlichen Autounfall seines Sohnes - in einem teuren Sportwagen. Dieses Detail gilt als pikant für die KP, die mit Unmut über den privilegierten Lebensstil von Funktionärskindern zu kämpfen hat.

Einigen Eingeweihten zufolge soll es ein Ferrari gewesen sein, mit dem Lings Sohn schon im März verunglückte. Im Totenschein sei der Namen des Sohns geändert worden, um den Skandal zu vertuschen. Der Zeitung „South China Morning Post“ zufolge steht in dem Dokument der Name „Jia“, was genauso ausgesprochen wird wie das chinesische Wort für „Fälschung“. Der Zeitung zufolge hieß der Sohn tatsächlich Ling Gu.

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In den Kreisen herrscht Uneinigkeit allerdings darüber, ob der Mittzwanziger in dem mysteriösen Unfall wirklich getötet wurde. In dem Unglücksfahrzeug sollen dem Führungszirkel nahestehenden Personen zufolge drei junge Leute gesessen haben. Laut „South China Morning Post“ wurden bei dem Unfall zwei Frauen verletzt.

In der chinesischen Öffentlichkeit hatte der Unfall erstmals im März für Aufruhr gesorgt, als eine Zeitung über Zensur rund um das Ereignis berichtete. Informationen über den Unfall seien im Internet gelöscht worden, meldete damals die „Global Times“. Inzwischen sind sämtliche Blog-Beiträge über den Unfall verschwunden und Suchanfragen unter anderem mit dem Wort „Ferrari“ werden blockiert.

Ein ehemaliger KP-Funktionär sagte, der Parteiführung sei der Skandal zu heikel geworden. Deshalb habe Ling Jihua nicht wie geplant ins Politbüro befördert werden können. Präsident Hu Jintao habe dem nichts entgegensetzen können. Hu wird sein Amt voraussichtlich im kommenden Frühjahr turnusgemäß abgeben. Mit der Degradierung seines Vertrauten Ling verliert er an Einfluss über das Ende seiner Amtszeit hinaus.

Die Stadt Peking und die Polizei lehnten eine Stellungnahme zu dem Unfall ab, Ling war dafür nicht zu erreichen.

Von

rtr

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