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12.01.2017

15:30 Uhr

Skandal um Trump-Dossier

Wie im Agenten-Thriller

VonKerstin Leitel, Katharina Slodczyk

Der britische Ex-Geheimagent, der für ein brisantes Dossier über Donald Trump verantwortlich sein soll, fürchtet jetzt offenbar um sein Leben. Er ist Hals über Kopf mit seiner Familie untergetaucht. Wer ist der Mann?

Donald Trump hat die Behauptungen in dem Dossier vehement bestritten und massiv kritisiert, dass diese bekannt wurden: „Es ist schändlich, schändlich, dass die Geheimdienste es zugelassen haben, dass unwahre und gefälschte Informationen nach draußen gelangen“, sagte er. AFP; Files; Francois Guillot

Donald Trump

Donald Trump hat die Behauptungen in dem Dossier vehement bestritten und massiv kritisiert, dass diese bekannt wurden: „Es ist schändlich, schändlich, dass die Geheimdienste es zugelassen haben, dass unwahre und gefälschte Informationen nach draußen gelangen“, sagte er.

LondonEs musste alles ganz schnell gehen. Der Mann soll daher überstürzt seine Koffer gepackt, dem Mann von nebenan die Pflege der Katze überlassen und sein Haus verlassen haben. „Er sprach davon, dass er einige Tage weg sein würde“, sagte der Nachbar Journalisten einer britischen Zeitung, „ich bin mir nicht sicher, wie ich mit ihm in Kontakt treten kann.“ Klar sei nur so viel: Auch seine Frau und die Kinder seien nicht mehr zu Hause.

Der Mann ist Christopher Steele – ehemaliger Mitarbeiter des britischen Auslandsgeheimdiensts MI6 und angeblicher Autor eines für den neuen US-Präsidenten Donald Trump kompromittierenden Dossiers. Der 52-Jährige ist britischen Medienberichten zufolge seit Dienstag verschwunden – kurze Zeit, bevor bekannt wurde, dass er das Material für das wohl 35 Seiten umfassende Papier über Trump gesammelt und den Bericht verfasst haben soll. Er behauptet darin unter anderem, Russland habe Informationen über Trump, mit denen man ihn erpresse könne. Der künftige Präsident hat das zurückgewiesen, das seien „fake news“.

Was Trump in der Pressekonferenz gesagt hat

Hackerangriffe

Ja, er sehe Russland hinter den Hackerangriffen während des Präsidentschaftswahlkampfes. - Aber auch von anderen Ländern gebe es Hackerangriffe auf die USA.

Russland

Nein, er habe keine Geschäfte in Russland, und auch keine Schulden. - Das könnte zwar ein Blick in seine Steuererklärung beweisen, deren Vorlage er aber weiter verweigert.

Steuererklärung

Niemand außer Reportern interessiere sich dafür. - Aber 60 Prozent der Amerikaner sehen das anders, und fast alle bisherigen Präsidenten der jüngeren Vergangenheit haben sie schon als Kandidaten offengelegt.

Firmenimperium

Er wolle sich aus dem Management seiner Firmen herausziehen, die Macht seinen Söhnen übertragen. - Was genau das sicherstellen soll, blieb offen. Prompt reagierte das überparteiliche „Office of Government Ethics“: die Erklärung sei „bedeutungslos“ und weit unterhalb üblicher Standards.

Obamacare

Er wolle das Gesetz aufheben und durch ein neues System ersetzen. - Aber wann, wie und womit, sagte er nicht.

Mauer zu Mexiko

Sie war ein zentrales Wahlversprechen, und Mexiko werde auch noch dafür bezahlen. - Nun heißt es nur noch, Mexiko werde auf die eine oder andere Weise für die Kosten aufkommen.

Pressekonferenzen

Sie seien ihm vertraut, er gebe sie ja ständig. - Nun war er praktisch täglich im Fernsehen, gab seine letzte Pressekonferenz aber am 27. Juli 2016.

Fake News

So bezeichnete Trump die Berichte von CNN und Buzzfeed über angebliches russisches Material, das ihn erpressbar mache. Falsche Informationen dürften nie an die Öffentlichkeit gelangen. - Das sagte der Mann, der unter anderem führender Vertreter der „Birther“-Theorie war, wonach Barack Obama nicht in den USA geboren sei.

Steele fürchtet aber offenbar um sein Leben und die Rache Moskaus. Er sei entsetzt, sagte eine ihm nahestehende Person dem „Daily Telegraph“, und sei daher abgetaucht. Der Mann gilt als Spezialist für Russland. Die Expertise hat er sich unter anderem in seiner Zeit als Mitarbeiter des britischen Auslandsgeheimdienst MI6 angeeignet, der ihn 1990 nach Moskau schickte. 2009 hat er gemeinsam mit einem Geschäftspartner die Londoner Beratungsgesellschaf Orbis Business Intelligence gegründet.

Medienangaben zufolge hat Steele den Auftrag, Material über Trump und seine Beziehungen zu Russland zu sammeln, von einer Firma in Washington bekommen. Dahinter stünden Trumps Gegner aus der demokratischen und auch der republikanischen Partei, berichtet das „Wall Street Journal“.

Kommentare (4)

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Herr Wolf-Dieter Siebert

12.01.2017, 16:13 Uhr

Manche haben halt einen echt gefährlichen Job. Mich würde mal mehr zu den Hintergründen der "Washingtoner Auftraggeber" interessieren. Könntet ihr da mal ein bisschen recherchieren? Bringt aber vorher eure Familien weg!

Herr Heinz Keizer

12.01.2017, 18:03 Uhr

„Das ist etwas, was Nazi-Deutschland getan hätte.“

ich dachte, der Mann hat nur von Volkswirtschaft keine Ahnung, von Geschichte anscheinend auch nicht.

Tschortscho Eibl

13.01.2017, 09:09 Uhr

Es hat ein "Nazi-Deutschland" gegeben !

DT hat eine Ökonomische Ausbildung !

Von 1956 bis 1959 war Trump Schüler an der Kew-Forest School in New York. New York Military Academy (NYMA) in Cornwall-on-Hudson, ein Privatinternat im Bundesstaat New York mit vormilitärischer Ausbildung.[8] Dort zeigte Trump herausragende sportliche Leistungen und erwarb 1964 den Highschool-Abschluss. Anschließend studierte Trump Wirtschaftswissenschaft, von 1964 bis 1966 an der Fordham University in New York.

Die Eliten der USA wollten ihn um jeden Preis und mit allen Mitteln verhindern,
weil diese im letzten Jahrzehnt exorbitante Gewinne eingefahren haben und daher nicht an einer Änderung interessiert sind !

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