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11.06.2011

16:31 Uhr

Skandalös skandallos

Palins E-Mails - viel Lärm um nichts

Vorerst kann sich Sarah Palin nur die Hände reiben. Die Veröffentlichung von Tausenden E-Mails aus ihrer Gouverneurszeit hat ihr jede Menge Publicity beschert. Sensationen? Erst einmal Fehlanzeige.

Online und auf 130 Kilo Papier wurden Sarah Palins E-Mails durchsucht - vorläufig ohne Ergebnis. Quelle: Reuters

Online und auf 130 Kilo Papier wurden Sarah Palins E-Mails durchsucht - vorläufig ohne Ergebnis.

WashingtonViel Lärm um nichts? So einen Medienrummel hat es in den USA schon lange nicht mehr um eine Persönlichkeit aus der Politik gegeben, die derzeit nicht einmal einen öffentlichen Posten bekleidet. Hunderte Journalisten waren in Juenau im Bundesstaat Alaska eingefallen, um 130 Kilo an ausgedruckten E-Mails davonzukarren: Sie wurden von der Rechtspopulistin Sarah Palin verschickt oder empfangen, als sie noch Gouverneurin war.

Über zwei Jahre lang hatten Medien für die Freigabe gekämpft, zweifellos in der Hoffnung, dass sich darin Sensationelles verbirgt. Schließlich gilt Palin als mögliche Präsidentschaftsbewerberin für 2012. Aber zumindest bis Samstag deutete nichts darauf hin, dass die 47-jährige ehemalige Schönheitskönigin eine Leiche im Keller hat, von der man bisher nichts wusste. Und es fand sich zunächst anscheinend auch kein neuerlicher Anlass zur Belustigung oder zum Entsetzen über politische Unkenntnis, die Palin 2008 als republikanische Vizepräsidentenkandidatin wiederholt in Schwulitäten gebracht hatte.

Die 24.000 Seiten umfassenden Mails, so räumte eine Reihe von Zeitungen am Samstag selbst ein, spiegelten in erster Linie das Leben einer Gouverneurin wider, die sich mit Leidenschaft in die alltäglichen Regierungsgeschäfte gestürzt hat. Und die nahezu besessen immer wieder über die ihrer Ansicht nach unfaire und „unwahre“ Berichterstattung der Medien klagt, die schonungslos gegen tatsächliche oder vermeintliche Gegner kämpft.

Die Mails zeigten auch, wie stark sich Palin auf ihren Ehemann Todd stützte und wie angespannt ihr Verhältnis zu vielen republikanischen Kollegen war, schildert etwa die „Washington Post“. Zusammengefasst: Es ist über weite Strecken im wesentlichen die Palin, wie sie die Öffentlichkeit mittlerweile längst kennt.

Die Mails stammen aus privaten und geschäftlichen Konten, zumeist sind es Mitteilungen, die Palin und ihre Mitarbeiter zwischen Dezember 2006 und September 2008 geschrieben hatten. Am 29. August 2008 war die bis dahin national wenig bekannte Palin von dem Republikaner John McCain zur Kandidatin für das US-Vizepräsidentenamt ernannt worden. Nach der Wahlniederlage des Duos stieg sie dann 2009 überraschend aus dem Gouverneursamt aus.

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