Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.10.2014

02:37 Uhr

Skopje

Brite mit Verdacht auf Ebola in Mazedonien gestorben

Während sich die an Ebola erkrankte spanische Krankenschwester auf dem Weg der Besserung befindet, ist ein womöglich ebenfalls infizierter Brite gestorben. Die EU erwägt derweil verschärfte Kontrollen an Flughäfen.

Einsatzkräfte in Madrid: Die westafrikanischen Länder Guinea, Sierra Leone und Liberia sind am stärksten von Ebola betroffen. ap

Einsatzkräfte in Madrid: Die westafrikanischen Länder Guinea, Sierra Leone und Liberia sind am stärksten von Ebola betroffen.

SkopjeIn Mazedonien ist am Donnerstag ein Brite mit Verdacht auf Ebola gestorben. Das nährte die Sorge vor einer Ausbreitung der in Westafrika grassierenden Seuche auch in Europa.

Das Hotel in der mazedonischen Hauptstadt Skopje, in dem sich der Mann aufgehalten habe, sei abgeriegelt worden, teilten die Behörden am Abend mit. Ein zweiter britischer Staatsbürger und Hotelangestellte müssten im Gebäude bleiben.

Jovanka Kostovska von der Abteilung für Infektionskrankheiten im Gesundheitsministerium sagte, der verstorbene Mann sei am 2. Oktober aus Großbritannien in Skopje angekommen. Am Donnerstag sei er mit Fieber, Erbrechen und inneren Blutungen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Sein Zustand habe sich rapide verschlechtert, am Nachmittag sei er gestorben.

Das ist das Ebola-Virus

Das Virus

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes Fieber aus.

Die Gefahr

Je nach Erregerstamm sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Der Übertragungsweg

Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Die Krankheit

Die Inkubationszeit beträgt zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es können schwere innere Blutungen auftreten.

Die Gefahrenzone

Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal tauchte es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses auf. Ihm verdankt die Krankheit auch ihren Namen.

In Prag wurde ein 56-jähriger Tscheche, der sich unlängst in Liberia aufgehalten hatte, wegen Ebola-Symptomen im Krankenhaus isoliert. Das Ergebnis des Ebola-Tests werde voraussichtlich am Freitag vorliegen, sagte ein Sprecher des Krankenhauses. Proben von dem Patienten sollten in Berlin untersucht werden.

Wegen Ebola-Verdachts wurde auch in Frankreich ein Gebäude zeitweise abgeriegelt, nachdem vier Menschen, die Anfang Oktober aus Guinea nach Frankreich gereist waren, über Fieber und Kopfschmerzen geklagt hatten. Die Behörden in Cergy Pontoise bei Paris hoben die Absperrung aber wieder auf, nachdem der Verdacht sich nicht bestätigt hatte. In dem Gebäude hatten sich 60 Menschen aufgehalten.

Die westafrikanischen Länder Guinea, Sierra Leone und Liberia sind am stärksten von Ebola betroffen. An der Epidemie dort sind bislang mehr als 3800 Menschen gestorben. In Leipzig wird derzeit ein aus dem Sudan stammender Ebola-Patient behandelt. Die Krankenschwester, die sich in Madrid in einer Klinik angesteckt hat ist auf dem Weg der Besserung. Sie gilt als der erste Mensch, der sich außerhalb Westafrikas mit der meist tödlich verlaufenden Krankheit angesteckt hat.

Ärzte geben Pressekonferenz

Zustand des Leipziger Ebola-Patienten ist kritisch

Ärzte geben Pressekonferenz: Zustand des Leipziger Ebola-Patienten ist kritisch

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Die EU erwägt als Reaktion auf die Seuche verschärfte Kontrollen an Flughäfen für Reisende aus Westafrika. Großbritannien kündigte an, an den beiden größten Flughäfen in London, Heathrow und Gatwick, würden Einreisende auf Ebola getestet. Betroffen sei auch der Eurostar, die Zugverbindung zwischen Großbritannien und Frankreich.

Von

rtr

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Teito Klein

10.10.2014, 07:48 Uhr

Ebola, willkommen in Europa
------------
Die Fälle häufen sich.
Deutschland fliegt immer mehr Kranke ein, Frankreich hält Verdächtige unter Quarantäne, in Spanien sterben sie wie die Fliegen und auch in Großbritannien ist Ebola mittlerweile angekommen.

Herr O. Heinemann

10.10.2014, 09:56 Uhr

Es müssen Quarantänepufferzonen für die Dauer der Inkubationszeit vor Ort für alle Ausreisewilligen (vor allem Flugreisende egal in welche Richtung zunächst) durchgesetzt werden, mit anschließendem fälschungssicheren Quarantänenachweis für die Aus- und Einreise.

Frau Ich Kritisch

10.10.2014, 13:32 Uhr

genau das war auch meine Idee!

nur nicht bei der Ausreise aus Afrika (Bestechungsgefahr) sondern bei der Einreise in unser Land. Jeder der aus der Gefahrenzone kommt, kommt für 3 Wochen in Quarantäne, erst danach darf er sich frei bewegen.
Krankenhauspersonal dass mit Ebolakranken zu tun hat bleibt bitteschön innerhalb der Quarantänestation bis sicher gestellt ist, dass der Kranke gesund ist, oder tod, und sich niemand angesteckt hat.

Einfachste Sicherheitsvorkehrung ist das - leicht zu kontrollieren und nicht anfällig für Bestechung oder menschliches Versagen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×