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10.10.2013

17:27 Uhr

Skurriles Interview

Yellen interviewt Yellen

VonGrischa Brower-Rabinowitsch

Eine schöne Tradition: Die Chefredakteurin der Schülerzeitung an einer High School in Brooklyn interviewt den Besten der Abschlussklasse. Dumm nur, wenn es sich dabei um ein und dieselbe Person handelt – Janet Yellen.

Janet Yellen: Die „New York Times“ grub ein ebenso skurriles wie unterhaltsames Interview mit der designierten neuen Notenbankchefin der USA aus. dpa

Janet Yellen: Die „New York Times“ grub ein ebenso skurriles wie unterhaltsames Interview mit der designierten neuen Notenbankchefin der USA aus.

New YorkMan kann viel über eine Person lernen, wenn man in ihrer Vergangenheit wühlt. Die „New York Times“ hat auf diesem Wege über die designierte neue Notenbankchefin der USA, Janet Yellen, ein ebenso skurriles wie unterhaltsames Interview mit ihr aus ihrer Schulzeit ausgegraben. Yellen war damals Jahrgangsbeste der Abschlussklasse der Fort Hamilton High School in Brooklyn (New York). Zugleich war sie auch Chefredakteurin der Schulzeitung „The Pilot“. Einer Tradition der Schule zufolge führte der Chefredakteur aber jedes Jahr das Interview mit dem Jahrgangsbesten. Also interviewte Yellen sich kurzerhand selbst.

Der tatsächlich veröffentlichte Text offenbart nicht nur schreiberisches Können und ein Talent zur feinen Selbstironie – etwa als sie von „perfekter Schludrigkeit“ schreibt oder zu einer längere Antwort über ihre Sammelfreude an Mineralien ansetzt und sich selbst mit den Worten unterbricht: „Jaja, das ist interessant, aber...“. Zum Schluss zeigt der Text auch, dass Yellen schon damals – wir reden immerhin vom Jahr 1963 – eine Meisterin in der Verwendung von „Kein Kommentar“ war, der wohl wichtigsten Phrase eines Notenbankers.

Biographisches über Janet Yellen

Alter

Janet Yellen ist 67 Jahre alt, geboren wurde sie am 3. August 1946.

Geburtsort

Yellen stammt aus Brooklyn, New York.

Ausbildung

Bachelor-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften von der Brown University (US-Staat Rhode Island, 1967); Doktor in Wirtschaftswissenschaften von der Yale University (US-Staat Connecticut, 1971)

Erfahrung

Seit 2010 stellvertretende Präsidentin der Fed; von 2004 bis 2010 Präsidentin der Federal Reserve Bank of San Francisco; von 1997 bis 1999 Vorsitzende des Rats der Wirtschaftsberater des Weißen Hauses (Council of Economic Advisers); von 1994 bis 1997 Mitglied des Federal Reserve Board of Governors; von 1980 bis 1994 Lehrkraft an der University of California, Berkeley; von 1978 bis 1980 Dozentin an der London School of Economics and Political Science; von 1977 bis 1978 Ökonomin bei der Federal Reserve; von 1971 bis 1976 Assistenzprofessorin an der Harvard University.

Familie

Verheiratet mit George A. Akerlof, Wirtschaftsnobelpreisträger und Professor an der kalifornischen Berkeley-Universität; ein Sohn: Robert Akerlof

In dem Stück erfährt man außerdem, dass Yellen gerne Philosophisches liest, um „unpopuläre Aufsätze verfassen zu können“, dass sie an Dingen wie Wahrscheinlichkeitsrechnung, Matrix-Algebra und Vektorrechnung Spaß hat, und dass sie nach der High School aufs Pembroke College in Rhode Island gehen wollte, um „Mathe, Anthropologie oder Wirtschaft“ zu studieren. (Sie hatte sich natürlich längst für Wirtschaft entschieden und machte ihren Abschluss dort später mit summa cum laude, anschließend den Doktor an der berühmten Yale Universität.)

Ausgegraben hat das Yellen-Yellen-Interview Vivian Yee von der New York Times. Dafür zollt selbst der Erzkonkurrent „Wall Street Journal" mächtig Anerkennung: Das Interview ist „ohne Zweifel das beste Stück im Internet an diesem Tag“, schrieben die Kollegen am Mittwoch. Handelsblatt Online dokumentiert den Text von Janet Yellen im „Pilot“ deshalb im folgenden im Original.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

10.10.2013, 17:45 Uhr

Geld-Druckmaschinen kaufen ..... !!

Account gelöscht!

11.10.2013, 07:53 Uhr

Vermutlich würde sie zu ihrer Zeit als Wirtschaftsberaterin von Clinton (97-99) auch am liebsten keinen Kommentar abgeben. Man erinnere sich: Aufweichung der Bankenregeln, Einführung von überbewerteten Hypotheken, Niedrigzinsen für Hausbauer. Erster Startschuß für die Immobilienkrise, die dann zur weltweiten Finanzkrise wurde.

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