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12.03.2006

23:00 Uhr

Slobodan Milosevic

Milosevic: Tod durch Herzinfarkt

Der in UN-Haft verstorbene frühere jugoslawische Machthaber Slobodan Milosevic erlitt einen Herzinfarkt. Das gab das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag am Sonntagabend als Ergebnis eines vorläufigen Autopsieberichts bekannt.

Milosevic vor dem UN-Tribunal in Den Haag. Foto: dpa dpa

Milosevic vor dem UN-Tribunal in Den Haag. Foto: dpa

HB DEN HAAG. Die Ursache des Herzinfarkts wurde nicht mitgeteilt. Das Tribunal verwies darauf, dass die Ergebnisse eines toxikologischen Gutachtens noch nicht vorlägen. Die vom Gericht eingeleitete Obduktion der Leiche war am Abend abgeschlossen worden.

Der als Kriegsverbrecher angeklagte Milosevic war am Samstagmorgen tot in seiner Zelle im Gefängnistrakt des Haager Gerichts aufgefunden worden. Seine Leiche soll am Montag für die Familie freigegeben werden.

Mit Milosevic' Tod findet eines der wichtigsten Kriegsverbrecherverfahren Europas seit den Nürnberger Prozessen ein abruptes Ende. Das UN-Gericht war noch Monate von einem Urteil entfernt, obwohl der Prozess bereits in sein fünftes Jahre ging. Milosevic war vor dem Gericht der Vereinten Nationen (UN) seit 2002 wegen Völkermordes, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen in Bosnien, Kroatien und im Kosovo während der 90er Jahre angeklagt. Unter anderen wurde ihm das Massaker in Srebrenica zur Last gelegt.

Milosevic litt seit langem an Herz- und Kreislaufproblemen und hatte erst kürzlich beantragt, sich für eine medizinische Behandlung nach Moskau begeben zu dürfen. Das Tribunal lehnte dies offenbar aus der Sorge heraus ab, der Angeklagte könnte Mittel und Wege finden, nicht nach Den Haag zurückzukehren.

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