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30.08.2013

07:54 Uhr

Snowden-Enthüllungen

NSA wusste schon lange von Datenmissbrauch

Dass die gesammelten Informationen bei der NSA nicht sicher unter Verschluss sind, wusste der Geheimdienst offenbar schon lange. Besonders pikant: Unterlagen darüber sollen auch an zuständige US-Politiker gegangen sein.

Neue Unterlagen über den US-Geheimdienst NSA stellen interne Sicherheitslücken bloß. dpa

Neue Unterlagen über den US-Geheimdienst NSA stellen interne Sicherheitslücken bloß.

WashingtonDer amerikanische Geheimdienst NSA wusste offenbar lange schon vor den Enthüllungen seines Ex-Mitarbeiters Edward Snowden von weitreichenden Sicherheitsproblemen. Aus internen NSA-Berichten geht hervor, dass die Behörde im Jahr 2012 rund 4000 Fälle von möglichen internen Sicherheitsverletzungen überprüfen wollte, wie die „Washington Post“ am Donnerstag berichtete. Dabei zitierte die Zeitung aus Unterlagen, die ihr nach eigener Aussage von Snowden selbst zugespielt wurden.

In den Top-Secret-Dokumenten ist die Rede von Insidern, „die versuchen, ihren autorisierten Zugang zu vertraulichen Informationen auszunutzen, um den Interessen der USA zu schaden“. Mehrere Personen seien durch „unnatürliche Verhalten“ aufgefallen. Die Unterlagen wurden den zuständigen Ausschüssen des Senats und des Repräsentantenhauses im Februar 2012 überstellt - also mehr als ein Jahr bevor Snowden mit seinen Enthüllungen zu den Praktiken der NSA an die Öffentlichkeit ging.

Zudem legen die neuesten Enthüllung von Edward Snowden offen, mit welcher Finanzkraft die USA haben seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 ihr Geheimdienstimperium aufgebaut haben. Die Ausgaben für die 16 Spionagebehörden hätten sich bis heute auf 52,6 Milliarden Dollar (39,7 Milliarden Euro) schätzungsweise verdoppelt, berichtete die „Washington Post“.

Sie beruft sich auf einen vertraulichen Budgetentwurf, der aus dem Enthüllungsfundus des ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden stamme. Der 178 Seiten starke, streng vertrauliche Bericht biete der Öffentlichkeit erstmals einen detaillierten Überblick über die Prioritäten, Ziele und Probleme des mächtigen Schnüffelapparates mit seinen gut 107.000 Mitarbeitern.

Er stellt den Auslandsgeheimdienst CIA als mit Abstand größte Einrichtung dar. Für ihre Operationen werden rund 14,7 Milliarden Dollar veranschlagt. Die NSA, die nach den Snowden-Enthüllungen wegen ihrer massiven Ausspähaktionen im Internet und über Telefonverbindungen derzeit weltweit kritisiert wird, hat laut dem Bericht ein Budget von 10,3 Milliarden.

Nun ziehen die USA Konsequenzen aus der NSA-Ausspähaffäre: Künftig will der Geheimdienst mehr Informationen über Überwachungsprogramme der Regierung preisgeben. Geplant sei, nun jährlich zu veröffentlichen, wie häufig Telekomfirmen per Gerichtsbeschluss dazu gezwungen würden, Nutzerdaten weiterzugeben, kündigte der Nationale Geheimdienstdirektor, James Clapper, am Donnerstag an. Zudem wolle man bekanntgeben, wie viele Kunden der Firmen betroffen gewesen seien. Die Gerichtsbeschlüsse ermöglichen das Sammeln von Informationen über Nutzer sowie das Mithören von Gesprächen.

Kommentare (1)

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31.08.2013, 11:39 Uhr

Genau das ist es warum die US Bevölkerung die 52 Mrd. Dollar jedes Jahr für die Armada an US- Geheimdiensten aufbringen muss, damit die Eliten und Funktionsträger des Landes unverfroren ihren Missbrauch im persönlichen Bereich und im Sinne ihres Systemerhalts betreiben können. Die USA sind eine autokratisch organisierte Elitendemokratie, andere Behauptungen sind dreiste Lügen!

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