Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.06.2013

15:49 Uhr

Snowdens Flucht

Plant Ecuador einen neuen Seitenhieb gegen die USA?

Edward Snowden will ausgerechnet nach Ecuador, jenem Land, das schon Wikileaks-Gründer Assange in seiner Londoner Botschaft beherbergt. Ecuadors Präsident Correa schätzt seine Rolle als Provokateur.

Edward Snowdens Asylantrag könnte die Spannungen zwischen Ecuador und den USA weiter vergrößern. AFP

Edward Snowdens Asylantrag könnte die Spannungen zwischen Ecuador und den USA weiter vergrößern.

CaracasEcuadors Präsident Rafael Correa gefällt sich in der Rolle als großer Provokateur der USA. In Reden wettert er immer wieder gegen US-amerikanischen Imperialismus. Wikileaks-Gründer Julian Assange gewährte er Zuflucht in der ecuadorianischen Botschaft in London. Und nun fragt sich die Welt, ob der streitbare Correa nun zum ultimativen Seitenhieb gegen Washington ansetzt: Der von der US-Justiz wegen Spionage und Diebstahls von Staatseigentum gesuchte Edward Snowden hat nun auch in Ecuador angeklopft. Am Sonntag beantragte er Asyl in dem südamerikanischen Land.

Sollte Snowden mit seinem Ansinnen Gehör finden, dürfte Correa die USA damit so sehr verärgern wie niemals zuvor. Da sind sich viele Experten einig. Schließlich nehme Washington diesen Fall ernster als die Causa Assange, weil von den jüngsten Enthüllungen Snowdens bislang Geheimdienstaktivitäten betroffen seien, sagt die ecuadorianische Politikexpertin Grace Jaramillo. „Die USA werden alles daran setzen, dass Snowden an sie ausgeliefert wird. Dafür könnten sie sogar auf wirtschaftliche Sanktionen oder eine direkte Intervention zurückgreifen, falls der Fall sich verkomplizieren sollte“.

Der Asylantrag Snowdens werde derzeit noch geprüft, ließ Ecuadors Außenminister Ricardo Patino am Sonntag verlauten. Seinen bisherigen Zufluchtsort Hongkong hat Snowden am Wochenende jedenfalls schon verlassen. Erste Station war Moskau. Von der russischen Hauptstadt aus sollte Snowden eigentlich über Kuba nach Venezuela fliegen. Eine Aeroflot-Maschine mit Ziel Havanna, auf die er gebucht war, hob allerdings ohne ihn ab.

Trotz des Rätselratens um Snowdens Verbleib deutete Ecuadors Chefdiplomat am Montag an, dass Präsident Correa den Asylantrag wohl durchwinken dürfte. Der Fall „habe etwas mit Meinungsfreiheit und der Sicherheit der Bürger in der ganzen Welt zu tun“, sagte Außenminister Patino bei einem Besuch in Vietnam vor Journalisten.

Flucht aus Hongkong: Snowden versteckt sich auf Moskauer Flughafen

Flucht aus Hongkong

Snowden versteckt sich auf Moskauer Flughafen

„Whistleblower“ Edward Snwoden hat Asyl in Ecador beantragt. Das südamerikanische Land gewährt bereits dem Wikileaks-Gründer Assange Schutz vor der US-Justiz. Noch aber soll sich Snwoden nicht in Südamerika befinden.

Dass der Spionagethriller um Snowden seinen Höhepunkt in Ecuador erleben könnte, glauben auch einige Experten. Sie verweisen auf den Fall Julian Assange, dem Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, der seit mehr als einem Jahr in der ecuadorianischen Botschaft in London ausharrt.

„Correa dürfte es schwerfallen, der Versuchung nach weiterer Aufmerksamkeit und der Chance zu widerstehen, die USA zu provozieren und herauszufordern“, erklärt Michael Shifter, Präsident der Denkfabrik Inter-American Dialogue. „Correa geht gern auf Konfrontation und mag den Kampf. Sollte er Snowden aber am Ende tatsächlich Asyl gewähren, sollte man hoffen, dass Correa gründlich über die Konsequenzen der Entscheidung nachgedacht hat“.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

FJV

24.06.2013, 16:36 Uhr

--> "Übrigen wäre es auch ein illegaler Akt, weil er etwas getan habe, dass sowohl in den USA als auch in Ecuador ein Verbrechen sei...."

Eine hohle Phrase ohne konkreten Verweis, wieso das Bekenntnis wonach die USA weltweit Kommunikationen anzapfen, ecuador´sche Gesetze verletzen würden. Wie der Artikel zuvor einräumt, sieht Correa vielmehr ein Recht auf Meinungsfreiheit gegeben. Und so ist es auch. Letzteres ist schließlich auch ein Verfassungsrecht - und damit über allen anderen Gesetzen stehend. - Oder das HB versteht das Prinzip einer Verfassung nicht.

freigeist

24.06.2013, 16:52 Uhr

die einzigen, die hier etwas illegales, und somit ein Verbrechen getan haben, und ungeniert weiterhin tun, ist die USA und England, und wahrscheinlich auch Russland:An uns Bürgern wird jeden Tag ein Verbrechen begangen. Nebenbei: möchte nicht wissen, ob die Israelis nicht noch schlimmer sind, In der Negevwüste steht eine der größten Abhöranlagen der welt.

USAtorpedasImAngriff

24.06.2013, 20:26 Uhr

Die USA muß niemanden herausfordern, sie erledigen sich von innen heraus selbst. Wie die Stimmung im Lande, sehen Sie sich hier um: http://infowars.com und Sie werden geholfen. Ganz ohne Bush oder Obama, einfach den gefühlten Amerikaner näher kennenlernen und zurücklehnen, durchatmen und Meinung bilden. So einfach kann Leben sein, wenn auch der Sprache wegen ein wenig anstrengend.

Ein Muß für jeden ein geeignetes Übersetzungsprogramm, manches gar gratis.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×