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10.10.2013

15:55 Uhr

Snowdens Vater in Russland

„Ich danke Vladimir Putin“

Whistleblower Edward Snowden hat Besuch von seinem Vater bekommen. Dieser behauptet, er wisse selbst nicht, wo sein Sohn sich aufhalte. Die Begegnung wird abgeschirmt wie ein Staatsgeheimnis.

Lon Snowden (links) und Edward Snowdens Anwalt Anatoly Kucherena: „Ich bin froh, dass er vorläufiges Asyl erhalten hat. Dafür danke ich Präsident Wladimir Putin und dem russischen Volk.“ ap

Lon Snowden (links) und Edward Snowdens Anwalt Anatoly Kucherena: „Ich bin froh, dass er vorläufiges Asyl erhalten hat. Dafür danke ich Präsident Wladimir Putin und dem russischen Volk.“

MoskauGeheimes Wiedersehen: Der Vater des US-Informanten Edward Snowden ist am Donnerstag in Moskau gelandet und sollte noch am selben Tag seinen Sohn treffen. Dafür müsse Lon Snowden aber noch „viele Kilometer bewältigen“, sagte der russische Anwalt Anatoli Kutscherena der Agentur Itar-Tass. Den Ort des Treffens mit dem früheren Geheimdienstmitarbeiter nannte er aus Sicherheitsgründen nicht. Lon Snowden behauptete, er wisse selbst nicht, wo sich sein Sohn aufhalte.

Der 30-Jährige sei in Russland frei und sicher, sagte Vater Snowden nach seiner Ankunft aus New York am Flughafen Moskau-Scheremetjewo. „Ich hoffe, dass er hier wohnen bleiben kann. Ich bin froh, dass er vorläufiges Asyl erhalten hat. Dafür danke ich Präsident Wladimir Putin und dem russischen Volk.“ In seinen Augen sei sein Sohn zwar kein Verräter. Er habe aber Zweifel, ob Edward gefahrlos in die USA zurückkehren könne, sagte Lon Snowden, der vom kremltreuen Anwalt Kutscherena eingeladen worden war.

Ein kleines Lexikon der Spähaffäre

Prism

Das ist der Name des US-Geheimdienstprogramms, das gleich zu Beginn enthüllt wurde und deshalb zum Inbegriff der gesamten Spähaffäre wurde. Die Abkürzung steht für „Planning Tool for Resource Integration, Synchronization and Management“ (etwa Planungswerkzeug für Quellenintegration, -synchronisierung und -management). Es ist bislang nicht ganz klar, wie das Programm funktioniert. Nach den von Snowden der Presse übergebenen Dokumenten erlaubt oder organisiert „Prism“ den Zugriff auf Daten der Nutzer großer Internetfirmen wie Microsoft, Google und Facebook. Experten glauben, dass US-Dienste damit verdachtsunabhängig große Mengen Nutzerdaten abgreifen. Die gespeicherten Daten werden dann mit Filterbegriffen genauer durchsucht.

Tempora

So lautet der Deckname eines Überwachungsprogramms des britischen Geheimdienstes und NSA-Partners GCHQ, das es auf Daten aus Seekabeln abgesehen hat. Durch diese Glasfaserverbindungen fließt der überwiegende Teil der globalen Telefon- und Internetkommunikation. „Tempora“ erlaubt es demnach, den Datenverkehr in Pufferspeichern zu sammeln und Emails, Telefonate und Videochats zu rekonstruieren. Die Daten können einige Tage, einzelne Informationsteile wie Absender und Empfänger sogar wochenlang gespeichert werden. Mit der entsprechenden Software können so nachträglich Nachrichten von Verdächtigen gefunden oder die Stimmen von Gesuchten identifiziert werden.

Muscular

Hierbei geht es den bislang vorliegenden Berichten zufolge um das wahllose Abfangen der Datenströme aus Glasfaserkabeln zwischen den Rechenzentren der Internetkonzerne Google und Yahoo durch die NSA und ihren britischen Partnerdienst GCHQ. Google betreibt weltweit 13 dieser Anlagen, auf denen die Daten von Nutzern und deren Informationsströme verwaltet werden. Die Zentren tauschen ständig gigantische Datenmengen untereinander aus. NSA und GCHQ haben sich angeblich heimlich Zugang zu den Verbindungskabeln verschafft und kopieren Massen unverschlüsselter Daten.

XKeyscore

Der Begriff bezeichnet ein weiteres internes IT-Programm der NSA. Nach bisher vorliegenden Informationen handelt es sich dabei anscheinend um eine Art Analyse-Software, mit der die von der NSA betriebenen Datenbanken durchsucht werden, um Berichte über das Kommunikationsverhalten einer Person zu erstellen. Demnach kann „XKeyscore“ etwa auf Telefonnummern und Emailadressen zugreifen, aber auch Begriffe auflisten, die jemand in die Google-Suche eingegeben hat. Über „XKeyscore“ wurde hierzulande zuletzt viel diskutiert. Der Verfassungsschutz räumte ein, das Programm „testweise“ einzusetzen - wobei der Dienst aber ausdrücklich betont, es lediglich zur Analyse von bereits im eigenen Haus vorliegenden, nach deutschem Recht erhobenen Daten zu testen und damit weder aktiv Informationen zu sammeln noch international Daten etwa mit der NSA auszutauschen.

DE-CIX

Der große Internetknoten in Frankfurt am Main ist den Berichten zufolge ein bevorzugtes Ziel der NSA-Spionage in Deutschland. DE-CIX ist eine Art große Weiche, an der Internetverkehr aus verschiedenen einzelnen Provider- und Datennetzen zusammenfließt und verteilt wird. Gemessen am Datendurchsatz soll DE-CIX laut Betreiber der größte Internetknoten der Welt sein. Unklar ist aber, wie mutmaßliche Spione Zugriff auf den Knoten erhalten haben sollen. Denn DE-CIX besteht aus 18 gesicherten Einrichtungen, die durch Glasfaser verbunden sind. Der Betreiber und deutsche Behörden dementierten, dass die NSA hier Zugriff habe.

G-10-Gesetz

Dieses Gesetz regelt den Zugriff der deutschen Nachrichtendienste auf Telekommunikationsdaten. Vollständig heißt es „Gesetz zur Beschränkung des Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnisses“. Da es in Artikel 10 des Grundgesetzes verfassungsrechtlich fixiert ist, lautet die Kurzform G-10-Gesetz. Es verpflichtet Postanbieter sowie Telekom- und Internetkonzerne, den Verfassungsschutzämtern, dem Bundesnachrichtendienst (BND) und dem Militärischen Abschirmdienst (MAD) der Bundeswehr auf Verlangen Sendungen zu übergeben und ihnen die Aufzeichnung und Überwachung der Telekommunikation technisch zu ermöglichen. Laut Gesetz dürfen die Dienste derartige Maßnahmen etwa zur Abwehr einer „drohenden Gefahr“ für die demokratische Grundordnung beantragen. Genehmigt werden diese von einer speziellen Kommission aus zehn Bundestagsabgeordneten, der sogenannten G-10-Kommission.

Edward Snowden war am 23. Juni aus Hongkong kommend in Moskau gelandet. Er hielt sich wochenlang in der Transitzone des Flughafens Scheremetjewo auf, bevor er vorläufiges Asyl für ein Jahr erhielt. Der IT-Experte habe seitdem zahlreiche Arbeitsangebote russischer Unternehmen erhalten, sagte Kutscherena.

„Er lebt von dem Geld, das er hatte. Das reicht selbstverständlich nicht für einen hohen Lebensstandard“, betonte Kutscherena. Nach Angaben der Enthüllungsplattform Wikileaks nahm Snowden am Vortag an einer Whistleblower-Konferenz in Moskau teil.

Die USA fordern Snowdens Auslieferung. Sie suchen den Enthüller der US-Ausspähprogramme wegen Geheimnisverrats. Russland lehnt aber eine Abschiebung vehement ab. Im Streit um Snowden hatte US-Präsident Barack Obama Anfang August ein geplantes Treffen mit Putin abgesagt.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

10.10.2013, 16:44 Uhr

Für mich sieht es so aus, dass Snownden in Absprache von Obama und Putin als Figur aufgebaut wurde und dann medienwirksam ausgeliefert wurde - damit Obama gegen seine eigenen Geheimdienste vorgehen kann um das "konservative Rückgrat" der USA zu zerstören. Das würde "Sinn machen" aus seiner Blickrichtung jedenfalls. Putin hat sich dazu als "Hilfesteller" bereit erklärt. Wahrscheinlich ist Snowden niemals NSA-Mitarbeiter gewesen. Alles insziniert wie der Schäpke NSU-Gerichts-Prozess in Deutschland eine einzige Farce ist.

Meine Meinung dazu.

JohnFKennedy

10.10.2013, 18:17 Uhr

Klar :D

Die Mondlandung war sicher auch ein Fake! Und die AfD wird von den Medien unterdrückt!

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