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17.12.2014

14:28 Uhr

Solarstreit

USA erhöhen Strafzölle gegen chinesische Firmen

Der Handelsstreit zwischen China und den USA geht in die nächste Runde: Das US-Handelsministerium hat die Strafzölle auf Solar-Technik aus China deutlich angehoben. Der lachende Dritte ist die deutsche Solarworld.

Nach dem Nachfrageeinbruch in Europa sorgt die rasant steigende Nachfrage in Übersee für einen Hoffnungsschimmer in der Solarbranche. dpa

Nach dem Nachfrageeinbruch in Europa sorgt die rasant steigende Nachfrage in Übersee für einen Hoffnungsschimmer in der Solarbranche.

DüsseldorfDie USA schotten sich weiter gegen Solarimporte aus China ab und fachen damit den Handelsstreit der beiden Länder neu an. Das US-Handelsministerium hob die Strafzölle auf Solar-Technik aus China auf über 50 Prozent an von zuvor über 30 Prozent. Produkte aus Taiwan wurden mit Zöllen von rund 20 Prozent belegt.

Während die deutsche Solarworld, die einen Ableger in Amerika hat, den Schritt begrüßte, kritisierte der chinesische Wettbewerber Yingli die Zölle scharf und warnte wie auch die norwegische REC Silicon vor steigenden Preisen. Neben Yingli sind von den US-Zöllen auch die chinesische Trina Solar, Suntec Power und die taiwanische Motech Industrie betroffenen sowie all jene, die chinesische oder taiwanische Teile in ihren Solarprodukten verwenden.

Milan Nitzschke, Präsident der europäischen Industrieinitiative EU ProSun und Solarworld-Manager, erklärte am Mittwoch, die bereits zuvor geltenden Antidumpingzölle auf chinesische Solarzellen und Module, die diese Zellen enthalten, seien von den chinesischen Solarherstellern in großem Umfang durch Fertigung etwa in Taiwan umgangen worden. „Diese Umgehung wird mit den neuen Zollfestsetzungen nun gestoppt.“ Yingli-Chef Liansheng Miaot entgegnete indes: „Die jüngste Entscheidung ist die Fortsetzung der anhaltenden Drangsalierung des amerikanischen Solarmarktes und das zu einer Zeit, in der dieser in nie dagewesenem Maße wächst.“

Solarworld betreibt in Hillsboro/Oregon die nach eigenen Angaben größte Fertigung von Solarprodukten in den USA und erzielte im dritten Quartal über 40 Prozent des Absatzes im US-Markt. Nach dem Nachfrageeinbruch in Europa – vor allem in Deutschland – sorgt die derzeit rasant steigende Nachfrage in Übersee für einen Hoffnungsschimmer in der krisengeschüttelten Branche.

Der Niedergang der deutschen Solarindustrie

13. Dezember 2011

Das Berliner Solarunternehmen Solon ist pleite. Die Aktiengesellschaft verbuchte 2011 einen Verlust von mehr als 200 Millionen Euro. Das indisch-arabische Unternehmen Microsol übernimmt Solon im März aus der Insolvenz. 433 von 471 Arbeitsplätzen in Berlin bleiben zunächst erhalten, der Standort Greifswald wird geschlossen. Für 2013 sieht das Unternehmen wieder Chancen auf einen Gewinn.

21. Dezember 2011

Der Erlanger Solarkraftwerk-Hersteller Solar Millennium beantragt die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, das im Februar 2012 eröffnet wird. Die Aktiengesellschaft mit 60 Mitarbeitern ist auf Solarthermie-Technik spezialisiert.

3. April 2012

Der einst weltgrößte Solarzellenhersteller Q-Cells in Bitterfeld-Wolfen beantragt Insolvenz. Das Unternehmen mit einst 1300 Jobs am Stammsitz galt lange als Sonnenstrahl in Sachsen-Anhalt. Ende August wird das Unternehmen vom südkoreanischen Mischkonzern Hanwha übernommen und ist damit vorerst gerettet, der größte Teil der Jobs bleibt erhalten.

17. April 2012

Das US-Unternehmen First Solar kündigt an, sein Werk in Frankfurt (Oder) schließen zu wollen. Ende Dezember ist für die Beschäftigten der letzte reguläre Arbeitstag. Bis spätestens Ende Mai 2013 verlieren damit alle 1200 Beschäftigten des Solarmodulherstellers ihren Job. Die Suche nach Investoren läuft aber weiter.

25. Juni 2012

Die Berliner Global Solar Energy Deutschland (GSED) mit 133 Mitarbeitern meldet Insolvenz an. Die Tochter der amerikanischen Global Solar Energy produzierte seit 2008 flexible Dünnschicht-Solarzellen.

10. Juli 2012

Die Berliner Global Solar Energy Deutschland (GSED) mit 133 Mitarbeitern meldet Insolvenz an. Die Tochter der amerikanischen Global Solar Energy produzierte seit 2008 flexible Dünnschicht-Solarzellen.

21. August 2012

Die Solarfirma Sovello in Sachsen-Anhalt stellt nach erfolgloser Investorensuche die Produktion ein. Den noch rund 1000 Mitarbeitern wird endgültig gekündigt. Sovello war eine Abspaltung des Ex-Weltmarktführers Q-Cells und hatte im Mai Insolvenz beantragt. Mitte Februar will der Insolvenzverwalter die Maschinen und das sonstige Inventar der Firma versteigern.

6. September 2012

Die EU-Kommission leitet ein Antidumping-Verfahren gegen die chinesische Solarbranche ein. Die Wettbewerbsbehörde will prüfen, ob die Asiaten mit zu niedrigen Preisen den Wettbewerb schädigen. Sie reagiert damit auf einen Antrag von europäischen Solarfirmen wie der Bonner Solarworld, die sich durch die Billigkonkurrenz aus China geschädigt fühlen. Eine Entscheidung über mögliche Strafzölle steht noch aus.

18. Oktober 2012

Der Solartechnikhersteller SMA Solar will sich von 450 seiner weltweit gut 5500 Mitarbeiter sowie von 600 Zeitarbeitern trennen. Denn für 2013 wird mit einem kräftigen Rückgang des Umsatzes gerechnet. Der nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei sogenannten Wechselrichtern, einer zentralen Komponente von Solarstromanlagen, hatte sich in der ersten Hälfte 2012 anders als viele Unternehmen der Branche noch relativ gut geschlagen.

23. Januar 2013

Der Technologieriese Bosch gibt bekannt, dass seine ab dem Jahr 2008 teuer aufgebaute Sonnenenergiesparte 2012 gut eine Milliarde Euro Verlust eingefahren hat. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) des in der schwächelnden Weltkonjunktur ohnehin unter Druck stehenden Konzerns sei entsprechend auf etwa eine Milliarde Euro eingebrochen (2011: 2,7 Mrd Euro). Das Traditionsunternehmen kündigt eisernes Sparen an. Zentraler Standort der Solartochter ist Thüringen. Bosch Solar Energy hatte nach aktuellsten Angaben des Konzerns mit Stand vom Dezember 2012 weltweit rund 3200 Mitarbeiter.

24. Januar 2013

Die Krise der Solarbranche bringt auch Solarworld immer stärker in Bedrängnis. Das einstige Vorzeigeunternehmen teilt mit, dass mit Gläubigern über einen Schuldenschnitt gesprochen werden solle. Es kommt auch zu weiteren Stellenstreichungen.

5.Juli 2013

Nachdem das Hamburger Solarunternehmen Conergy seit Jahren Verluste schrieb, meldete es am 5. Juli schließlich Insolvenz an. Bis zuletzt hatte das Unternehmen auf einen rettenden Investor aus Asien gesetzt, der Bankverbindlichkeiten ablösen und frisches Geld zuschießen sollte.

Solarworld spielt sowohl in den USA wie auch in Europa eine maßgebliche Rolle in dem Handelsstreit mit China. Mit seinen Vorwürfen, chinesische Solarfirmen erhielten durch staatliche Subventionierung Wettbewerbsvorteile und überschwemmten die Märkte mit Dumpingpreisen, hatte Solarworld sowohl in der EU wie auch in Übersee Dumpingverfahren initiiert. Die Aktien des Unternehmens stiegen am Mittwoch um vier Prozent.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Herr Peter Spiegel

17.12.2014, 14:57 Uhr

USA erhöhen Strafzölle gegen chinesische Firmen.

Diesen Satz werden wir noch öfters lesen, denn das ist der eigentliche Konflikt.

Frau Margrit Steer

17.12.2014, 15:06 Uhr

Also der nächte Konflikt den dieser Blender Obama auslöst.
Was will dieser Mann eigentlich?
Er bringt die ganze Welt in Unruhe

Herr Peter Spiegel

17.12.2014, 15:18 Uhr

Die Amis errichten mit den Freihandelsabkommen eine Wirtschaftszone ohne die Chinesen, die Sache mit Russland
ist ein Nebenschauplatz. Auch der "arabische Frühling"
diente nur den Zweck die Chinesen aus Libyen u.s.w.
rauszuwefen.

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