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08.12.2013

14:34 Uhr

Soldat im Koreakrieg

Nordkorea lässt 85-jährigen US-Veteran frei

Es war ein Muskelspiel Nordkoreas. Wochenlang hielt das Regime einen US-Kriegsveteranen fest. Der Mann soll Verbrechen im Korea-Krieg begangen haben. Jetzt ließ Pjöngjang den 85-Jährigen frei.

Das kommunistische Regime in Nordkorea hat den wochenlang festgehaltenen US-Korea-Kriegsveteranen freigelassen. Der 85-jährige Kalifornier Merrill Newman sei aus „humanitären Gründen“ ausgewiesen worden. Reuters

Das kommunistische Regime in Nordkorea hat den wochenlang festgehaltenen US-Korea-Kriegsveteranen freigelassen. Der 85-jährige Kalifornier Merrill Newman sei aus „humanitären Gründen“ ausgewiesen worden.

SeoulDer 85-jährige US-Bürger Merrill Newman ist aus nordkoreanischer Gefangenschaft freigelassen worden. Der Veteran des Koreakriegs der Jahre 1950 bis 1953 sei "aus humanitären Gründen" ausgewiesen worden, meldete die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Samstag. Merrill kehrte noch am selben Tag in seine Heimat zurück.

Newman habe "ernsthaftes Bedauern" über seine Taten ausgedrückt, schrieb die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Als weitere Gründe für die Ausweisung wurden sein hohes Alter und sein Gesundheitszustand genannt.

Newman reiste noch am Samstag über Peking in die USA. Nach seiner Landung auf dem Flughafen von San Francisco äußerte sich der 85-Jährige kurz vor Journalisten. "Es war eine großartige Rückkehr, und ich bin müde, aber ich kann jetzt mit meiner Familie zusammen sein", sagte er im Beisein seiner Frau und seines Sohnes. "Danke für all die Unterstützung."

Nordkorea und seine Rakete

Was deutet auf einen bevorstehenden Test hin?

Das südkoreanische Verteidigungsministerium hat Geheimdienstberichte bestätigt, wonach Nordkorea mindestens eine Mittelstreckenrakete mit dem Zug an die Ostküste des Landes transportiert habe. Die Rakete wurde demnach bereits auf eine mobile Abschussvorrichtung montiert. Südkoreanische Medien berichteten, dass zwei Raketen an die Küste gebracht wurden.

Um was für Raketen handelt es sich?

Dazu äußerte sich das südkoreanische Verteidigungsministerium nicht genau. Es sprach lediglich von einer Mittelstreckenrakete mit "erheblicher Reichweite". Südkoreanische Medien berichteten unter Berufung auf Militär- und Regierungsvertreter, es handele sich um Raketen des Typs Mudusan.

Was ist über die Mudusan-Rakete bekannt?

Dieser Raketentyp wurde erstmals im Oktober 2010 bei einer Militärparade in Pjöngjang präsentiert. Die Sicherheitsberatungsfirma IHS Jane's ist der Ansicht, dass es sich um eine Mittelstreckenrakete mit einem einzelnen Sprengkopf handelt, die auf der Straße transportiert werden kann und mit flüssigem Treibstoff betrieben wird. Sie basiere auf der russischen R-27 und nutze auch Technik von Raketen des Typs Scud.

Welche Reichweite und Tragfähigkeit hat die Rakete?

Den Sicherheitsexperten zufolge kann die Rakete 2500 bis 4000 Kilometer weit fliegen. Damit könnte sie von Nordkorea aus mindestens Südkorea und Japan erreichen, möglicherweise aber auch US-Militärstützpunkte auf der Pazifikinsel Guam.

Kann die Rakete Nuklearsprengköpfe transportieren?

Das ist theoretisch möglich. Die meisten Experten sind allerdings der Ansicht, dass Nordkorea bislang nicht über die nötige Technologie verfügt, um Nuklearsprengköpfe auf Raketen zu montieren.

Gibt es Experten, die diesen Beschreibungen widersprechen?

Ja, und zwar zwei deutsche Experten. Markus Schiller und Robert Schmucker aus München sind der Ansicht, dass es die Mudusan-Rakete gar nicht gibt. Das im Oktober 2012 vorgeführte Modell sei lediglich eine Attrappe gewesen. Zwar sei ein Raketentest durchaus vorstellbar, meinen die beiden Experten. Doch dann würde höchstwahrscheinlich ein ausländisches Modell verwendet und kein in Nordkorea hergestelltes.

Das US-Außenministerium begrüßte die Freilassung. Washington sei "erfreut", dass Newman zu seiner Familie zurückkehren könne, erklärte Vizesprecherin Marie Harf. US-Vizepräsident Joe Biden äußerte sich kurz darauf ähnlich. Auf seiner Reise wurde Newman er von einem US-Konsulatsbeamten begleitet.

Newman, ein pensionierter Finanzdirektor aus Kalifornien, war in Nordkorea seit Wochen wegen des Vorwurfs "feindlicher Handlungen" festgehalten worden. Nach nordkoreanischen Angaben reiste er im Oktober "getarnt als Tourist" in das Land ein. Die US-Regierung forderte vehement seine Freilassung wegen seines hohen Alters und gesundheitlicher Probleme.

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