Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.01.2016

07:04 Uhr

Somalia

Mehr als 20 Tote bei Geiselnahme in Mogadischu

Erst rammte ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug ein Strand-Hotel im Mogadischu, danach stürmten vier Kämpfer die Anlage: Mindestens 20 Menschen sterben. Auch eine Bekenner-Nachricht gibt es bereits.

Bewaffnete hatten das Feier eröffnet. dpa

Rettungskräfte in der Nähe des Hotels

Bewaffnete hatten das Feier eröffnet.

MogadischuBei dem extremistischen Angriff auf ein Restaurant in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind mehr als 20 Menschen getötet worden. Spezialkräfte hätten eine Geiselnahme in dem bei der politischen Elite des Landes beliebten Lokal beendet, sagte der Polizeisprecher Mohamed Hussein am Freitagmorgen vor Ort.

Die Sicherheitskräfte hätten kurz vor dem Morgengrauen die Kontrolle über das bei der politischen Elite des Landes beliebten Restaurant erlangt, sagte Hussein weiter. Ob er auch die Angreifer zu den Getöteten zählte, blieb zunächst unklar. Viele Menschen seien gerettet worden, sagte er.

Ein Augenzeuge berichtete, die Angreifer hätten auf Arabisch „Gott ist groß“ gerufen und wahllos um sich geschossen. Dann seien sie in das Gebäude eingedrungen. Der Sprecher sagte, die Bewaffneten hätten zunächst einen Selbstmordattentäter in einem mit Sprengstoff beladenen Wagen vorgeschickt, der das Tor des Restaurants rammte. Anschließend hätten sie freie Bahn gehabt und seien in das Gebäude gestürmt. Das Restaurant sei zu diesem Zeitpunkt voll besetzt gewesen. Sicherheitskräfte versuchten, die Angreifer festzunehmen. Aus dem Gebäude seien Schüsse zu hören.

Boko Haram und al-Shabaab: Islamistenterror erschüttert weite Teile Afrikas

Boko Haram und al-Shabaab

Islamistenterror erschüttert weite Teile Afrikas

Sinnesbrüder des Islamischen Staats haben in diesem Jahr Tausende Afrikaner getötet. Während die nigerianische Armee zuletzt Boko Haram zurückdrängen konnte, gewinnt Al-Shabaab an Stärke.

Explosionen und Schüsse waren zu hören, als somalische Spezialkräfte von Raum zu Raum gingen, um die Bewaffneten zu finden, die sich in dem Restaurant „Liido Seafood“ verschanzt hatten. Es wird vermutet, dass es sich um Kämpfer der radikalislamischen Al-Shabaab-Miliz handelt. Sie hatte sich im Online-Radio zu dem Überfall bekannt.

Die radikale Miliz verbreitet seit Jahren in Somalia Angst und Schrecken und verübt auch in Nachbarländern wie Kenia Anschläge. Zwar vertrieben Regierungstruppen und Soldaten der Afrikanischen Union die Extremisten 2011 aus der Hauptstadt Mogadischu, Al-Shabaab beherrscht aber noch weite Teile Mittel- und Südsomalias. Die Organisation hat Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida und kooperiert mit den Extremisten von Boko Haram in Nigeria.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×