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09.01.2007

12:28 Uhr

Somalia

USA greifen El Kaida mit fliegender Festung an

Die US-Luftwaffe hat im Süden Somalias einen massiven Angriff gegen vermutete Stellungen des Terrornetzwerks El Kaida geflogen. Im Einsatz war auch eine hoch gerüstete Variante des „Hercules“-Transportflugzeugs. US-Medien wollen erfahren haben, dass bei dem Angriff einer der meistgesuchten El-Kaida-Terroristen getötet wurde.

HB MOGADISCHU. „Wir wissen nicht, wie viele Menschen bei dem Angriff getötet wurden, aber wir glauben, dass es viele Opfer gab“, sagte der somalische Regierungssprecher Abdirahman Dinari. „Die meisten waren islamische Kämpfer.“ Augenzeugen berichteten von mindestens vier zivilen Opfern. Ein Vertreter des somalischen Militärs, Oberst Omar Addi, versicherte: „Die Angriffe waren mit uns abgesprochen“. Die Angriffe seien am Montagnachmittag auf Badmadow geflogen worden, einer Insel vor der Südspitze Somalias. In der Gegend, die auch Ras Kamboni genannt wird, wird ein Trainingszentrum für Terroristen vermutet.

Der US-Sender CNN berichtete unter Berufung auf Pentagonquellen, dass bei dem Angriff auch Fazul Abdullah Mohammed starb, der auf der Liste des US-Geheimdienstes CIA mit den meistgesuchten Terroristen stand. Das El-Kaida-Mitglied soll für die Anschläge gegen die US-Botschaften in Kenia und Tansania 1998 verantwortlich gewesen sein. Die „Washington Post“ berichtet hingegen, unter den Opfern sei „einer“ der Verantwortlichen für die Attentate auf die US-Botschaften, bei denen mehr als 200 Menschen ums Leben kamen.

Drohne spähte Versteck aus

Nach Angaben der US-Regierung wurde der Angriff unter anderem von einem Kampfflugzeug vom Typ AC-130 geflogen. Diese Verson des viermotorigen Hercules-Transporters ist mit mehreren Geschützen und großkalibrigen Maschinengewehren ausgerüstet, die seitlich aus dem Flugzeug feuern, während die Maschine das Ziel umkreist. Die Maschine sei in Dschibuti gestartet, nachdem ein unbemanntes Aufklärungsflugzeug Hinweise auf das Versteck geliefert habe, hieß es.

Erst kürzlich hatte der „zweite Mann“ an der Spitze von El Kaida, Eiman al-Sawahiri, Somalia als „neues Schlachtfeld“ bezeichnet. Eine Sawahiri zugeschriebene Stimme sprach in einer Botschaft, die am Freitag vergangener Woche im Internet veröffentlicht wurde, von einem Krieg, den die USA gegen den Islam und gegen Muslime führten. Zudem hätte sich die Uno geweigert, die äthiopischen Soldaten zum Rückzug aus Somalia aufzufordern.

Die somalische Übergangsregierung hatte Ende Dezember mit Hilfe äthiopischer Truppen die Kontrolle über die Hauptstadt Mogadischu und weite Landesteile zurückerobert, in denen seit Juni vergangenen Jahres die Union der Islamischen Gerichte an der Macht waren. Die USA hatten mehrfach Sorge geäußert, dass die Islamisten Somalia zu einem Zufluchtsort für Terroristen machen könnten.

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