Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.02.2012

18:06 Uhr

Somalia

Westen kauft Hoffnung mit Geld und Soldaten

Die Weltgemeinschaft sieht eine kleine Chance, dem Krisenland neues Leben einzuhauchen. Doch die Initiativen blieben vage. Man müsse auf die „Schreie nach Frieden“ hören, sagt UN-Generalsekretär Ban Ki Moon.

US-Außenministerin, UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und Großbritanniens Premierminister David Cameron während der Konferenz in London. AFP

US-Außenministerin, UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und Großbritanniens Premierminister David Cameron während der Konferenz in London.

LondonEs gibt auf der ganzen Welt kein Land, in dem das Chaos so groß und die Hilflosigkeit so himmelschreiend ist wie in Somalia. Der Staat am Horn von Afrika, einst von Briten und Italienern als Kolonie regiert, ist gescheitert. In vielen Teilen regiert die Anarchie. Die internationale Gemeinschaft will jetzt nicht mehr länger zuschauen. „Es ist höchste Zeit, ein neues Kapitel für Somalia aufzuschlagen“, sagt etwa der deutsche Außenminister Guido Westerwelle. Aber wie?

Auf der internationalen Somalia-Konferenz in London am Donnerstag war der politische Wille groß, doch guter Rat teuer. Die Initiativen zur Verbesserung der Politikfähigkeit in Somalia blieben vage. Die „Schreie nach Frieden“ der Somalier müsse die Weltgemeinschaft beantworten, sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon.

Der Westen will Geld schicken. 64 zusätzliche Dollar-Millionen kündigte US-Außenministerin Hillary Clinton an, immerhin sechs Millionen Euro hatte Guido Westerwelle im Gepäck. Der Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen erhöhte noch am Vortag das Truppenkontingent. Die von der EU bezahlte Schutztruppe der Afrikanischen Union darf jetzt 17.700 Soldaten statt bisher höchstens 12.000 haben.

Sie haben es bisher nicht geschafft, flächendeckend für Ordnung zu sorgen. Noch immer schalten und walten Piraten am Horn von Afrika fast nach Belieben. Gegenwärtig haben sie 40 Schiffe und 400 Geiseln in ihrer Gewalt. Der Westen muss - unter anderem mit der EU-Mission Atalanta - Millionen aufwenden, um die wichtigen Handels-Schifffahrtsstraßen um das Horn von Afrika einigermaßen aufrechtzuerhalten.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Thomas-Melber-Stuttgart

23.02.2012, 18:44 Uhr

Ohne Entwicklungsplan nutzt das alles nichts. Das Geld wird ohne nachhaltige Entwicklung verbrannt und es bleibt beim status quo. Und zunächst müssen die Menschen vor Ort auch wollen!

debrasseur

24.02.2012, 17:08 Uhr

Und zunächst müssen die Menschen vor Ort auch wollen!

Starten Sie durch, mit einer Meinungsumfrage beim somalischen Volk und erleben Sie, daß diese "Hülfe" zu spät kommt; denn das Land liegt danieder und wird von "bewaffneten" Menschen, Soldaten oder wie auch immer in Schach gehalten. Andererseits haben die "Piraten" unter ihnen eine Geldquelle gefunden. Und die soll jetzt zumindest eingedämmt werden.

Wer's glaubt wird selig. Hier geht es unverhohlen um die erneute Ausbeutung eines Landes, dem die Hilfe seit einigen Jahrzehnten verweigert wird, da Potentaten sich beizeiten bedienen ließen und mittlerweile, samt Clan", in den Landen ihrer "Geber" vortrefflich das "karge" Leben genießen.

Kein Wunder, die Hintermänner der "Piraten", sie leben nicht im Lande, sie leben wo? Natürlich wo Geld Geld macht, mit Macht.

debrasseur

24.02.2012, 17:32 Uhr

London als Veranstaltungsort, eine vortreffliche Auswahl. Da hat so mancher Somali of the Uppepr Class nicht so weit, um wenigstens unerkannt mitzumischen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×