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27.07.2012

13:22 Uhr

Sommerpause

Politiker machen Urlaub von der Krise

Während Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble oder der französische Präsident Francois Hollande Urlaub machen, bleibt für die Regierung in Athen keine Zeit für Erholung. Die Sommerwochen im Zeichen der Euro-Krise.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble kritisierte vor seinem Urlaubsantritt die Märkte. dpa

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble kritisierte vor seinem Urlaubsantritt die Märkte.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat vor seinen Ferien noch einmal auf die Pauke gehauen: Die Anleihehändler lägen allesamt falsch, wenn sie die Renditen für Spanien nach oben trieben. Nach Veröffentlichung der Erklärung am 24. Juli machte sich der 69-jährige Minister erst mal auf den Weg an die Nordsee. Es ist Sommer in Europa, die Finanzierungskosten steigen und Anleger spekulieren über das Schicksal des Euroraums. Die Politiker genießen unterdessen Sonne, Sand und Meer - alles so wie im letzten Jahr.

Die Spitzenpolitiker erholen sich in den kommenden Wochen an ihren Lieblingsstränden, -bergen und -seen. Sie gönnen sich eine Pause von der Krise, die nach Aussage von US-Finanzminister Timothy Geithner vom 23. Juli „unverzügliche, kurzfristige“ Maßnahmen erfordert, damit nicht auch Spanien und Italien vom Sog der Schuldenkrise mitgerissen werden.

„Die Märkte sind ganz klar beunruhigt“, denn es sei jetzt Mitte des Sommers und gebe weder Gipfeltreffen noch anderweitige Zusammenkünfte der Verantwortlichen, sagt Sarah Hewin, leitende Volkswirtin für Europa bei Standard Chartered Plc in London. Während der Sommerferien 2011 kam es zu so starken Marktverwerfungen, dass Krisentreffen nötig waren, die Europäische Zentralbank eingreifen musste und erstmals spanische und italienische Staatsanleihen aufkaufte.

Schäuble muss sich während seines dreiwöchigen Urlaubs auf der Nordseeinsel Sylt keine Sorgen um Deutschland machen, denn die als sicher geltenden Bundesanleihen bleiben gefragt. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel kann ihre zwei- bis dreiwöchigen Ferien beruhigt antreten. Offiziell ist nicht bekannt, wo die Kanzlerin Urlaub macht. Nach einem Bericht der Bild-Zeitung will Merkel nach den Bayreuther Festspielen, wo sie sich Richard Wagners „Der Fliegende Holländer“ anhörte, mit ihrem Ehemann weiter nach Südtirol reisen, so wie auch in den beiden Jahren davor.

Angesichts des temporären Machtvakuums an der Spitze Deutschlands suchen die Anleger anderweitig nach Hinweisen auf das weitere Krisenmanagement im Euroraum. Die Rendite zweijähriger Staatsanleihen von Spanien fiel erstmals in acht Tagen, nachdem EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny die Debatte über eine stärkere Feuerkraft des permanenten Euro-Rettungsschirms ESM wiederbelebte. In einem Interview sagte der österreichische Zentralbankchef, es gebe Argumente für eine ESM-Banklizenz.

Kommentare (1)

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Baier

27.07.2012, 17:21 Uhr

Schönen Urlaub! Dann kann Herr Draghi seine regelwidrigen EZB-Aktionen ungestört durchziehen.

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