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02.09.2014

16:27 Uhr

Sondergipfel

Afrikanische Union berät über Extremisten

Die von Extremisten verübten Anschläge mehren sich. Nun hat die Afrikanische Union auf einem Gipfeltreffen über die wachsende Bedrohung beraten. Die Staatschefs zogen Bilanz – und sagten dem Terror den Kampf an.

Auf einem Sondergipfel in Nairobi bilanzierten Staats- und Regierungschef bisherige Erfolge im „Kampf gegen den Terror“. AFP

Auf einem Sondergipfel in Nairobi bilanzierten Staats- und Regierungschef bisherige Erfolge im „Kampf gegen den Terror“.

NairobiDie Staats- und Regierungschef der Afrikanischen Union (AU) haben sich auf einem Sondergipfel der Bedrohung durch extremistische Gruppierungen gewidmet. „Wir sorgen uns um den den Frieden und die Stabilität auf unserem Kontinent“, sagte der tschadische Staatschef Idriss Déby Itno am Dienstag in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Zu den ranghohen Teilnehmern des eintägigen Treffens zählten neben dem Gastgeber, Kenias Staatschef Uhuru Kenyatta, die Präsidenten der von islamistischen Kämpfern bedrohten Länder Nigeria und Somalia, Goodluck Jonathan und Hassan Sheikh Mohamud.

Auf dem AU-Gipfel sollte den Organisatoren zufolge der bisherige „Kampf gegen den Terror“ in Afrika bilanziert werden. Ferner sollten sich die AU-Chefs über „praktische Maßnahmen“ austauschen. „Die Angriffe in der Sahelzone, Terrorakte von Boko Haram in Nigeria und anderen Teilen Westafrikas motivieren uns nur, unsere Anstrengungen im Kampf gegen diese Geißel weiter zu verstärken“, sagte Déby Itno, der zur Zeit dem AU-Rat für Frieden und Sicherheit vorsteht.

Die EU und Afrika

Bildung, Gesundheit und Zivilgesellschaft

Die EU fördert afrikanische Staaten bei der Ausbildung. Mehr als zwölf Millionen Menschen hat sie nach eigenen Angaben zwischen 2007 und 2013 bei ihrer Schul- oder Berufsausbildung unterstützt. Tausende Studenten erhielten Stipendien oder nahmen am Erasmus-Austauschprogramm teil. 178 Millionen Euro flossen in den vergangenen sieben Jahren in mehr als 600 afrikanische Forschungsprojekte zu Ernährungssicherheit, Klimawandel, Gesundheit und Energie. Auch zur Förderung von Demokratie und Menschenrechten und für den Kampf gegen den Klimawandel stellt die EU Geld bereit.

Wachstum und Handel

Europa ist der wichtigste Partner Afrikas in der Entwicklungshilfe. Zwischen 2007 und 2013 unterstützten die EU und ihre Staaten Afrikas Entwicklung mit rund 141 Milliarden Euro. Der Handel zwischen Europa und Afrika wächst seit Jahren – in beide Richtungen. 2013 exportierten die EU-Staaten Waren im Wert von 153 Milliarden Euro auf den afrikanischen Kontinent. Das war ein Rekord, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat meldete. Frankreich, Deutschland und Italien waren die größten Exporteure. Deutschlands Ausfuhren nach Afrika summierten sich 2013 auf 22 Milliarden Euro. Umgekehrt ist die EU für Afrika der größte Handelspartner, dorthin gehen 40 Prozent aller afrikanischen Ausfuhren. Die afrikanischen Staaten verkauften im vergangenen Jahr Waren für 168 Milliarden Euro nach Europa.

Friedenssicherung

Im vergangenen Jahrzehnt hat die EU 16 EU-Missionen nach Afrika geschickt, um Krisen zu bewältigen und den Frieden zu sichern. Darunter waren nach Angaben des EU-Rates sieben Militäroperationen etwa im Kongo, Somalia und Mali sowie 9 zivile Missionen wie in Kinshasa oder im Sudan/Darfur. Derzeit sind mehr als 2300 Männer und Frauen unter der EU-Flagge bei EU-Friedensmissionen in Afrika im Einsatz. Seit 2004 hat die EU 1,2 Milliarden Euro zur Unterstützung afrikanischer Operationen zur Friedenssicherung bereitgestellt.

Kenyatta sagte, die Teile Somalias kontrollierende Islamisten-Miliz Shebab sei „eine ernsthafte Gefahr“ für die Region Ostafrika. Die 22.000 Mann starke AU-Mission in Somalia (Amisom) hat die Shebab-Milizen in Somalia zwar zurückdrängen, aber bislang nicht schlagen können. Das benachbarte Kenia geriet wegen seiner Beteiligung an Amisom immer wieder ins Visier der Miliz, die zahlreiche Anschläge in dem Land verübte. So bekannte sich Shebab zu einem Überfall auf ein Einkaufszentrum in Nairobi, bei dem Ende September vergangenen Jahres 67 Menschen getötet wurden.

Von

afp

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