Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.03.2017

19:08 Uhr

Sondergipfel im April

EU macht sich bereit für den Brexit

Nach dem Votum der Briten für den EU-Austritt im vergangenen Jahr tat sich monatelang fast nichts. Jetzt beginnt die heiße Phase zur Vorbereitung der Brexit-Verhandlungen.

Es gehe darum, „das Scheidungsverfahren für die EU so wenig schmerzhaft wie möglich zu gestalten“, so der EU-Ratspräsident. AFP; Files; Francois Guillot

Donald Tusk

Es gehe darum, „das Scheidungsverfahren für die EU so wenig schmerzhaft wie möglich zu gestalten“, so der EU-Ratspräsident.

BrüsselDie Europäische Union macht sich bereit für den erwarteten Brexit. Genau einen Monat nach der für nächste Woche erwarteten Austrittserklärung Großbritanniens wollen die Staats- und Regierungschefs der 27 bleibenden EU-Länder am 29. April bei einem Sondergipfel ihre Verhandlungslinie festzurren.

Es gehe darum, „das Scheidungsverfahren für die EU so wenig schmerzhaft wie möglich zu gestalten“, sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bekräftigte am Rande eines Brüsseler Termins, dass die Briten ihre finanziellen Pflichten gegenüber der EU erfüllen müssten. Das werde am Ende auch die Regierung in London nicht ernsthaft in Frage stellen, meinte der CDU-Politiker.

Vor dem Brexit: Briten erleben Inflationsschub

Vor dem Brexit

Briten erleben Inflationsschub

Seit sich die Briten für den Ausstieg aus der EU entschieden haben, hat das Pfund bereits massiv an Wert verloren. Die Inflationsrate kletterte im Februar auf 2,3 Prozent, wodurch importierte Waren teurer werden.

Die Trennung der Finanzbeziehungen gilt als eine der schwierigsten Fragen der auf zwei Jahre angelegten Brexit-Verhandlungen. Die EU will noch bis zu 60 Milliarden Euro von Großbritannien, weil das Land während seiner Mitgliedschaft langfristige Finanzverpflichtungen mitgetragen hat.

Von zentraler Bedeutung werden zudem die künftigen Rechte der EU-Bürger in Großbritannien und der Briten auf dem Kontinent sein. Bei dem Sondergipfel will die EU Leitlinien bestimmen, wie ihr Chefunterhändler Michel Barnier diese und andere Fragen angeht.

Nach Brexit Entscheidung: EU-Bürger in Großbritannien suchen eine klare Perspektive

Nach Brexit Entscheidung

EU-Bürger in Großbritannien suchen eine klare Perspektive

Rund drei Millionen EU-Ausländer leben derzeit auf der Insel. Was aus ihnen nach dem Brexit wird, ist unklar. Kritiker werfen der britischen Regierung unsensibles Verhalten gegenüber den langjährigen Einwohnern vor.

Die Entscheidung für den Brexit nach mehr als 40 Jahren EU-Mitgliedschaft war bei einem britischen Referendum im Juni 2016 gefallen. Nach dem für den 29. März angekündigten Scheidungsgesuch beginnt die zweijährige Frist für die Austrittsverhandlungen. Die britische EU-Mitgliedschaft wird also voraussichtlich im März 2019 enden.

Tusk sagte, er persönlich hätte sich gewünscht, dass Großbritannien bliebe. Doch habe eine Mehrheit der britischen Wähler anders entschieden.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×