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03.04.2013

07:52 Uhr

Sonderwirtschaftszone Kaesong

Nordkorea schottet grenznahen Industriepark ab

Trotz der Spannungen blieb die gemeinsame Sonderwirtschaftszone von Nord- und Südkorea bisher unangetastet. Nun rückt der Norden auch davon ab - und verweigert Südkoreanern die Einreise. Der Konflikt eskaliert.

Der Grenzübergang am Kaesong Industriekomplex. dpa

Der Grenzübergang am Kaesong Industriekomplex.

Seoul/WashingtonDer Konflikt auf der koreanischen Halbinsel spitzt sich zu. Nordkorea unterrichtete Südkorea am Mittwoch davon, die Einreise südkoreanischer Pendler in den gemeinsamen Industriekomplex in Kaesong an der Grenze zu verbieten. Das teilte ein Sprecher des Vereinigungsministeriums in Seoul mit. Er rief das kommunistische Nachbarland auf, das Verbot unverzüglich aufzuheben. US-Außenminister John Kerry betonte angesichts der Drohungen aus Nordkorea die Verteidigungsbereitschaft der USA.

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Die nordkoreanische Seite erlaubte nur die Ausreise von Südkoreanern, die sich bereits in dem Komplex in Nordkorea aufgehalten hatten. Ob Nordkorea mit dem Schritt den Industriepark, wie zuvor angedroht, komplett schließen will, war zunächst unklar. Nach Angaben des Vereinigungsministeriums befanden sich mehr als 860 Südkoreaner in dem Komplex.

Hungerland mit Atomwaffen

Einwohner und Fläche

Der abgeschottete Staat hat knapp 25 Millionen Einwohner und ist mit gut 120.000 Quadratkilometern etwa so groß wie die frühere DDR.

Militärmacht

Das mehrfach von Hungersnöten erschütterte Nordkorea unterhält mit mehr als 1,2 Millionen Soldaten eine der größten Streitkräfte Asiens.

Menschenrechte

Nordkorea zählt zu den Ländern mit den schwersten Menschenrechtsverletzungen. Die Zahl der politischen Gefangenen wird auf 200.000 geschätzt.

Diktatur seit 1948

An der Spitze der von einem Geflecht aus Arbeiterpartei und Militär beherrschten Diktatur stand bis zu seinem Tod der „Geliebte Führer“ Kim Jong Il. Unter der Führung seines Vaters Kim Il Sung war die „Demokratische Volksrepublik Korea“ 1948 gegründet worden. Seit einiger Zeit wurde Kim Jong Ils Sohn Kim Jong Un als Nummer drei der kommunistischen Dynastie aufgebaut.

Misswirtschaft und Hungerkatastrophe

Misswirtschaft ruinierte das an Bodenschätzen reiche Land. Die Industrieproduktion ging seit 1990 um mehr als zwei Drittel zurück. Die meisten Einwohner sind bitterarm. 1997 führte eine durch Unwetter, Missernten und Zwangswirtschaft ausgelöste Hungerkatastrophe zu einem Massensterben. Nach UN-Schätzung sind gegenwärtig sechs Millionen Nordkoreaner von Hunger bedroht.

Atomwaffen

Trotz der hungernden Bevölkerung haben Ausgaben für das Militär Vorrang. Internationale Besorgnis löste Nordkoreas Atomprogramm aus, das zusammen mit dem Raketenprogramm des Landes als Bedrohung in der Region gilt. Nordkoreas Propaganda berichtet von Fortschritten bei der Produktion von schwach angereichertem Uran. Die US-Regierung befürchtet, dass das Uran-Programm letztlich dem Bau von Atomwaffen dient. Für die Herstellung von Atomsprengköpfen muss hochangereichertes Uran vorliegen.

Die Lage auf koreanischen Halbinsel ist seit dem dritten Atomtest in Nordkorea im Februar äußerst gespannt. Das Regime in Pjöngjang hatte am vergangenen Samstag den „Kriegszustand“ im Verhältnis zu Südkorea erklärt. Zudem hatte ein Sprecher des Industriekomplexes in Kaesong dem Süden vorgeworfen, „ernsthaft unsere Würde“ zu verletzen. Südkorea würde behaupten, dass Nordkorea die Einrichtung nur betreibe, weil diese eine Devisenquelle für das Land sei. Der Komplex, in dem mehr als 50 000 Nordkoreaner für 123 südkoreanische Unternehmen arbeiten, ist das einzige noch betriebene wirtschaftliche Kooperationsprojekt zwischen beiden Ländern.

Kommentare (14)

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Mr.Nice

03.04.2013, 09:25 Uhr

langsam nervt dieses ganze Theater. Es wird Zeit das dieser Diktator platt gemacht wird.

Account gelöscht!

03.04.2013, 09:50 Uhr

Dich schicken wir als Erstes an die Front.

Account gelöscht!

03.04.2013, 10:03 Uhr

Mit platt machen haben die Amis noch zuletzt im IRAK eine Lektion erhalten, ebenso läuft es auch in Afganistan und auch in Mali!
Also Finger weg von diesen teuren und langwierigen Experimenten.
Laßt das die Koreaner besser untereinander regeln!

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